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Zeil, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, nahe Zeitball, in einigen Seehäfen an gut sichtbaren Ma—
dent Main, (1905) 1788 GE. ten zu bestimmter Stunde am Tage geheißte große Bälle,
Zeila, Stadt am westl. Teil des Golfs von Aden, die zu genau bestimmter Orts- oder Greeuwicher Zeit auf
im N. von Brit.⸗Somalland, 6000 E., wichtiger Kara- lektr. Wege meist von einer Sternwarte aus zum Fall
wanenendpunkt; seit 1884 britisch. ebracht werden.
Zeilenschlange, Art der Plattschwanzschlangen (Pla- Zeitblom, Bartholomäus, Maler, um 1800 in Ulm,
rurus, s. Meerschlaugen). iner der bedeutendsten Meister der Schwäbischen Schule;
Zelodelit, s. Schwefel. tennenswert: Beweinung Christi (Nürnberg), Schweißtuch
Zeisfe, Heint., Dichter, geb. 19. April 1822 zu Al- der Veronika (Berlin).
rona, lebt in Eimsbüttel bei Hamburg; übersetzte aus Zeitdifferenz, Unterschied der Uhrstände von zwei
dem Nordischen; schrieb; „Gedichte“ (2. Aufl. 1882), „Aus Orten der Erde; er hängt ab vom Unterschied ihrer geogr.
meiner Liedermappe“ (2. Aufl. 1883) u. a. Ränge und beträgt fuͤr zwei um 19 auseinander
Z⸗Gisen, Formeisen, s. Walzeisen. Orte 4 Minuten, da die Erde sich innerhalb 24 Stunden
Zeisige, Gruppe der Finken, auch als eigene Gattung Zeiteinheit, die Sekunde. sum 360 dreht.
Orysomitris) betrachtet. Stieglitz (Distelsink, Distel⸗ zeiten Tempora), s. Tempus.
3., Goldfint, Früngilla carduelis L., Carduelis elsgans zeitgeschäft, s. Lieferungsgeschäft.
sceph. sTafel: Singvögel, 81), sehr bunt, Europa Zeitgleichung, s. Sonnenzeit.
und Kleinasien, Stubenvogel, singt schön, bastardiert sich Zeithain, Dorf in der sächs. Kreish. Dresden, bei
mit dem Kanarienvogel; 3. (Erlen-83., F. oder Chry- diesa, (1800) 1248 E.; dabei Truppenübungsplatz.
zomitris spinus L. sTafel: Singvögel, 11), gelb- ZFeitkauf, s. v. w. Kauf (s. d. auf Kredit; im Börsen—
zrünlich, schwarz gezeichnet, Europä bis Japan, wegen ehr s. v. w. Lieferungsgeschäft (s. d.).
seines Gesangs und seiner Lebhaftigkeit als Stubenvogel Reitkunde, s. Chronologie.
gzehalten; Leinfink (Flachsfink, Birken-S., F. linaris L., eitlose, Pflanzengattg., s. Colchicum.
naris rubra Briss.), graubraun, karminrot und schwarz, eitntaßz, s. Tempo.
m Norden der Alten und Neuen Welt. eitmeffer, s. Chronometer.
Zeiß (Firma Carl Zeiß), optische Werkstätte in Jenga, eitrechnung, s. Ära.
gegründet 1846 von Carl 8. (geb. 1816 zu Weimar, gest. eitrente, s. Annnität.
3. Dez. 1888 in Jena); Mitinhaber seit 1875 Prof. Abbe eitsichtwechsel, s. Sichtwechsel.
d.), seit 1881 auch Roderich Z., der älteste Sohn von Heitsinn, die Fähigkeit, zeitliche Eigenschaften und
arl 3. Nach dem Tode des Begründers und dem bald Zerhältnisse zu bestimmen und zu vergleichen. Der,kleinste
darauf erfolgten Rücktritt des Sohnes gründete Abbe 1880 emerkbare Zeitunterschied, die Zeitfchwelle, ist für das
die Carl-Zeiß⸗Stiftung, in deren Besitz er 1891 das Unter- Besicht 28, für das Gehör 080 Sekunde. — Bgl.
nehmen stellte; seitdem kollegialische Geschäftsleitung, der dutczynsti (1884).
seit Abbes Rücktritt (1903) jetzt Czapsti, Fischer, dr Zeitun (spr. sei), türk.ssyr. Stadt, s. Seitun.
und Prof. Straubel angehören. Das Glaswerk von Schott Zeitungen, periodisch, d. h. meist täglich eins oder
s. d.) wurde 1884 als Tochteranstalt errichtet. Die Carl- nehrmals erscheinende Druckschriften; im engern Sinne
e zeichnet sich durch eine eigenartige soziale iur solche mit polit, Inhalt, im weitern Sinne auch
Organisation aus (achtstündige Arbeitszeit, Gewinn- olche, die neue Erscheinungen auf andern Gebieten be—
hetetligung, Pensionsberechtigung 2c.). — Vals. Auerbach gandeln (Handels-, Gewerbs-, Literatur-z, Kunst-Z. 2c.).
(2. Aufl. 1904). Die ersten Spuren von 8. Gwöchentlichen Korrespondenzen,
Zeißberg, Heinr., Ritter von, Geschichtsforscher, geb. auch handschriftlicher 3 finden sich um die Mitte des
z. Fuli 1830 in Wien, 1865 Prof, in Leuberg, 1871 in 6. Jahrh. in, Venedig, daun in Kölu, Frankfurt a. M.,
Innsbruck, 1872-97 in Wien, 1896 Direktor der kaiserl. Straßburg. Die nachweishar älteste wirkliche deutsche
Hofbibliothek, gest. 27. Mai 1899; schrieb: „Die poln. ,. ist die Straßburger („Relation zc.“), die vor
eeen im Mittelalter“ (1378), „Quellen zur 608 als Wochenblatt. erschien; sechsmal in der Woche
Geschichte der deutschen Kaiserpolitik Osterreichs“ (Bd. 8—5685, erschien zuerst 1660 die „Leipziger Zeitung“. Infolge
1882-90), „Erzherzog Karl von sterreich“ (1895) u. a. der polit. Ereignisse im 18. und Ansang des 19. Jahrh.
Zeist (Zehst; spr. seist), Dorf in der niederländ. Prov. Nrch Zensurmaßregeln gehemmt, entwickelte sich mit der
Atrecht, (1889) 8717 E.; Herrnhuterkolonie. ürklärung der Preßfreiheit (s. Presse) um die Mitte des
Zeit, die allgemeinste Form, in der sich alles Geschehen .89, Jahrh, das Zeitungswesen in uugeahntem Maße, so
ancinander reiht; nach Kant die Anschauungsform des daß man in neuester Zeit mit Hilfe Nescnedpn
nnern Sinnes gegenuͤber dem Raume, als, der An⸗- dortschritts (Notationsschnellpressen) zu dreimal täglich
schauungsform des äußern Sinnes. Von dieser subjet. rscheinenden und illustrierten Tages-8. gelangte. Zeitungstiven
 Z. ist die objetlive 8. zu unterscheiden, die mit ataloge von Rud. Mosse, Haafenstein &amp; Vogler u. g. —
Hilfe gleichmäßig bewegter Körper (Himmelskörper und zIgl, Salomon, „Geschichte des deutschen Zeitunaswesens“
mechan. Instrumente) gemessen wird. (S. Ortszeit und 3 Bde., 18891905).
Sounenzeit.) — Vgl. Baumann (2 Bde., 1868 - 69), Zeitungsbestellgeld, s. Bestellgebühr.
Eyfferth (1871). — über 3. in der Grammatik s. Tempus. Zeitungsmufeunm, 1885 von Oskar von Forcken—
Zeillalter, jeder größere Zeitraum, dessen Geschichte dedh in Aachen gegründet, enthält für den Historiter und
von einer Person, einem Ereignis oder mehrern Ereig- dunsthistoriker wichtige Zeitungen und Zeitschriften, Merk—
nissen, einer bestimmten Idee oder Tatsache beherrschi »ürdigkeiten im Zeilungswesen.
wird. Früh versuchte man die Weltgeschichte in einzelne Zeituni, griech. Stadt, s. Lamia.
3. zu zerlegen. Die jetzt noch in etwas veründerter Form zeitunterschied, s. Zeitdifferenz.
uͤbliche Scheidung von Altertuüm, Mittelalter, und Neuzeit „eitwort, s. Verbum.
geht auf Christoph Cellarius (1638— 1707) zurück. (S. guch Zeitz, Stadtkreis und Kreisstadt im prenß. Reg.«Bez.
Ara.) — Z. heißen auch die von alten Bichtern und Phi- Nersebürg, an der Weißen Elster, (1900) 27891 (1808:
osophen augenommenen Entwicklungsperigden des Men- 0541) G, Amtsgericht, Schloß Moritzburg, ehemal, Refi—
schengeschlechts. Sie begannen mit einer glückseligen, enz, jetzt Korrektionsanstalt, Gymnasinm, höhere Mädchen—
schuld- uͤnd kummerlosen Urzeit, dem goldenen 3.. das hule; Eisengießereien, Banmwolla, Wollwarens, ee
die Griechen unter die Herrschafi des Kronos, die Römer jens, Kinderwagenfabrikation ꝛc, Braunkohlenwerke. Das
anter die des Saturnus verlegten. Dann folgte das 1608 gestiftete Bistum 3. wurde 1028 nach Naumburg
silberne Z., in dem Friede und Freude schon zeitweilig berlegt (Bistum Naumburg-8.), kam 1564 an Sachsen
gestört wurden, weiter das eherne 8., dessen Riesen- ind gehörte 1663—1718 der sächs. Nebenlinie Sachsen⸗8.
jeschlecht sich selbst vernichtete, um dem Geschlecht der eit 1815, preußisch. — Bgl. Kergiebel (Chronik, 8 Bde
Herren Platz zu machen, endlich das eiserne Z., in dem ZFeitzünder, s. Brennzünder Abb. 275). [1896).
die Menschen mit eisernem Werkzeug mühsam der Erde eja, Fluß, s. Seja.
ihren Ertrag abringen müssen. Die Sage vom goldenen elandus, Pseudonym von Jakobus Bellamy.
3. ist bei sehr vielen indogerman. Völkern nachweisbar, Zelastrazeen, Pflanzenfamilie der Frangulinen,
duch das biblische Varadies erinnert daran. zuume und Sträucher mit lederartigen Bläftern.
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