Zel

Zele (spr. se), Marktflecken in der belg. Prov. Ost—
landern, an der Schelde, (1904) 13782 E.
Zelebrant (at.), ein die Messe lesender Priester;
Zelebration, Feier (des Meßopfers)
Zelebrieren at.), feiern; Messe lesen; Zelebrität,
Festlichkeit; Berühmtheit, gefeierte Persönlichken.
Zeleritãt (lal.) Geschwindigkeit.
Zell. 1) Z3., Stadt in Baden, s. Radolfzell. — ) 3.
am Harmersbach, Stadt im bad Kr. Offenburg, (1805)
1946 E., Mineralquelle; Fabrikation von Steinguͤt (Zeller
Waren). — 3) 8. am Main, Marktflecken im bayr. Reg.⸗
Bez. Unterfranken, 1507 E.; dabei die ehemal, Klöer
Unter⸗Z. und Ober⸗Z. — H Z. an der Mosel, Kreisstadt
ꝓreuß. Reg.Bez. Kobleng, Nse E., Amisgericht, altes
Schloß , Der Baus). 3) 3. in Aberfuanten ee
lecken im bayr. Reg.⸗Bez. Oberfranken, im Fichtelgebirge,
in der Saale, 1061 E.; dabei der 1796 von A. pon
Zumboldt entdeckte Magnetberg. — 6) 3. im Wiesental,
Stadt im bad. Kr. Lörrach, an der Wiesen, 8628 E. 73.
in Württemberg, Stadt in Württemberg, s. Liebenzell.
Zell. 19 8. am Sre, vezirksort n Salzburg, im
Pinzgau, am Zeller See —DDD——
1800) 1561 E.; dabei die Schmittenhöhe (1985 m).
3. an der Ips (Hbbs; Sber8.), Marktflecken in
Niederösterreich, in der Landsch. Eifenwurz, mit Waid—
jofen durch eine Brücke verbunden, 926 E. — 8) 3. am
Ziller. Dorf in Tirol, im Zillertal, 750 E.
Zella Saukt Blafit, Siadt im Hgt. S:-Gotha,
m Thüringer Walde, (1905) 4385 E., Amtsgericht,
dunstgewerbeschule, Waffen- Stahlwarenfabrikation.
Seile (lat. eoliula), die mikroskopisch kleinen Elemens
Zrorgane, aus denen sich der tierische und pflanzliche
törper aufbaut; fie bestehen bei Tieren und Pflanzen
aus Protoplasma (s. d.), in welchem meist ein Zeutern
gelagert ist. Die Pflanzen-⸗8. Tafel: Botanik LIAAqJ
en aus dem Plasmakörper, der Zellmembran und dem
n Valuolen eingeschlossenen Zellsaft. Im jugendlichen
Zustande übertrifft der Plasmakdrper an Masse die übrigen
Bestandteile der 3., spater tritter immer mehr zuruͤck
zis er einen dünnen, eschlossenen Schlauch zwischen Zell
nembran und sas bildet, den Printordialschlauch.
Das Plasma ist lebendig und befindet sich häufig in strö—
nender Bewegung (Plasmaströmung); in ihm liegt der
Zellkern (Zytoblaft), ein netzartig gebautes Bläschen (chro⸗
nmatisches Kerngerüst) mit einem oder mehrern Kernkörper⸗
hen (Nuklenlen). Ddie Vermehrung der 8. findet aus—
hließlich durch Teilung statt, wobei sich der Kern in eine
Anzahl Fadenstücke (Chromosomen) auflöst, die sich
palten und deren Hälften auf die beiden sich bildenden
Tochter⸗8. verteilt verden. Außerdem finden sich in der
Flanzlichen 3. die Chromatophoren (Chlorophyilkörner,
——— Stärkebildner; s. Blattfarbftofse) sowie
indere Einschlüsse. Das Protopiasma ohne Kern und
Linschlüsse, eine seingekörnte Masse (Granulg), heißt Zyto⸗
plasma, sein äußerer, dergitiger Saum Hyaloplasma.
Die Zeilmembran besteht meist aus Zellulose, die durch
derschiedene Einschlüsse verkortt, verholzt oder verschleimt
ein dann. Nach vollendeiem Flächenwachstum wächst die
Zellmembram in die Dicke, jedoch meist nicht gleichförmig,
on dern gewisse Stellen erscheinen durch stärkere Verdickung
als Vorsprünge (ingförmige, leiters, spiral-, treppen
örmig ec. angeordnetẽ Leisten); von der Verdickung aus—
geschlossene runde Stellen Wehen Tüpfel, die betreffenden
Zellen Tüpfel g. [Tafel: Botantt IL, 51. Die Spiral⸗,
eiter· Tuͤpfel⸗ꝛc. 8. vereinigen sich zu Spirals, Leiter-Tüpfel⸗
 ⁊c. Gefäßen sTafel ĩ, 6). Pflanzenzellen ohne
Nembran, wie die S wärmsporen der Algen und Pilze,
eißen Primordialzenlen. Der Zeufaft, ine wässerige
lösung verschiedener Verbindungen, füllt die im Alter
iemlih großen Vatuolen des ri aus. Als
in einer Blase übt er einen deträchtlichen vö.
notischen Druck aus (Turgorß und bewiett due Siraffheit
der Gewebe. Durch wasserentziehende Mittel Salpeier)
wird der Turgor, aufgehoben Gilasmolyse). Die niedrig⸗
ten Pflanzen bestehen us einer 3 hoͤhere Algen stellen
chon Zellaggregate, Feslfaden und flächen dar; die höchsten
Pflangen schließlich desteden aus einer Menge nach ihren
Funktionen differenzierter Zellgruppen (Zellgewebe, Pftan—
zengewebe).

Artikel, die man unter Z vermißt.

018

Die Größe und Form der Tier⸗g. ist sehr schwankend;
onstant aber ist ihre Zusammensetzung aus Protoplasma
uind einem oder mehrern Kernen e Entwick—⸗
ungsgeschichte LIJ. Bei zahlreichen früͤher für kern—
los gehaltenen 3. (Zytoden) i das Vorhandensein eines
derns nachgewiefen worden, so daß man jetzt die Eristenz
von Kernen für alle Z. annimmt. In der Substanz des
ehr verschieden geformten Kerns, die von demum—
ebenden Protoplasma nicht unbetrüchtlich abweicht, unter⸗
cheidet man das Chromatin oder Nuklein, das durch
hämatorylin und Karmin leicht gefürbt wird, und das
urch diese Mittel nicht fürbbate Achromatin oder Para⸗
tuklein. Meist ist der Kern ein Bläschen, das eine
Flüssigkeit (Kernsaft) enthält, von einem Maschenwerk des
dernstoffs durchzogen wird und ein oder mehrere kleine
örperchen (Kernkoörperchen, ꝑaucleoli) enthält. Der Kern
st der wichtigste Teil der 3., von dem aus ihre Ver—
nhruna ausgeht, und zwar durch Teilung (meist Zwei—
eilungs. Neben dem Kern findet fich noch ein schwer
vahrnehmbares, äußerst winziges Pol⸗ oder Zentralkorper⸗
hen (Zentrosom). Bei der Teilung des Kerns zerfällt
»as Zentrosom in zwei Teile, die duseinander weichen
ind das Protoplasma der 8. stꝛagig um sich gruppieren
Strahlenfigur, Polstrahlung). Das Chromatin des Kerns
aildet dabei einen aufgeknͤulten Faden (GFadenknäuel);
zieser zerfällt in eine Anzahl Schleifen, die im Protoplasma
der Z. sich zwischen die deiden Halften des Feireens
der Lünge nach nebeneinander degen und die Kernplatte
ilden. Diese Schleifen teilen sich der Lünge nach, weichen
zuseinander und ziehen sich nach zwei einander gegenüber⸗
tehenden Polen der Z., wo sich se eine Hälfte des Pol⸗
vrperchens besindet. Damit ist die Masse des Chromatins
albiert; die Schleifen lösen sich auf und bilden zwei
derngerüste (ruhende Kerney worauf sich auch der übrige
zellkoͤrper teilt. Diese Art der Zellteilung ist die indi⸗
rekte Kernsegmentierung, wobei das Chromatin die mito⸗
ischen oder karyokinetischen Figuren büdet. Daneben
ibt es bei einigen Zellenarten auch eine direkte Kern.
eilung (Kernfragmentierung), bei der noch keine Figuren
iachgewiesen werden konnten. — Vgl. Hertwig, „Die 83.
ind die Gewebe“ (2 Tle, 1892 u. 1898; 2. Aufl. u. d. T.
„Allgemeine Biologie“, 1906) Carnoy und Gilfon La
ollulo (Bd. 1-26, 1885 1803); Fischer, „Fixierung ꝛc.
des Protoplasmas“ (1899); Doflein, „Zell⸗ und Proͤto
lasmastudien“ (1900); Gurwitsch, „RMorphologie und
Zgiologie der 8.“ (1904).
Zellengewebe (Zeligewebe), s. Bindegewebe.
Zellenrad, ein Wasserrad mit Zellen;“auch eine Art
. d.).
eller, Eduard, Philosoph und Theolog, geb. 22. Jan.
814 zu Kleinbottwax (Wuürttemberg), 1847 Prof. der
Cheologie in Bern, 1849 Prof. der Philosophie in Mar⸗
Nirg, 1862 in Heidelberg, 182 8914 1n Berlin; lebt in
Stuttgart; schrieb: „Die Philosophie der Fege (3 Bde.,
b. u. 5. Aufl. 1892 fg.), „Grundriß der eschichte der
griech. Philosophie“ (6. AÄufi. 1901) u. a.
Zeller, Karl, Komponist, geb. 19. Funi 1842 in St. Peter
Niederösterreich), Ministerlalrat im österr. Unterrichts
ninisterium, gest. 17. Aug. 1898 in Baden bei Wien;
chrieh Lieder und Operetten (. Der Vogelhändler“, „Der
bersteiger“).
Zellerfeld, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Hildeszeim,
 im Oberharz, durch den Zellbach von Clausthal ge⸗
rennt, (1905) 4486 E. Amtsgericht.
deenn s. Haselnußstrauch [Abb. 766 a].
eller See. 1) See in Salzburg, s. Zell (am See). —
) See in Oberosterreich, mit dem Mondsee durch die Zeller
Ache perbunden, 503 mü. d. M., 347 ha, bis 832 mm tief.
Zeller Waren, Steingutwaren aus dell am Harmers⸗
ellgewebe, s. Bindegewebe und Zelle. lbach.
Zellgewebswaßersucht, Krantheit der Rinder, be—
tehend in wassersüchtigen Anschwellungen an den Beinen
34 Wassermanner); der Tod erfolgt nach etwa einem
alben Jahre, wenn nicht zeitig genug eine Futterver—
inderung vorgenommen wird. Ursache: übermäßiges Ver⸗
üttern der wasserreichen Rübenschnihelrückstände
Zellhaut, Zellmenibran, f. Zeue.
Zelltten (Celliten), Beiname der Lollharden (s. d.) und
Alexianer (s. d.).
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