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Zen

Zelloidinpapier, Kollodiumpapier, gebräuchliches Zementeisen bau, ein Gußmauerwerk(s. d.) mit Eisen⸗
photogr. Kopierpapier, dessen lichtempfindliche Oberfläche gJerippe, z. B. Moniersystem (s. d), Hennebique (s. d.) u. a.
aus Chlorsilber und salpetersaurem Silber besteht, die in Fementieren, metallurgischer Prozeß, bei dem ein
einer Pyroxylinschicht fein verteilt sind. Metall von einer meist gepulverten Substanz bedeckt wird,
Zellstoff, s. Zellulose. velche in das Metall einzudringen bestimmt ist, was meisi
Zeuftoffseide, s. Kunstseide. urch Glühen in feuerfesten Gefüßen geschieht (sog. Ein⸗
Zellularpathologte, von Virchow begründete Rich? etzen). So wird Schmiedeeisen durch Frhitzen mit Kohle⸗
tung, der allgemeinen Pathologie, wonach alle Lebens- ulver in Stahl (Zementstahl) verwandelt, Kupfer durch
ätigkeit des gesunden und kranken Körpers von der örhitzen mit Zink in Messing; Zementierofen, der Ofem
Zelle ausgeht, im Gegensatz zur Humoralpathologie, die n welchem das Z. vorgenommen wird.
die Flüssigkeiten und Säfte (nmores), und der Solidar. Zemtentstein, natürliches Gemenge von Ton und Kalk,
pathologie, die die festen Teile (solida) des Körpers, bes. )as nach dem Brennen Zement liefert. — Künstlicher 8.
Nexven, als Ausgangspunkt der Krankheiten betrachten. jesteht aus Portlandzement, gemischt mit Kies und Stein—
Zellulord, Zelihorn, aus Schießbaumwolle und Kamp- jrocken, wird zu Treppenstufen, Trögen ꝛc. gegossen.
er durch, Walzen und Pressen erhaltene Masse, horne Zemp, Joseph, schweiz. Bundesrat, geb. 2 Sept. 1834
ähnlich, schwach durchscheinend, sehr elastisch, eutzündet Entlebüch, Rechtsauwalt in Luzern, 1887 Prasident des
sich schon bet 12590. und verbrennt mit brodelnder Flamme, Kattonalrats, 1891 Bundesrat, 1895 und 1808 Bundes—
aber vohne Explosion; dient zu Kämmen, Schmucksachen, präsident, gehört zur kath.-konfervativen Partei.
Gebissen, Billardkugeln, Uhrkapseln, photoar. Trocken Zempelburg, Stadt im preuß. Reg.-⸗Bez. Marien—
platten, Gummiwäsche u. a. verder, am Ausfluß der Zempolna (zur Brahe) aus
Zellulose, Holzfaserstoff, Zellstoff, ignose, allgemeiner )em Zempelburger See, (1905) 3806 E., Amtsgericht.
Bestandteil der Pflanzen, bildet teils als zarte Membran Zemplin, ungar. Komitat, xvon der Theiß, 62630 qkun,
die jüngsten Zellen, teils mit sog. inkrustierenden Stoffen 1900) 827 903 E, berühmter Weinbau (Tokajer) im Ge⸗
gemischt das Holz, wird am reinsten aus baumwollener dirge Hegyalja; Hauptstadt Ujhely.
Watte oder Futrierpapier durch Behandeln mit Kalilauge, ZFemzem (spr. semsem), eine zum Heiligtum in Mekka
Salzsäure, Wasser, Alkohol und Äther (der Reihe nach) zehoͤrende Zisterne.
ewonnen, ist eine amorphe, weiße Masse, in Wasser und Zenana EGenana, pers.), die von Frauen bewohnte
nz unlöslich, in Kupferorydammoniak löslich, wird Ubkeilung eines ind. Hauses; dann auch s. v. w. Ftau.
durch Salpetersäure in Schießbaümwolle verwandelt; kon- Zend Koder Altbaktrisch, die Sprache des Zendavesta
zentrierte Schwefelsäure löst 8. in der Kälte farblos, sie s. d.), eigentlich s. v. w. Pehlevi-Auslegung des Avesia,
in einen stärkeähnlichen Körper (Amyloid) umwandelnd, aher besser Avestasprache, die altertümlichsie der Jrani—
aus dem allmählich Dertrin und Traubenzucker entstehen. hen Sprachen (s. d.), zerfällt in den Gäthädialekt und
Die Holz-83., aus zerkleinertem Holz durch Erhitzen en Dialekt des jüngern Avesta. Grammatik von Justi
mit Atnatronlauge (Natronverfahren) bis zu einer Dampf- 1864) und Jackson (engl. 189).
spannung von 16 Atmosphären öder durch Kochen in einer Zendavesta, d. h. Urkunde (Avesta) mit den zugehörigen
dösung von saurem schwefligsaurem Kalk hei z Almosphären dommentaren (Zend), die dem Zoroaster zugeschriebenen
Druck Sulfitverfahren) dargestellt, ist wichtiges Rohmate- eil. Schriften der altpers., jetzt parsischen Religion, zer—
rial für die Papierfabrikation. Sehr reine 3. ist die Ver- allen in Jasnua (Yasna; Gebete und Hymnen),Vispered
handwatte. — Bgl. Schubert (2. Aufl. 189733. Anrufungen und Litaneien), Veundidad (Gesetz) und
Zellulpbsedynamit, zu den Nobeliten gehöriger daschts (Haschts; Hymnen). Ausg. und Übersetzungen
Sprengstoff aus 75 Teilen Nitroglyzerin und 25 Teisen on Spiegel (18862—63), Geldner (1895), Darmesieter
Holzmehl; auch Bezeichnung für Lignose (s. d). Zendel (Zindel), s. Eendal. IUfranz., 18902 -93).
Zeldten (grch., „Eiferer“), extreme Rationalpartei dar Zenger, Mar, Komponist, geb. 2. Febr. 1837 in
Zuden unter röm. Herrschaft, veranlaßten den Aufstand HNuͤnchen, seit 1878 Lehrer am Konservatorium das., 1878
pon 66—70n. Chr.; jetzt Bezeichnung derer, welche gegen —ss auch Leiter des Oratorienvereins, schrieb das Ora—
Andersdenkende, bes. in Religionssachen, eifern; zelatifch, oxrium „Kain“, Opern („Wieland der Schmied“, 1882;
zlind eifernd; Zelotismus, blinder Eifer. „Eros und Psyche“, 1896), Balletts, Lieder ec.
Zelt, aus Leinwand, Matten, Fellen c. mit Zuhilfe⸗ Zengg (Senij), Hafenfladt in Kroatien-Slawonien,
aahine von Stangen in meist kegel- oder dachförmiger domtitakt Vika-grbava, am, Morlaccakanal (Adriat. Meer),
Vestalt zu vorühergehender Benntzung aufgeführter Unter- 1900) 3182 E., Bischofssit.
unftsraum. Die Z. der Truppen im Felde und in Ubungs⸗ ZSenit (arab.), Scheitelpunkt, im Gegensatz von Nadir
lagern bestehen aus Gerüst, Mantel und Befestigungs s. d.) der höchste Punkt des Himmels, fentrecht über dem
mitteln Eeinen und Pflöcke, Heringe genannt). Es gibt it des Beobachters.
runde 83. und viereckige (Marquisen⸗8.). Die deutschen enitdistanz oder Scheitelabstand eines Gestirns, der
Fußtruppen führen Zeitbahnen mit sich, die sich zu Z. ver⸗ Bogen eines groͤßten Kreises zwischen dem 3. und dem
zinden lassen. IS. duch Tafel: Ethnographie I. 10, 14.) Bestirn, senkrecht zum Horizon
Zelter, Paradepferd, das einen ruhigen Schritt geht, Zenker, Friedrich Aldert von, Mediziner, geb. 13. März
zequemes Damenreitpferd. 825 zu Dresden, 1862 Prof. in Erlangen, gest. 13. Juni
Zelter, Harl Friedr., Vokalkomponist, geb. 11. Dez. 888 in Reppentin (Mecklenburg); Entdecket der Trichinen
1758 zu Berlin, gest. das. 15. Mai 1832 als Prof, an rantheit durch seine Abhandlung in Virchows „Archiv“
der Atademie, Freund Goethes („Briefwechsel“, 6 Bde,, 1860); schrieb ferner: „Fur Anakomie der Lunge“ (1862),
183334). — Bgl. Rintel (1861). „Krankheiten des Osophagus“ (2. Aufl. 1877) u. a.
Zeltingen⸗Rachtig, Dorf im preuß. Reg.⸗-Bez. Trier, Zeno (Zenon), ostrom. Kaiser (471 -491), geb. 426
in der Mosel, (1900) 2616 E.; Weinbau. n Isaurien, hatte seit 478 mit den damals in Mösien
Zeltweg, Dorf in Steiermarl, an der Mur, (1900) vohnenden Ostgoten zu kämpfen, bis er 487 ihren König
2673, als Gemeinde 8756 E.; Eisenhütten. Theodorich zum Einmaͤrsch in Italien veranlaßke, versuchte
Zement, pulperförmige, geglühte Silikate, die unter inen kirchlichen Einigungsversuch durch das sog. Henotikon
dem Einfluß des Wassers zu einer steinharten Masse er- s. d.), gest. 491.
e und daher zu Waffermörtel oder auch zu ganzen Zeud (Zenon), griech. Philosophen. 1) Schüler des
aukörpern dienen. Man unterscheidet: 1) Natuürliche Z. barmenides, aus Elea, etwa 4900—430 v. Chr., Erfinder
Bozzuviane, welche wenig oder keinen Kalk enthalten und der Dialektikt. — 3) Stifter des Stoizismus (s. d.), aus
erst beim Vermischen mit Kalkhrei einen unker Wasser er⸗ Fitium auf Cypern, etwa 880—264 v. Chr.
härtenden Mörtel geben (daher auch hydrautische Zu- Zenobla, Königin von Palmyra (s. d.), seit 267
schlüge genannt); zu ihnen gehören die eigentlichen Poz- 1. Thr., Gemahlin des Odenathus II., exoberte Syrien
zuslane (s. Pofilipotuff), der Traß (s. d.) und der Sau- ind Raypten, 271 vom röm. Kaiser Antelianus gefangen.
orin (s. d.); 2) Künstliche Z., wie Roman-Z., Portland— Zenoͤdotus, alexandrin. Grammatiker des 3. Jahrh.
3., Albolith (s. diese Artikel), —. In der Petrographie 5. Chr,, aus Ephesus; besorgte zuerst eine neue Rezenfion
das die Gemingteile klastischer Gesteine verlittende Binde- der Homerischen Gedichte.
mittel. Uber den K. der Zähne s. d. Zenon, Zeno.
Artikel. die man unter Z vermißt, sind unter C und Kaufzusuchen.