Zentralprovinzen, Proviuz (Hauptkommissariat)
des Indobrit. Reichs, fast in der Mitte Vorderindiens, mit
den (16) Vasallenstaaten 8300 1539 4km, (1901) 11873 029 E.,
gebildei 1861, zerfallend in die Div. Ragpur, Dschabalpur,
Rarbada, Tschatißgarh; Hauptstadt Nagpur.
Zentralverband deutscher Industrieller, 1876
gegründeter Verband, dem sich nach und nach alle die—
senigen Industriezweige anschlossen, die für ihre Erzeug—
uisse den staatlichen Schuß in Form der Eingangszölle
anstrebten. Sitz in Berlin. — Vgl. Bucck (1806).
Zentralzündung, zentrale Stiftzündung, Entzün—
ungsweise einer Patrone, bei welcher der Feuerstrahl in
der Richtung der Seelenachse (daher auch axiale Entzün⸗
dung) in die Ladung eintritt (z. B. beim Lancasterge—
vehr); Gegensatz Randzündung (seitliche Stiftzündung,
. B. beim Lefaucheurgewehr)⸗
Zentrieren (lat. den Mittelpunkt eines Kreises,
zie Mittellinie eines Rotationskörpers bestimmen.,
Zentrifugal (lat.), vom Mittelpunkt abstrebend.
Zentrifugaltraft, s. Zentralbewegung.
Zentrifugalmaschine, Schwungmaschine, Apparat
zur Demonstration der Zentrifugalkraft, eine in rasche
Rotation zu versetzende vertikale Achse, auf welche ver—
schiedene Vorrichtungen aufgesteckt werden, an denen die
Zentrifugalkraft sichtbar wird. (S. auch Zentrifuge.)
Zentrifugalpendel, konisches Pendel, ein Pendel,
dessen Aufhängefaden in jedem Vunkte einen KHreis be—
ichreibt.
Zentrifuge, Maschine, bei welcher durch Zentrifugal—
traft Flüssigkeiten von festen Körpern oder Flüssigkeiten von
oerschie denem spezifischen Gewicht voneinander gekrennt wer⸗
den; Hauptteil ein rasch rotierendes zylindrisches Gefäß
nit durchlöcherten Wandungen; angewendet in der Färberei,
eiereh Wäscherei zum Abschleudern der Flüssigkeit von
den Stoffen; in der Zuckerfabrikation zum Treünen des
Sirups vom Zucker, in der Molkerei zum Entrahmen der
Milch ꝛc.; zentrifugieren, mit der 8. behandeln.
Zentripetal (lat.), zum Mittelpunkt hinstrebend;
zentripetalkraft, s. Zentralbewegung.
Zentrisch, s. v. w. zentral.
Zentrobarisch (lat.grch.), s. v. w. baryzentrisch.
Zentrospermen, Pflanzenordnung der Dikotyledonen,
Abteilung der Choripetalen, umfaßt die Familien der
Aizoazeen, Amarantazeen, Karyophyllazeen, Chenopodia⸗
een, Nyktaginazeen, Phytolakkazeen und Portulakazeen,
Zentrum (lat.), Mittelpunkt, in einer geometr.
Figur oder Körper (Kreis, Ellipse, Kugel ꝛc.) der Punkt,
velcher alle durch ihn gezogenen, zwei Punkte des Umfangs
oder der Oberfläche verbindenden Linien halbiert; der
nittlere Hauptteil der Schlachtordnung im Gegensatz zu
den Flügeln; die Gesamtheit der Mitglieder einer parla—
nentarischen Versammlung, welche zwischen den ertremen
Parteien eine mittlere Stellung einnehmen, je nach der
Reigung nach rechts oder links Rechtes und Linkes Z.; im
Deutschen Reichstage und preuß. Abgeordnetenhause die
iltramontane kath. Partei, im österr Abgeordnetenhaus
eit 1901 die kath. Volkspartei (Zentrumsklub).
Zenturie, Abteilung von 100 Dingen oder Personen
m alten Rom; Truppenaͤbteilung (s. Kohorte) unter einem
Zenturio (Hauptmann); dann die von Servius Tullius
iach Vermögensabstufungen eingeführten 193 83. der fünf
lassen des gesamten röm. Volks; jede hatte in den Volls—
nersammlungen (Zenturiäãtkomitien) eine Stimme.
Zenturlken, Magdeburger, die erste große prot. Kirchen⸗
zeschichte, jeder Band ein Jahrhundert umfassend,, in
Magdeburg durch Matthias Flacius begründet und seit
1553 begonnen, erschienen zu Basel in 13 Bänden (1539
—74); die vier ersten 83. deutsch (2 Bde., 166065).
Zeolithe, Brausesteine, Gruppe wasserhaltiger Sili—
ate von Aluminium und einem leichten Metall, meist
farblos, bes. aufgewachsen in Blasenräumen der Basalte,
Melaphyre, Phonolithe, wo sie als Regenerationsprodukte
ersetzter feldspatartiger Gesteinsgemengteile entstanden,
chmelzen vor dem Lötrohr unter Aufschäüumen und Blasen—
verfen: Analzim, Desmin, Harmotom, Natrolith, Stilbit
Zephanija (hebr., „Jahwe birgt“; grch. Sophonias),
der 9. der sog. Kleinen 8— iesecle unter Josia
639 — 608) zur Zeit des Einbruchs der Skythen den
Unterganag Ninives

Artikel. die man unter Wvermißt

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Zer
Zephyr, s. Zephyros; auch Name der feinsten Sorte
Musselin.
Zephyrgarne, Zephyrwolle, vielfädige, locker ge⸗
wirnte weiche Kammgarne, dienen zur Stickerei.
Zephyrinus, Papst 180 217.
Zephyros (grch., Zephyr), der Westwind, bei den
ilten Griechen Sohn des Astraios und der Eos; als
öm. Gott entspricht ihm der Favonius.
Zephyrs (spr. sefihr), in Frankreich Bezeichnung für
»Bataillone leichter afrik. Infauterie.
Zephyrwolle, s. Zephyrgarne.
Zepter (lat. sceptrum; grih. Skeptron, Stab), Herr⸗
erstab, das Zeichen der höchsten Wuͤrde und Gewalt.
Zepterlehne, die frühern geistl. Fürstentümer.
Zer (Ser), Göß, pers. Ellenmaß: 8.-Schahi (königl.
3. Leea m;, in Täbris —Z L,um, in Jezo Sprs n.
derbi, Insel, s. v. w. Dschebado.
Herbst, Kreisstadt im Hzut. Auhalt, an der Nuthe,
4800) 17095 (1905; 18 128) E., Amtsgericht, herzogl.
Schloß (17. bis 18. Jahrh.), Rathaus (12. Jahrh.) mit
Museum, Gymnasium mit Realprogymnasium, höhere
Nädchen-, Fortbildungs-, Bau-, Ländwirtschaftsfchule,
Taubstummenanstalt, Waisenhans; Gold-, Silberwarene,
Naschinen-, Stärke-, Wagen-, Chemikalienfabrikation,
Zrauereien (Zerbster Bitterbier) 1603 — 1793 Hauptstadt
es Fürstent. Anhalt-8.
Zerda, s. Fennet JAbb. 5607)].
derduscht, s. Zoroaster.
zerealien, Gaben der Cexes, Feldfrüchte.
zerebral (lat.), auf das Gehirn (cersbrum) bezüg—
ich; Zerebralaffektion, Gehirnleiden; Zerebralirritation,
eizbare Schwäche der Gehirnnerven; Zerebralsystem, Teil
es Nervensystems, der das Gehirn und die von ihm
utspringenden NRerven begreift, mit dem Spinglsystein,
pelches das Rückenmark und die Rückenmarksnerven be—
reift, als Zerobrospinalsystem zusammengefaßt. Ferebralumor,
 krankhafte Geschwulst des Gehirns.
Zerebrallaute, s. Laut.
zerebrospinalmeningitis, s. Genickstarre.
Zeremonial (at.), feierlich, förmlich; substantivisch
vW. w. Zeremonsell. Zeremonialgesetz, die rituellen
Zorschriften des A. T. und des Talmud, betreffend reli—
iöse Zeremonien, Opfer, Gebete, Fasten 2c.; Zeremonie,
gmbolische äußere Förmlichkeit beim Gottesdienst, bei
Staatshandlungen ꝛc. Zeremoniell, Inbegriff der bei feier
ichen Gelegenheiten zu beobachtenden Gebräuche, mit deren
berwachung der Zeremonieumeifter beauftragt ist. Fere—
noniös, förmlich, steif im Umgaug.
Zerkarien, s. Saugwürmer [Abb. 1604)].
erow. Stadt im preuß. Req.-Bez. Posen, (19085)
631 E.
Zermatt, frz. Praborgne, Dorf im schweiz. Kanton
Wallis, 1620 m ůü. d. M., im obern Nicolai- oder Matler—
al (1800) 768 E. — Vgl. Yung (1801).
Zernieren (frz.), einschließen (eine Festung), s.Blockade.
zero Erz. zero, spr. seroh), Rull.
zerstäuber, Staubspritze, s. Drosophor.
Zerstäubung (flüssiger Brennstoffe), .Tafel: Dampfefsel,
 5 u. 534.
Zerstreutes Licht, das durch Zerstrenung (Disperion,
 s. d.) aufgelöste Licht; auch s v. w. diffufes Licht
s. Diffundieren).
Zerteilende Mittel (Dissolventia), Heilmittel *
Beseitigung widernatürlicher Anhäufungen von Blut oder
drankheitsprodukten: örtliche Blutentziehung, Umschläge,
Druckverbände, Einreibungen, Massage.
Zertieren (lat.), wetteifern, wettstreiten.
Zertifikat at.), Schein, jede als Ausweis dienende
chriftliche Versicherung; bei Ausgabe von Wertpapieren
die ausgegebenen —— in Staaten, die das
Rentensystem haben, die als Ersatz von Obligationen aus—
gestellten Bescheinigungen über Einzahlungen; in Osterreich
v. w. Zivilpersorgungsschein, daher Zertifilatisten s. v. w
Militärauwärter. Ursprungs-g. im Zollwesen Scheine
um Nachweis, daß vom Ausland kommende Waren aus
inem Staate stammen, mit dem Verkehrberleichterungen
der, Zollbefreiungen vereinbart sind. Ausgangs-8.
Scheine über zollpflichtige Waren, die auf laufendes Konto
»der auf Meßkonto abgelassen und wieder ins Ausland
ind unter Geund SWaufzusuchen