Dresden, trat 1897 in den Ruhestand; schrieb: „Die
Schiebersteuerungen“ (5. Aufl. 1888), „Die Grundzüge
der mechan. Wärmetheorie“ (1860; 4. Aufl. als „Tech—
uische Thermodynamik“, 1901 -2), „Abhandlungen aus
der mathem. Statistik“ (1886).
Zeus, der griech. Name (bei den Römern Jupiter,
. d.) des von allen Völkern indogerman. Stamms ver—
ehrten Gottes des Himmels, des himmlischen Feuers
Blitzes) und Lichts, ursprünglich in heiligen Hainen (in
Dodona) oder auf Bergesgipfeln esatiser Olymp,
iroischer JIva) wohnend gedacht und verehrt. Der Mythus
machte ihn spüker zum Sohne des Kronos (daher
Kronide). In Kreta sollte er in einer Grotte des Ida
Jeboren und aufgezogen sein. Kaum erwachsen, stürzte er
den Vater vom Throne, schleuderte ihn mit den Titanen
in den Tartaros und begruͤndete damit die Herrschaft der
olympischen Götter. Seine Gattin ist Hera (s. d.)) Andere
Frauen gebaren ihm Heroen, wie Herakles und Perseus;
3. galt schließlich als Ahnherr fast aller griech. Königs—
geschlechter. Den Versuch der Giganten (sJ. d.), die neue
Weltordnung der olympischen Götter zu beseitigen, wies
3. siegreich zurück. Allmählich entwickelt sich seine Gestalt
zu dem ernsten, allmächtigen und allsehenden Weltherrscher,
dem Urquell alles Rechts und aller Ordnung. Zahlteich sind
die Beinamen, die die verschiedenen Anwendungen dieser
Vorstellung bekunden; als Z. Herkeios schützt er das Haus,
als Poliens die Stadt, als Horkios den Eid, als Xenivs
and Hikesios Gäste und Schutzflehende; als Soter und
Eleutherios ist er der Erretter und Befreiet von allem
übel. Berühmt war im Altertum der sitzende 8. des
Phidias im Tempel zu Olympia [Tafel: Religionen J,
181, der in dex Rechten die Siegesgöttin trug; auf ihn
führte man früher fälschlich den bekannten Marmor—
dopf, des 3. den sog. Z. von Otricoli im vatikanischen
Museum zu Rom zuruͤck, sein Vorbild gehört aber frühestens
dem Ende des 4. Jahrh. v. Chr. an.
Zeuß, Joh. Kaspar, Geschichts- und deren
zeb. 22. Juli 1806 zu Vogtendorf (Oberfranken), seit
1847 Prof. am Lyzeum zu Bamberg, gest. 10. Nov. 1856
zu Vogtendorf; Hauptwerke: „Grammatica celtioa“
2. Aufl. 1868— 71), „Die Deutschen und die Nachbar—
tämme“ (1837; Neudruck 1904).
Zeuxis, griech. Maler aus Heraklea, blühte 420—
78380 v. Chr.; mit Parrhasius Vertreter der kleinasiat.
Malerschule.
Zeven, Flecken und Kreisort im preuß. Reg.-Bez.
Stade, (1805) 1848 E., Amtsgericht, ehemal. Kloster;
hier 8. Sept. 1757 Kapitulation der hannov. Armee vor
den Franzosen (Konvention von Klosier⸗8.).
Zevenaar sspr. se,), Dorf in der niederländ. Prov.
Beldern, (1899) 4361 E., Grenzstation.
Zeyst, niederländ. Dorf, s. Zeist.
Zeze, s. v. w. Tsetse.
Zezidien (bot.), s. Gallen.
Zezschwitz, Gerhard von, prot. Theolog streng luth.
igtung geb. 2. Juli 1825 in Bautzen, seit 1866 Prof.
in Erlangen, gest. das. 20. Juli 1886; Hauptwerke: „System
der christl. kirchlichen Katechetik“ (2. Aufl. 2 Bde. 1872-4),
 „System der praktischen Theologie“ (3 Tle. 1876 -78).
Zgierz (pr. sgiersch), russ-poln. Stadt, s. Sgersh.
ibanbeule, s. v. w. Aleppobeule.
Fibarien (lat.), Eßwaren.
Zibeben, s. Rosinen.
Zibet, moschusähnlich riechende, gelbbräunliche, salben—
förmige Absonderung aus den Rieqchdrüsen der Zibetkatze,
gelangt in Büffelhörnern (afrik. Z.) oder Zinns und Blech⸗
ugch (asiat. 83.) in den Handel.
ibetbaum (Durto zibethinus T.), Baum der Mal⸗
bazeen, auf Malakka und den ind. Inseln, liefert menschen—
opfgroße, melonenähnliche Früchte von rahmartigem Ge—
chmack, aber ekelhaftem Geruch,
Zibetbeutler, s. Beutelmarder und Tafel: Austra—
sche Tierwelt, 20.
2Aibetbiber, s. Bisamratte.
ibete, die echte Zibetkatze (s. Schleichkatzen).
bethyäne, s. Erdwolf [abb. 117)].
ibetkatzen, s. Schleichkatzen.
betratte, s. Bisamratte.
ibettiere, s. v. w. Zibetkatzen (s. Schleichkatzen).
Artikel, die man unter Z vermißt,

1023

Zie

Ziborium (lat.), antikes Trinkgefäß; in der kath.
dirche der Kelch zur Aufbewahrung der geweihten Hostie,
nuch der Altarbaldachin, von dem er herabhungt FAbb. 1984
uch Abb. 98 0, bei Apsis].
Aichvriazeen, Unterfaͤmilie der Kom⸗
ↄositen (s. d.).
Zichorie, s. Cichorium.
Zichy (spr. ienchi, Michael, ungar.
zistorienmaler, geb. 15. Oktt. 1827 in
Zzala, 1859 russ. Hofmaler, gest. in der
dacht vom 28. Febr. Zzum 1. Raͤrz 1806
dauptbild: Kaiserin Elisabeth am Sarge
— — ep res (pr. sit
y von Vasonyteö (pr. sitschi, a
vahschonjkö), alte uugar., seit 1679 grafl. stnngum
Familie. Graf Karl von 8, geb. 4. März uh.
753 zu Preßburg, 1809 Kriegsminister,
81314 Minister des Innern, gest. 18. Sept. 1826 zu
Wien. — Graf Franz von 3.. geb. 24. Jan. 1811,
874-80 Botschafter zu Konstantinopel, gest. 17. Juli
900. — Sein, Sohn Graf Theodor von 8., geb.
5. Juni 1847, Gesandter in Stuttgart, Karlsruͤhe und
darmstadt, 1886— 1805 in München — Graf Geza von
3., geb. 23. Juli 1848, Präsident des ungar. Nationalonservatoriums,
 bedanut als einarmiger Klaviervirtuos,
5 Komponist von Liedern, Chorwerken, Opern („Meistet
stoland“, 1897) 2c. — Graf Eugen von Z3. geb. 85. Juli
—A
zentralasien, 188798 Nordasien; schrieb: „Voyages au
laucgase et en Asie centralo“ (2 Bde., 1887). — Bgl.
Dritte asiat. Forschungsreise des Grafen 8.“ (ungar u.
eutsch 1800 fg.). — Graf Johann von 8. geb. 80. Mai
868 in Nagylang, seit 18806 Mitglied des Abgeordnetenzauses,
 bis 1904 Vorsitzender des Verbandes aller kath.
Bexeine Ungarns.
Zicken, das Sauerwerden des Weins infolge Bildung
von Milchsäure durch die Milchsäurebakterien (einzellige
Ztäbchenpilze).
Zickzackegge, eine engl. eiserne Egge, deren Zinken
ickzadfoͤrmig angeordnet sind s[Abb. 478, bei Egges.
Zider, Dostwein, durch Gärung von Obsimost dar—
estelltes weinartiges Getrünk (Apfelwein, Birnmoft).
uͤber Obstwein aus Beerenobst s. Obstwein.
Ziebland, Georg Friedr. Baumeister, geb. 7. Febr.
800 in Regensburg, gest. 24. Juli 1873 Iin München,
erbaute unter anderm die dortige Basilika (1850).
Ziege (Capra), zur Familie der Hohlhörner gehörige
Biederkäuergattg. mit seitlich zusammengedrücktem sichel⸗
örmig nach hinden gebogenen Hörnern mit Querhöckern,
m, männlichen Geschlecht meist mit Bart am Kinn. Be—
vohnen in Familien uͤnd Rudeln die Hochgebirge von
Nittel- und Südasien bis nach China, die Pyrenäen,
Alpen, den Kaukasus und das Hochland von Abessinien.
2 Untergattungen: Steinbock (s. d. Ipex) und 8. (r.
zus), erstere mit vorn breiten, nicht gekielkten Hörnern mit
tarken Querwülsten, letztere mit vorn gekielten Hörnern.
zu letzterer gehören: Schraubenhorn-Z. (Marthor, Capra
balconeri AViq. sTafel: Asiatische Tierwelt, 1),
nit schraubenförmig gewundenen, fast Tm langen Hornern,
angem, dunkelm Bart und Mähne, hellgraubraun,
Zimalaja, Afghauistan, Kaschmir; der Thar (0 bubalina
Lodqs.Tafel: Afiatische Tierwelt, 3), mit struppiger
Mähne, kurzen Hörnern, in den Gebirgen Repals; he·
var⸗8. (Paseng, wilde Z., O. segägrus Em. ), die
auptsüchlichste wilde Stammform der Hause 8., rötlichgrau
nit schwarzem Rückenstreifen, Hörner stark gekielt, stark
pulstig, denen des Steinbocks ähnlich, Persien, Kaubkasus,
Tleinasien, Kreta. Haus⸗8. (0. hireus L), seit den
iltesten Zeiten als Haustier bekannt, mit sehr abweichenden
Spielarten (mit Hornern und ohne solche, langs und kurz
zaarig ꝛc.), Männchen Bock, Weibchen Geiß genannt;
Tragzeit 2122 Wochen, wirft im Frühjahr 14 Junge
Hicklein, Kitzlein). Nützt durch Milch, Fleisch, Haut (sf.
Ziegenfelle), Haare (zu Geweben) und Hörner (zu Drechf⸗
lerarbeiten). Wichtigste Rassen: Angoraziege (s. d.); Kafch⸗
mir⸗Z., mit langen, straffen, feinen Stichelhaaren und
kurzer, sehr weicher, flaumartiger Wolle, weiß, gelblich,
braun, in Tibet und der Buchatei heimisch, in Frankreich
ezüchtet, liefert das Rohmaterial zu den Fafchmirgeweben?
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