Zigarren (vom span. cigarro, Tabaksröllchen), aus
Tabaksblättern gewickelte Rollen zum Rauchen, bestehen
aus der Einlage, dem Umblatt und dem üußern Deck—
»latt, werden mit der Hand, auch mit Maschineu herge⸗
stellt. Sorten: Regalia (große Z.), Londres (die klein—
sten), Trabucos (kurz und dick), Manilla (mit Deckblatt
der Länge nach gewickelt), Virginia (mit Strohhalm durch—
zogen) u. a.; der Farbe und Stärke nach: maduro (dunkel,
tart), colorado (mittel), claro (hell, mild). Zigarren⸗
kisten werden angefertigt aus weichen, farbigen oder ge—
zeizten Hölzern, namentlich span. Zedernholz (Cedréla
dorata L.). — Bgl. von — (6. Aufl. 1888).
Zigarrillos (spr. riljos), leine Zigarren oder Ziga—
retten, die statt des Papiers ein feines Tabakblatt als
decke haben.
Zigeuner, eigenartiges Wandervolk, das in fast ganz
Furopa und in einzelnen Teilen von Asien, Afrika und
Amerika angetroffen wird. Ihre Heimat ist das nord—
westl. Indien, die Länder des Hindukusch, von wo sie
durch Persien, Kurdistan, Armenien, Kleinasien nach den
zriech. Inseln und dem Peloponnes zogen. In Eüropa
——
ie zuerst in Deutschland. Ihre Sprache ist der Grundlage
nach eine indische, aber stark mit Elementen der Sprachen
der Länder durchsetzt, in denen sie gelebt haben und noch
eben, namentlich mit griechischen. — Vgl. Pott (2 Bde.,
— ——
30), Leland (engl, 1882), Pischel (1804), Cora (1897).
Zihl (frz. Thiete), l. Nebenfluß der Aare, entspringt als
Orbe im Lac des Rousses (franz. Dep. Jura), durchfließt
den Lac de Jour, fließt 4 kBa unterirdisch, durchfließt den
steuenburger See und mündet in den Bieler See: 107 üm Iq.
Zijl (holländ., spr. seil), s. Siel.
Zikade, s. Singzirpen.
Zilah, Zillenmarkt, Hauptstadt des ungar. Komitats
Szilägy, am Flusse 8. (zur Kraszna), (1900) 7639 E.
Ziliar (lat.), die Augenwimpern (eilia) betreffend.
Ziliarring, Ziliarkörper, vorderer Teil der Aderhaut des
Auges, umschließt die Linse und erhält sie an ihrer Stelle;
Ziliarmuskel, der Spannmuskel der Aderhaut, dessen Zu—
jammenziehung die stärkere Wölbung der Linse beim
Nahesehen bewirkt; Ziliarnerven, 16—20 feine, aus dem
ersten Aste des Nervus trigeminus sowie aus dem Zi—
liarganglion oder Ziliarknoten entspringende Nervenästchen,
die zur Iris gehen.
Zilien (lat), Wimpern (s. d.); die als Bewegungs—
organe dienenden Haare der Protozoen und Algen, sowie
der beweglichen pflanzlichen Geschlechtszellen.
Ziller, Tuiskon, Pädagog, geb. 22. Dez. 1817 zu
Wasungen, gest. 20. April 1882 ls Prof. zu Veipzig,
schloß sich an die Herbartsche Philosophie an; Hauptwerk:
„Grundlegung zur Lehre vom erziehenden Unterricht“
2. Aufl. 1883). — Val. Lange (1884).
Killertal, rechtes, vom Zillerbach durchströmtes Seiten⸗
tal des Inntals in Tirol, 28 Kmelg., Hauptort Zell am
Zziller, andere Orte Fügen, Mairhosen. Viele Bewohner
gehen als Hausierer, Saänger und Zitherspieler ins Aus—
land. 1837 wanderten 400 prot. Zillertaler ihres Glaubens
vegen nach Schlesien aus (Kolonie 8. bei Erdmannsdorf).
Zillertaler Alpen, Gruppe der Hohen Tauern (Osi—
alpen), vom Brenner bis zur Venedigergruppe, mit sechs
Spitzen über 3400 m, im Hochfeiler 43623 m hoch: stark
oergletschert.
Zill mern (Zillmerei), besondere, von Aug. Zillmer (geb.
23. Jan. 1831 zu Treptow a. R., gest. 22. Febr. 1902 zu
Berlin) erfundene Methode der Berechnung der Prämien—
ceserve bei Lebensversicherungsanstalten. — Vgl. Zillmer
1863), Liebetanz (1902), Logophilus (1902), Loewy (1903).
Zim babye, Ruinenstätte, f. v. w. Symbabje.
nbd Eymbal), kleine Orgelpfeife. (S. auch Cym.
imbeltraut, s. Linaria. [vbalum.)
Zimbelstern (Zymbelstern), an der Orgel ein von
zußen sichtbarer Stern mit kleinen Glocken, der durch be—
ondern Registerzug in Bewegung gesetzt wurde.
Zimellen (grch keimslia), Kleinodien, bes. der Kirchen—
chatz; Zimeliärch, Schatzmeister.
Zimentieren (vom ital. cimento, Probe), in Oster⸗
eich s. v. w. eichen; Zimentamt, Eichamt.
Zimier (ftz. cimier, spr. ßimieh), s. v. w. Helmkleinod.
Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. JII.

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Zim
Zimiskes (Tzimiskes). s. Johannes J. byzant. Kaiser.
Zimmer, Stückmaß für Felle — 40 Stück.
Zim mer, Heinrich, Sprachforscher, geb. 14. Dez. 1861
n Castellaun, 1881 Prof. in Greifswald, feit 1001 in
Zerlin; bes. verdient aufi dem Gebiete der altind. und
elt. Sprachen.
Zimmerische Chronik, deutsch geschriebenes Ge—
Der des 16. Jahrh., Fundgrube für die Erfor—
ung des Volkslebens, hg. von Barack (2. Aufl., 4 Bde.,
881). — Bgl. Franklin 1884).
immerlinde (Sparmannisa africana L.), zu den Ti⸗
iazeen gehöriger südafrik, baumartiger Strauch mit großen,
jerzförmigen, behaarten Blättern ünd weißen Blüdendol—
den, beliebte Zimmerpflanze.
Zimmerling, Zimmerhäuer, Bergmann, der die Zim—
nerung der Grubenräume hexrstellt und instand hält.
Zimmermann, zu den Baugewerken gestria Hand⸗
verker, dem Herstelluug, Zusammenfügung, Einpassung zc.
der Holzteile von Gebaͤuden obliegt. Im Deutschen Reich
varen (1895) 47 079 Zimmermannsbetriebe (daruntet
37787 Hauptbetriebe) mit 133 292 beschäftigten Personen.
— Bgl. Behse (10. Aufl. 1889), Henningss (1904 f9.).
Zimmermann, Albert, Landschaftsmaler, geb.20. Sept.
809 zu Zittau, 1830 — 72 an der Akademie zu Wien,
gest. 18. Nov. 1888 in Denen histor. Landschaften und
Rotive aus dem bayr. Voralpengebiet. — Seine Brüder:
Max 83., geb. 1811, gest, 1878, malte bes. Eichenwald—
andschaften; Aug. Kob. 3., geb. 1818, gest. 1864, malte
randschaften, Architekturen, Tiere; Rich. 3., geb. 1820,
Jest. 5. Febr. 1875 in München, malte Marine- Strandind
 Feldansichten mit Staffage.
Zimmermiann, Alfred, Kolonialpolitiker, geb.8. Mai
858 in Frankenstein (Schlesien); schrieb u. a.; ., Geschichte
ex preuß.sdeutschen Handelspolitik“ (1802; 3. Aufl. 1801),
Kolonialgeschichtliche Studien“ (1805), „Geschichte der
urop. Kolonien“ (s Bde. 1886- 1903),Weltpolitisches“
1.u. 2. Aufl. 1901), „Kolonialpolitik“ (1905).
Zimmermanti, Ernst, Maler, Sohn von Reinh.
S*eb. Z., geb. 24. April 1882 in München, gest. 15. Nov,
901 als Prof. an der Akademie das.; Szenen aus Christi
Virken, auch Fischstilleben.
Fimmermann, Joh. Georg, Ritter von, philos.
Schriftsteller, geb. 8. Dez. 1728 zu Brugg (Bern), gest.
. Okt. 1798 als Leibarzt zu Hannover; schrieb: „uber
die Einsamkeit“ (1755; a Aufl., 4 Bde. 178485),
„Vom Nationalstolz“ (1788) u. a. Sein Briefwechsel
mit Kaiserin Katharina II. von Rußkland ha. 19060
381. Ischer (1893).
gZimmermann, Klemens von, Historienmaler, geb.
z. Nop. 1788 zu Düsseldorf, Prof. und bis 1865 Direttor
»er Zentralgemäldegalerie in München, gest. das. 24. Jan.
869; Fresken in der Pinakothek, im Königsbau u, q.
Zimmermann, Reinhard Sebastian, Genremaler,
——
883; Hauptbilder: Schrannentag, Liebesbrief, Zweierlei
Reinungen, Besuch beim Herrn Pfarrer; er veröffentichte:
 „Erinnerungen“ (1889.
Zimmermanum, Robert von, Asthetiker und philos.
Schriftsteller, geb. 2. Nov. 1824 zu Prag, seit 186105
Lrof. zů Wien, gest. 31. Aug. 1898 in Prag; hervorragender
Zertreter der Herbartschen Vhilosophie; schrieb: „Asihetik“
2 Bde., 1888 65), Anthroposophie“ (1882) u. a.
Zimmern, Heiürich, Semitist, geb. 14. Juͤli 1862 in
Hraben bei Karlsruhe, 1900 Vrof. in Leipzia, bes. verdient
als Assyriolog.
Kimmern, Helen, engl. Schriftstellerin, 375 26. März
846 zu Hamburg, lebte 186087 in England, seitdem
n Italien,; schrieb: „Schopenhauer, his Ufe and philoophy“
 (1876), „Lessing“ (1878; deutsch 1879) u. a.
immertal, s. Cembratal.
immet, s. Zimt.
Zimnicea (Simnitza), Stadt im rumän. Kr. Teleor—
nan, an der Donau, (1899) 6060 E., Hafen.
Zimoccaschwamm, . Badeschwamm.
Jimong fpr. fimmonh), ungar Rame von Semlin.
Zimt Gimmt), feines Gewuͤrz, der Bast der Ziml—
üume (s. Cinnamomum); der feine 8. (Zimtkaneel,
daneel. Ceylon⸗Z.) stammt von Cinnamomum ceylansm
 Nees und wird in Ballen (Fardelen) versandt; die