zink, oft Schwefeleisen, Schwefelkadmium, Thallium, Gal—
lium enthaltend; auf Zink und Zinlvitriol verarbeitet.
Zinkblüte, Hydrozinkit, Mineral in nierenförmigen,
chaligen oder kreideähnlich dichten Massen, weiß, besteht
aus Zinkoxyd, Kohlensäure und Wasser.
Zintktdruck, Druckverfahren von Zinkplatten auf der
Steindruckpresse, im allgemeinen der Behandlung des
Steindrucks ee
Zinkeisen, Joh. Wilh., Geschichtschreiber, geb. 11. April
1803 zu Altenburg, 1840 —61 Redakteur der „Preuß.
Staatszeitung“, gest. 5. Jan. 1863 zu Berlin; Haupt—⸗
werk: „Geschichte des Osman. Reichs“ (7 Bde., 1840 -63).
Zinken (ital. cornetto), veraltetes trompetenartiges
Blasinstrument aus Horn oder lederüberzogenem Holz;
daher Zinkenisten, s. v. w. Stadtpfeifer. — 3., in der
Zaunersprache s. v. w. Zeichen, geheime Verständigung
Fintugt s. Fluate.
in kgießerei, Herstellung gegossener Gebrauchszegenstände
 aus Zink, meist in metallenen Formen; die
Zinkgußwaren werden oft mit einem galvanischen Über—
ug von andern Metallen versehen.
— Julius Wilh., s. Zincgref.
inkgrün, Kobaltzinkoryd (s. Kobalt).
Zinkit, Rotzinkerz, hexagonales, blutrotes, diamant⸗
zlanzendes Mineral, meist derb, Zinkoxyd.
Zinkmethyl und Zinkäthyl, Verbindungen des
Zinks mit Alkoholradikalen (Zinkaikyle), entstehen beim
Kochen von Zinkfeile mit Jodmethyl und Jodäthyl als
leichtsiedende Flüssigkeiten, die an der Luft verbrennen
and sich mit Wasser heftig zu Zinkhydroxyd und Kohlen⸗
wasserstoffen zersehßen, wegen ihrer großen Realtionsfähig⸗
teit in der e Chemie vielfach angewendet.
Zinkographte, die Anwendung des Zinks statt der
stupferz, Stahl- und Steinplatten in Tief- oder Hoch—
druck (s. Hochätzkunst).
Zinkpuder, Gemisch von Zinkoxyd mit Bärlappsamen
der Stärkemehl, gegen Wundsein der Haut angewendet.
Zinuksalbe, weiße Salbe aus rohem Zinkoryd und
Schweinefett, als Augensalbe (weiße Augensalbe), sowie
als kühlende und heilende Verbandsalbe verwendet.
Zinksilikat, Galmei(s. d.); auch ein Gemisch von ge—
ranntem Galmei mit Wasserglas, das als Anstrigsarbe
dintsper J. Galmei. sdient.
inkspinell, s. Gahnit.
Zinksulfat, s. Zinkd.
Zinkweiß;, Blanc de zinc, Blane de neige, weiße
Malerfarbe, Zinkoxyd (s. Zink), ungiftig, wird durch
Schwefelwasserstoff nicht verändert. deckt aber weniger aut
wie Bleiweiß.
Zinn (lat. Stannum, chem. Zeichen Snm), metallisches
Element, findet sich nicht gediegen, sondern meist an
Sauerstoff gebunden als Zinnerz (s. d.). Die Reduktion
des Zinnerzes erfolgt unter Zusatz schlackenbildender
Materialien in Schacht- oder Flammöfen; sie liefert
Erz⸗3. und eine mit fein verteiltem 83. (GKörner,
dörner, Seigerdörner, Zinnpausche) durchsetzte Schlacke,
die noch mehrfach durchgenommen wird und das Schlacken-⸗
Z. liefert. Das rohe Werk-8. wird gereinigt durch
Schmelzen und Polen; beigemengte Metalle oxydieren sich
und werden als Gekrätze abgeschöpft, das Metall wird
Aegecort und liefert in seinen obersten Schichten das
ceinste Korn⸗3.); in Deutschland reinigt man das 8. durch
Pauschen, d. h. dadurch, daß man das geschwoszene Roh⸗
3. in sog, Pauschherden über glühende Kohlen fließen
cäßt. Z. ist silberweiß, glänzend, sehr weich, dehnbar,
wenig fett, hat ein spez. Gewicht von 7,es, das Atom⸗
gewicht 119, wird bei 2000 spröde, schmilzt bei 2280,
destilliert bei Weißglut, verbrennt bei hoher Temperatur
mit weißem Licht zu Zinnoxyd; es hat ehrone
Befüge und knirscht beim Biegen (Sinngeschrei); die
ristallinische Struktur zeigt das 8. beim Anbeizen der
Oberfläche mit Säuren als eisblumenartige Zeichnung,
Metallmohr (Moirsé métallique); durch längere Einwir—
—J tiefer Temperatur zerfällt das 83. zu kleinen grauen
Zriställchen vom spez. Gewicht 5,8 (graues 3.), das beim
Erwärmen wieder in gewöhnliches übergeht. 8. wird
»on organischen Säuren nur wenig angegriffen, Salz—
äure löst es unter Wasserstoffentwicklung zu Stanno—
hlorid, konzentrierte Schwefelsäure zu Stannosulfat, ver—
Artikel, die man unter Z vermißt.

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Zin

ünnte Salpetersäure zu Stannonitrat; konzentrierte
Salpetersäure liefert unlösliche Metazinnsäure, Altali—
augen lösen es beim Sieden zu zinnfauren Salzen. 8.
ient zur Herstellung von Geräten Ginnguß), zum Ver—⸗
innen von Eisen Weißblech) und Kupfer, sehr duͤnn
iusgewalzt und gehämmert als Zinnfotle (Stanniol);
3. gibt mit Blei leicht schmelzende Legierungen, ver
vendet zu Haus⸗- und Küchengeräten (ein Gehalt von
iber 10 Proz. Blei ist in Deutschland verboten) und als
Schnellot; mit Kupfer Bronze, mit Antimon Britannia—
netall; mit Zink die weiße Bronze, die fehr fein ausge⸗
chlagen das Schlagsilber (unechte Blattsilber, Silber—
chaum) liefert; mit Quecksilber Zinnamalgam, früher
als Spiegelbelag, jetzt zur Zahnfüllung (Ginuplombier⸗
uetall) benutzt, da es nach einiger Zeit erhartet. 8. ist
weiwertig in den Stanno- doder Zinnorydulverbin⸗
»ungen und vierwertig in den Stannis oder Zinnoryd—
erbindungen. Die Stannoverbindungen nehmen leicht
Sauerstoff auf und gehen in die letztern über, sie wur—
en deshalb als Reduͤktionsmittel; Stannooxyd ist eine
tarke Base, Stannioxyd ist eine schwache Bafe und zu—
leich schwache Saäure. Stannooxyd (Zinnoxydul), schwarzes
Pulver, hinterbleibt beim Erhitzen seines Hydrats unter
zuftabschluß; wird in der Emaillefabrikation benutzt;
zinnoxydulhydrat (Stannohydrat), weißer Niederschlag
ius Stannosalzen durch Alkalikarbonate oder Alkalien,
õst sich im Überschuß der letztern zu einer stark reduzieren⸗
en Flüssigkeit, wird in der chem. Analyse verwendet;
ziunchlorür (Zinndichlorid, Stannochlorid) kristallifiert
zus der Lösung von 8. in Salzsäure in farblosen kri—
tallen als Zinnsalz; ist in wenig Wasser unverändert
öslich, scheidet mit viel Wasser Zinnoxychlorür ab, ist
ziftig, e sich sehr leicht, dient als Reduktions
nittel in der Fürberei, bes. zum Atzdruck, zur Herstellung
on Goldpurpur und Lackfarben; Zinnorydulsutfa
Stannosulfat) wird mit Zinnchlorür zusammen als
Zeize in der Zeugfärberei benutzt. Zinnsulfür (Stanno
ulfid), braunschwarzer Niederschlag, aus Stannosalz—
ösungen duxch Schwefelwasserstoff, wird von Alkalipoly⸗
ulfiden zu Sulfostannaten gelöst. Stanniverbindungen:
Zinnoxyd (Zinndioxyd, Zinnasche, Stannioxyd, Zinnsüäure⸗
inhydrid, Cineres Jovis) entsteht beim Gluͤhen der Zinn—
üuren und durch Verbreunen von 8.; findet sich in der
atur als Zinnstein, ist in reinem Zustand farblos,
vird als Schleif- und Poliermittel für Marmor und
Stahl, als Zusatz zu Glasflüssen und Emaillen verwendet;
iefert mehrere Hydrate (Zinnhydroxyde, voxydhydrate),
ie gewöhnliche gallertartige Zinnsäure und die in Su—
ren unlösliche Metazinnsäure, die aus 8. durch rau⸗
hende Salpetersäure entsteht. Salze der gewöhnlichen
Zzinnstüure (Stannate): zinnsaures Natrium (Průparier⸗
alz, Grundiersalz, Natriumstannat, Zinnoxydnatron,
Sodastannat), aus 8. durch Schmelzen mit AÄtznatron
ind Chilesalpeter oder durch Kochen mit Bleioryd und Ra—
ronlauge dargestellt, farblofe Kristalle, in heißem Wasser
chwerer löslich als in kaltem, verwendet in der Fürberei;
innfaures Chrom (Minerallack, Pinkrolvur), eine rote
Lorzellanfarbe; Zinnchlorid (Zinntetrachlvrid, Stanni—
hlorid), aus 8. und Chlor direkt erhalten als farb⸗
ose, stark ätzende, an der Luft rauchende Flüssigkeit
Spiritus fumans Libavii); entsteht in wässeriger Lofung
urch Eintragen von 8. in Königswasser und wird in der
Färberei Zinnsolutivn (Finnkompostlion, salpeterfaures
3., Scharlachkomposition, Barwoodkompofition, Blauholz⸗
vomposition, Physiksalz, Rosiersalz, Rosasäure) genaunt;
Jinnbutter, die kristallinische Masse, die Pr wasser⸗
reiem Zinnchlorid beim Vermischen mit , Wasser bildet,
indet in der Fürberei ausgedehnte Anwendung, bes. fur
kürkischrot und Rosa, verbindet sich mit Chlorammonium
u Ammoniumziunchlorid (Pinksalz); Schwefel⸗8. ist
ntweder Zinnsulsid (Zweifach -·Schwefel⸗g.), als delber
ee aus Stannilösungen durch Schweselwasserstoff
zuch kristallinisch in goldglänzenden Flittern (Mustogolb,
. d) beim Erhitzen von 8. mit Schwefel und Salmiat ge⸗
vonnen, oder Zinnsulfür (Einfach-Schwefel-g.), ein brau⸗
ier, durch Schwefelwasserstoff in Zinnorvdulsalzloͤsungen
ntstehender Niederschlag.
Zinna, Marktflecken im preuß. Reg.-Bez. Potsdam, an
er Nuthe, (1800) 1397 E.; 1667 Münzvertrag zwischen
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