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Zitzen (Mammae), der zur Ernährung der jungen
Saugetiere dienende Apparat, besteht aus den Milchdrüfen,
hrer Hantumhüllung und zum Saugen dienenden kegel—
oͤrmigen Verlängerungen (Brustwarzen, ZSitzenwarzen,
3. im engern Sinn). Die Z3. der Wiederkäuer und Ein—
sufer heißen Euter (s. d.), die des menschlichen Weibes
diehn s. Mastodon. Brüste (s. d.).
in (Zio), althochdeutscher Name für Tyr (s. d.).
Fivil (lat.), bürgerlich; dann höflich, gesittet, mäßig,
zillig; auch s. v. w. privatrechtlich; als Substantiv: das
3. Vadecnd bürgerliche Tracht.
Zivilehe, Ehe, welche ohne Beteiligung der Kirche
inker staatlicher Autorität eingegangen, wird; obliga
wrische Z., wenn sie die einzige rechtsgültige Form ist,
zie der etwaigen kirchlichen Einsegnung notwendig vorauf⸗
gehen muß; letztere in Deutschland durch das Reichsgesetz
zom 6. Febr. 1875 seit 1. Jan. 1876 eingeführt.
Zivilgericht, die zur Ausübung der Gerichtsbarkeit
n Zivilfachen eingeseßzte Behörde; Zivilgerichtsbarkeit.
Rerichtsbarkeit in Zivilsachen.
Zivilgesetzbuch, s. Bürgerliches Gesetzbuch.
Zivilisation (lat.), Gesittung, verfeinerte Lebens—
oesse; zivilisieren, bilden, verfeinern.
Zivilist, Bürger, im Gegensatz zum Militär; Lehrer
es bürgerlichen, bes. röm. Rechts, im Gegensatz zu Ka—
ionist und Kriminalist.
ivilität (lat.), Anstand, Höflichkeit, Artigkeit.
ivilkabinett, s. Kabinett.
ivilkammern, bei den Landgerichten diejenigen
Lbteilungen, welche die Gerichtsbarkeit in bürgerlichen
sechtsstreitigkeiten ausüben; Gegensatz: Strafkammern.
Zivilliste, der für den Unterhalt des Fürsten und
eines Hofhaltes bestimmte Teil der Staatsausgaben.
Zivilprozeß, die gesetzlich geregelte Form der staat—
ichen Privatrechtspflege; für das Deutsche Reich geregelt
zurch die Zivilprozeßordnung vom 80. Jan. 1877 (iu Kraft
eit 1. Okt. 1879), in neuer Fassung vom 17. Mai 1898.
— Kommentare von Petersen (5. Aufl. 1904), Struckmann
ind Koch (8. Aufl. 1901), Seuffert (9. Aufl. 1994-85)
t. a.; Lehrbücher von Planck (2 Bde., 188786), Engel⸗
nann (3 Bdel, 1889 — 1801), Kleinfeller (1905).
Zivilrecht, s. Bürgerliches Recht.
Zivilstaud, die Gesamtheit der Zipilisten gegenüber
dent Militärstand; im Sinne von status eivilis des röm.
Rechts die Rechtsfähigkeit in bezug auf das bürgerliche Recht;
3. oder Personenstand, der Inbegriff derjenigen persön—
uchen Verhältnisse, deren Kenntnis für den Staat wie
zür den Einzelnen von Wichtigkeit ist, wie Geburt, Heirat,
Tod. Für Deutschland gilt seit 1. Jan. 1876 das Reichs—
gesetz über die Beurkuundung des 83. und die Eheschließung
om 6. Febr. 1875 (abgeändert durch Art. 46 des Einfüh—
rungsgesetzes zum Bürgerl. Gesetzbuch), wonach die Standes⸗
»eamten (s. d.) die auf jene Verhältnisse bezüglichen Ver—
nerkungen in die Zipilftandsregister einzutraägen haben.
Ziviltrauung, s. Zivilehe.
Zivilversorgung, Anstellung im Zivildienst des
Neishs oder der Bundesstaaten. (S, Militäranwärter.)
Zivio (2ivio, serb. und kroat,, spr. schiw-; Mehrzahl
ivili), Lebe hoch! Sie leben hoch!
Zizanis L. Pflanzengattg. der Gramincen, hohe Wasser⸗
gzräser. Z. palustris T. (nordamerik. Wasser⸗, Tusca⸗
ora⸗Reis), in den stagnierenden Gewässern Nordamerikas,
J— Getreidepflanze der Indianer; Biehfutter.
Zizichar (Tsitisar), Ho⸗lung-kiang, Heci)lung-kiang.
die nordwestlichste Provinz der chines. Mandschurei, bis an
den Amur reichend, 525 000 qkR, (1894) 400 000 E. Die
zauptstadt 3., am Nonni (zum Sungari), 20 000, zur
zeit der Jahrmärkte 60 000 E., chines. Verbannungsort.
Zizka, Johann, s. Ziska.
Ziekow (spr. schisch), Bezirksstadt in Böhmen, Vorort
on Prag, (1800) 58 326 E.
Zizypuus Juss., Pflanzengattg. der Rhamnazeen, trop
und subtrop. Sträucher und Büume. Z. vulgaris Lamb
Judendorn), in Nordafrika, Südeuropa, mit eßbaren,
süßen Früchten (ind. frauz. oder ital. Brustbeeren, Ju—
uben, weische Hagebutten); Z. lotus Lam. (Lotus-Judendorn)
 gilt fuͤr den echten Lotosbaum der Alten. Von
Z. spins Christi W. (Christusdorn) in Palästina wurde
der Sage nach Christi Dornenkrone geflochten.
Artikel, die man unter Z vermißt

Zod
Ziechanow (voln. Ciechauöw), Kreisstadt im russ.⸗
oshn. Gouv. Plozk, 7819 E.
Zlarin, Insel mit Ortschaft in Dalmatien, 6 kmelg.,
xXm br., (1900) 1828, als Gemeinde mit den Inseln
zuri (Zirije), Capri, Kaprije) und Providichio (Vrvic)
3760 E.; Weinbau, Korallen- und Schwammiffischerei.
Aoczom (spr. slotsch⸗), Bezirksstadt in Galizien, (1900)
45, als Gemeinde 11842 E.
Zmaj⸗Jovanoviẽé, serb. Dichter, s. Fovanovit, Jovan.
zn, chem. Zeichen für Zink.
Zua, Flüsse ju Rußland. 1) N. Nebenfluß der Mokscha
im Gouv. Tambow, 300 Kxw lg., schifsfbar. — 2) Zufluß
des Sees Mstino im Gouv. Twer, 140 4m Ilg., zum
Wyschnewolozschen Kanalsystem gehörig.
Zuaim, koͤnigl. Bezirksstadt in Mähren, an der Thaya,
4900) 16 239 E. alte Burg der Markgrafen von Mähren,
hier 12. Juli 1808 Waffenstillstand zwischen Osterreich
ind Frankreich.
Znin (Schnin), Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Brom—
erg, am Zniner See, (1905) 4088 E.
———— (Zoantharia), s. Heraktinien.
zobel, s. Marder [Abb. 1137).
Zobelfelle, die Felle vom sibir. und amerik. Zobel.
die sibir. Z., die kostharsten, hellbräunlich bis tief dunkel—
raun, auch mit weißen Grannenhagren (Silberzobel),
verden von den sibir. Völkern als Steuer (Jassak) an
die russ. Regiexung gezahlt; Preis der Felle 80 —500,
chwarzblaue ohne Silberspitzen 800 — 900 A (Gu eineni
belze ca. 80 Stück). Die amerit. Z. sind gröber, mehr
rötlichbraun, die schönsten kommen aus den Budsonsbai—
ändern (Preis 80 — 100 M).
Zobeltitz, Hanns von, Schriftsteller, geb. 9. Sept.
1853 auf Spiegelberg bei Topper in der Neumark, 1872
91 Offizier, seitden Redakteur des „Daheim“ und von
Velhagen und Klasings Monatsheften“ in Berlin; schrieb
ie Erzahlungen und Romane „Gräfin Langeweile“ (1889),
Prinzeßchens erste Liebe“ (1891), „Die ewige Braut“
1894), „Die Genexalsgöhre“ (18897), „Talmi“ (1898),
„Ein bedeutender Mann“ (1900), „Die Erben“ (1801)
1. a. — Sein Bruder Fedor von 8., geb. 5. Okt. 1857
iuf Spiegelberg, trat in den Militärdienst, dann Redak—
eur, in Berlin, lebt jetzt als Schriftsteller teils dort, teils
uf seinem Erbsitz; schrieb zahlreiche Novellen und Nomane
„Brinzessin Narischtin“, 1882; „Das Nessusgewand“,
886; „Flittergold“, 1888; ,„Der gemordete Wald“,
808; „Besser Herr als Knecht“, 1900; „Der Herr In⸗
endant“, 1900; „Die Freibeuter“, 1802, u. a.) sowie
Dramen („Das Urteil der Welt“, 1894; „Tyrannen des
vlücks“, 1897; „Tam-⸗Tam““, 1899 2c.).
Zöblitz, Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz, (1905)
23379 E., Amtsgericht.
Zobten, isoliertes Gebirge im preuß. Reg.⸗Bez. Breslau
wischen Weistritz und Lohe, vom Eulengebirge durch die
reite Talsenkung der Peile getrennt; —** aus drei
Bergen, 8. oder Zobtenberg (718 m), Geiersberg (6573 w),
dölfschenberg (466 m).
Zobten am Berg, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Breslau,
im Fuße des Zobtenberges, (1908) 2280 E., Amtsgerichi.
Zobtenit, s. Gabbro.
Zocchi pr. zokki), Cesare, ital. Bildhauer, geb. 7. Juni
851 in Florenz; von ihm unter anderm Slandbilder:
AIrzt Bufalini (1883, Cesena), Garibaldi (14880, Florenz),
—D
Zoche, Karstpflug, hölzerner Pflug mit zweiteiligem
3 in Ostpreußen, Polen und Rußland im Gebrauch.
öckler, Otto, prot. Theolog, geb. 27. Mai 1833 zu
RJruͤnberg (Hessen), 1863 Prof, in Gießen, seit 1866 in
Breifswald, gest, das. 9. Febr. 1906; Hauptschriften;
Kritische Geschichte der Aszese“ (1863; 2. Aufl.: Aszese
ind Münchtum'“, 2 Bde., 18807), „Geschichte der Beziehuün—
jen zwischen Theologie und Naturwissenschaft“ (K Bde.,
877 70), „Handbuch der theol. Wissenschäften“ (4 Bden,
3. Aufl. 1888), „Kurzgefaßter Kommentar zum A. und
N. T.“ (mit Strack, 1886 9).
Zodiakallicht, Tiertreislicht, kegelförmiger, in der
dichtung des Tierkreises liegender Luftschein am Himmel,
m Frühling abends im W., im Herbst früh im O., um
ie Zeit der Nachtgleichen, wahrscheinlich ein Ring von
unstartiger Materie zwischen Venus- und Marsbahn.
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