Sinwohnerzahl bezweckte. 1828 bildete sich ein Süddeutscher
3. (Bayern, Württemberg, Hohenzollern) und der Mittel⸗
deutsche Handelsverein (Hannover, Kurhessen, Sachsen,
die süchs. Herzogtümer, Braunschweig, Nassau u. a.), letzterer
ohne besondere positive Bestimmungen. 1833 traten Bayern,
Württemberg, Sachsen u. a. Geginn des eigentlichen 8.),
1842 Luxemburg, 1851 der Steuerverein bei. Der Nord⸗
deutsche Bund, unter Hinzuführung Schleswig-Holsteins,
Mecklenburgs u. a. und nach Abschluß von Verträgen mit
den dere Staaten 1867, brachte eine feste Basis und
zemeinsame staatsrechtliche Organe im Zollbundesrat und
Zollparlament, deren Funktionen dann an das Deutsche
Reich und dessen Vertretungskörper übergingen; 1872 kam
Elsaß⸗Lothriugen, 1888 Hamburg und Vremen mit Aus—
nahme eines Freihafengebietes hinzu. Gesamturifang mit
den Zollanschlüssen (s. Zollausschluüsse) etwa 542 117 4km.
opee s. Zentner und Zollgewicht.
Zölyom (spr. solljom), ungar. Name des Komitats
Sohl und der Stadt Alksohl.
Zombor (Sombor), königl. Freistadt und Hauptort
des ungar. Komitats Baͤcs-Bodrog, unweit des Franzens⸗
tanals, (1900) 29609 E.
Zone (greh., „Gürtel “), jeder zwischen 2 parallelen
Kreisen eingefchlossene Teil der Kugeloberfläche; insbes.
(Erdgürtel, Erdstrich) die zwischen je 2 dem AÄquator
parallelen Kreisen eingeschlossene Streifen der Erdober—
fläche; man unterscheidet die heiße Z., zu beiden Seiten
des Aquators zwischen den beiden Wendekreisen, etwa
0os der Erdoberfläche, die beiden gemäßigten Z., ishen
dent nördl. bez. südl. Wendekreis und dem nördl. bez.
üdl. Polarkreis, etwa 18/25 der Erdoberfläche, und die
beiden kaltet Z., vom nördl. bez. südl. Polarkreis bis
zum Nord- bez. Südpol, ꝰe der Erdoberfläche umfassend.
— In der Geologie sind 3. die Unterabteilungen der
geolog. Formationen; im Post- und Eisenbahnwesen Ent—
kernungsstufen zur Berechnung des Porto für Sendungen
und des Fahrpreises. (S. auch Zonentarif.)
Zonenlinfen, Gürtellinsen, von Buffson 1750 er⸗
zundene, von Fresnel 1822 verbesserte große Glaslinsen,
die aus mehrern Ringen, Gürteln oder Zonen von ge—
meinschaftlichem Brennpunkte bestehen, dienen auf Leucht⸗
rürmen zur Vergrößerung der Feuer, zu militär. und Eisen—
zahnsignalen.
Zonentarif, Eisenbahnpersonentarif, bei dem die Ent⸗
ernungen in Zonen eingeteilt werden, innerhalb deren
derselbe Fahrpreis gilt. In Ungarn (18889 eingeführt)
unterscheidet man Nachbarverkehr (2 Zonen) und Fern—
»erkehr (14 Zonen). Z. besteht ferner in Osterreich, Ruß—
land und Schweden.
Zonta, Bnuchdruckerfamilie, s. Giunta.
Zoochemie (grch.), Tierchemie (s. d.).
Zoochlorellen, zur Gattg. Obiorella zu rechnende
leine, grüne Algen, die mit' tierischen Organismen in
Wiose leben.
Zoogene Ablagerungen, Gesteine, die der Lebens⸗
atigkeit von Tieren ihr Dasein verdanken.
doree (grch.), s. Entwicklungsgeschichte.
Zoogeographie (grch.), s. Tiergeographie.
Zooglöa (grch.), in eine Gallerthuͤlle eingebettete Bak—
erisentolonie (z. B. Essigmutter, Kahm ꝛc.).
Zoogonie (grch.), s. v. w. Zoogenie (s. Entwicklungs⸗
eschichte).
(grch.), Tierarzneikunde (s. d.).
Zoolatrie (Irch.), Tierdienst (s. d.)
Zoolithen (grch), Reste fossiler Tiere.
Zoolog (grehi), Kenner der Zooloaie: aooloagisch, die
Zoologie betreffend.
Zoologie Vdse Tierkunde, die Wissenschaft von den
Tieren. Sie erforscht den äußern und innern Bau der
Tiere, die Vorgänge im Tierkörper, die Beziehungen zwischen
seinem Bau und seinen Leistungen sowie die Bezichungen
der Tiere untereinander und zur übrigen Welt. Die reine
stheoretische) 8. zerfällt in: Morphologie, die Lehre von
den äußern und innern Formen, Zootomie, die vom innern
Bau, die Histologie, Gewebelehre, Embryologie. Onto⸗
logie, Entwicklungsgeschichte, die Lehre von den Vor—
zängen bei der Entwicklung der Tiere, Physiologie, die
Ldehre von den Awichnen der einzelnen Organe, Bio—
logie, die von den Lebeusverhältnissen der Tiere, Zoo—
Axrtikel. hie man unter Wovermißf

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Zoo

hemie, die sich mit den chem. Zoophysik, die sich mit den
hyysik. Eigenschaften des Tieres befaßt, Zoopathologie, die
ehre von den Tierkrankheiten, beschreibende 8. (und
Istematische 83.), Tierverbreitung (Zoogeographie), Paläo⸗
3. die Lehre von den vorweltlichen Tieren, und in
ie Phylogenie, die sich mit der Stammesgeschichte der
Liere heschäftigt. Die angewandte (praktische) 8. be—
quftigt sich mit dem Nutzen und Schaden der Tiere für
en Menschen in Landwirtschaft, Fotstwesen, mit ihrer
Zzerwendung zu pharmazeutischen, technischen ec. Zwecken.
ber die systematische Gliederung des Tierreichs vgl. die
seilage. — Die wissenschaftliche Z. beginnt mit Äristo—
eles; Plinius der Ältere lieferte cine Zusammenstellung
illes über die Tierwelt damals Bekannten. Im Mittel—
alter ruhte die zoolog. Forschung ganz, und erst die Ent—
deckung Amerikas und anderer Läuder sowie die Erfindung
der Buchdruckerkunst verliehen ihr neues Leben. Unter
den zoolog. Forschern des 16. und 17. Jahrh. sind nament—
lich Belon, Rondelet, Konrad Gesner, Georg Marcgraf
und der Spanier Francisco Hernandez zu nennen. Das
Mikroskop zu zoolog. Zwecken benutzten zuerst in ausge—
)ehnter Weise Malpighi und Leeuwenhoek. Jan Swam—
nerdam stellte namentlich Untersuchungen über kleine Tier—
ormen an. Vorgänger Linnes ist gb Ray, der zuerst den
Zegriff der Art einführte und die Anatomie als Grundlage
ür die Systematik benntzte. Den massenhaft anfgespeicheren
 Stoff suchten im 18. Jahrh. Jakob Theodor Klein,
»or allem aber Linne systematisch zu sichten. Von neuen
Zesichtspunkten aus betrachteten Buffon und Bonnet die 8.
steben der Erforschung einzelner Tierformen und der wei—
tern Ausbildung des Linneschen Systems entwickelte sich
n der zweiten Haͤlfte des In sowohl die vergleichende
lnatomie (John Hunter u. g.) als auch die Entwicklungs-‚eschichte
 (Kaspar Friedr. Wolff). Die Fortschritte der
3. am Ausgang des 18. und zu Anfang des 18. Jahrh.
nüpfen sich an die Namen Cuvier, Lamarck und Geoffroy
Zaint-Hilaire und in der Folge an Karl Ernst von Baer,
en Endtdecker des Säugetiereis, Theodor Schwann, den
ZzZegründer der Zellenlehre, Ier Müller, Richard
Owen, K. Th. Ernst von Siebold u. a. Einen groß—
zrtigen neuen Aufschwung aber nahm die 8. mit den
Forschungen Charles Darwins, dessen Lehren von Hacckel,
huxrley, Weismann, Kowalewstki u. a. weiter ausgebaut
vurden. — Vgl. Cuvier, „Das Tierreich“ (deutsch von
Zoigt, 6 Bde. 1831 -48); Bronn, „Klaͤssen und Ord—
rungen des Tiexreichs“ (fortgesetzt von Gerstäcker u. a.,
1859 fg.); Lennis, „Synopsis der Tierkunde“ (3. Aufl.
»on Ludwig, 2, Bden, 188386), „Brehms Tierleben“
(3. Aufl., 10 Bde., 1890 — 03); „Ddas Tierreich“ (hg.
bon der Deutschen zoolog. Gesellschaft und preuß. Akademie
»er Wissenschaften, 1896 fg.); Haacke und Kuhnert, „Tier—
eben der Erde“ (3 Bde. 1901); Hand- und Lehrbücher
on Carus und Gerstäcker (2 Bde. 1868—76), Martin
2 Bde., 188284), Pagenstecher (neue Aufl., 2 Bde.,
886), Fleischmann (2 Tle., 1897), Claus (7. Aufl.
905), Hertwig (7. Aufl. 1905), Boas (4. Aufl. 1906);
handwörterbuch, hg. von Täger, Reichenow u. a. (1879 f9.).
geschichte: Carus (1872). Literatut: Carus und Engel—
nann, „Bibliothéea z00logiea“ (2 Bde., 1861 - 62;
ortgesetzt von Taschenberg, 5 Bde., 1887 -99).
Zoologische Gärten, gärtnerische und bauliche An—
agen, in denen lebende Tiere gehegt und gepflegt und
»em Publikum zur Schan gestellt werden. Die ersten 8. G.
nit wissenschaftlicher Teüdenz waren der Jardin des
Nantes in Paris (1794), der in London (1828), der in
Amsterdam (1838) und die in Antwerpen und Berlin
1848). Ausschließlich der Schaulust dienen die Menage—
ien, Sammlungen lebender Tiere, die im Umherwandern
»on Ort zu Ort zur Schau gestellt werden. — Vgl. Stricker,
Geschichte der Menagerien und 8. G.“ (1879); Peel,
Zoologioal gardens of Rurope“ (1908).
Zoologische Stationen, Anstalten zur Unter—
uchung. und Beobachtung von Tieren, bes. von Seetieren;
ihre Gründung wurde von Karl Vogt angeregt. Am be—
eutendsten ist die 1874 eröffnete Z. S. in Neapel, zahlreiche
indere sind seitdem entstanden. Da in den Z. S. nicht bloß
diere, sondern auch Pflanzen untersucht zu werden pflegen,
at man die neuern derartigen Anstalten, z. B. die auf
delgoland, allgemeiner biolog. Stationen genannt. In
ind unter eund Saufzusuchen