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herren zu; eine Überschreitung desselben wird als Körper⸗
herletzung geahndet.
hee s. Beschälseuche.
uchtpolizeigericht, in Frankreich das aus mehrern
Richtern kollegialisch zusammengesetzte Gericht zur Ab—
urteilung der Vergehen mittlerer Schwere (Délits).
Zuchtstammbuch, s. Herdbuch.
Zuchttiere, s. Viehzucht. sschaften (s. Herdbuch).
uchtviehgenossenschaften, . v. w. Herdbuchgesell⸗
uchtwahl, Austese, Selektion (Selsotio), ein, so—
ange es Lebewesen gibt, in der Natur stattfindender Vor—
Jang (selectio naturalis; mdh natural ee durch
den von einer Anzahl unter gleichen Verhältnissen lebendet
Organismen gleicher Art gewisse, diesen Verhaͤltnissen am
hesten entsprechende Individuen im Kampf ums Ddasein,
dem auf den Nahrungserwerb gerichteten Wettkampf, mit
den andern, auch mit solchen anderer Art, als Sieget her—
vorgehen (überleben des Passendsten) und die Eigen⸗
schaften, durch die sie Sieger wurden, auf ihre Nachkommen
oererben können. Da sich dieser Vorgang in jeder Gene—
cation abspielt, müssen sich die betrefsenden Eigenschaften
mmer mehr steigern, und zwar auf Kosten anderer, über—
Jüssig werdender. Da aber die Verhältnisse nirgends die—
elben sind, so müssen verschiedene Eigenschafteuͤ zus und
abnehmen, was die schließliche Bildung neuer Formen und
Arten (Eutstehung der Arten) bedingt. Man hat nament—
lich zwei bei Tieren stattfindende Arten der natürlichen 8.
jervorgehoben; die nachahmende und die geschlechtliche
sexuelle) Z.; bei jener sind die Tiere, die mit umgebenden
Naturobiekten gleiche Farbe (sympathische Fürbund) haben,
vor Verfolgungen am besten ah cuet (Schutzfürbung) und
können auch ihre Beute am, besten beschleichen, sich alfo
besser ernühren. Bei der geschlechtlichen Z. haben die Ju—
dividuen eines Geschlechts (in der Regel des männlichen),
die sich rascher bewegen, die größere Kraft und bessere Waffen
zur Bekämpfung des Nebenbuhlers oder die schöner
aussehenden, besser musizierenden (Vögel, Infelten ꝛc.),
zisweilen auch besser (immer im Sinne des andern Ge—
chlechts) riechenden, die meiste Aussicht sich fortzupflanzen
ind ihre Eigenschaften zu vererben. In der künstlichen 8.
jat der Mensch seit Jahrtausenden diesen Vorgang absichtlich
oder unabsichtlich wiederholt, indem er aus einer Anzahl
Zaustiere und Hauspflanzen zur Fortpflanzung immer die
iuswählte, die gewisse, ihm vorteilhaft scheinende Eigen—
schaften am stärksten zeiglen. Diese Eigenschaften konnten
bei derselben Tierart verschiedener Nalur sein, z. B. bei
WBiederküuern das Haar, das Fleisch, die Milch ꝛc, je nach
Liebhaberei oder Bedürfnis des Züchters, betreffen, und
wvurden dann einseitig ausgebildet. Über nachahmende 8.
. Mimikry. [Zur geschlechtlichen und nachahnmenden 3.
ogl. die Beispiele auf Tafel: Entwicklungsgeschichte It,
48.] -Val. außer den entwicklungsgeschichtlichen Werken
Darwins, Haeckels u. a. Plate, „Uber Bedeutung und Trag—
weite des Darwinschen Selekktionsprinzips“ (1900) und
Poulton, „Charles Darwin and tho theorv of natura)
zelection“ (1801).
Zucker, in Wasser leicht lösliche, süß schmeckende Kohle⸗
hydrate (s. d.), von denen die meisten im Pflanzenreich,
einige auch ini Tierreich vorkommen; viele sind in neuerer
Zeit auch fynthetisch dargestellt worden. Die Zuckerarten sind
ristallinisch oder sirupartig, werden durch Orydation in
Orxysäuren (Zuckersäure, Schleimsäure), durch Reduktion
in mehrwertige Alkohole (Maunit, Dulzit) übergeführt und
eduzieren Fehlingsche Loͤsung; mit Salpetersäure bilden
ie explosive Verbindungen. Man unterscheidet 1) Einfache
3. (Monosen), zu denen die Pentosen (Arabinose und
xylose, ferner Rhamnofe und Fukose) mit 5, sowie die
herosen oder Glytosen (Trauben Z. Frucht-⸗8., Galaktose,
Mannose, Sorbose) mit 6 Kohlenstoffatomen ane
2) Biosen (Saccharosen, Disaccharide), die aus? Mo ekülen
Slykose durch Wasserabspaltung entstanden sind. Sie
iinden sich fast nur im Pflanzenreich, kristallisieren meist
zut, sind Fn aktiv, zerfallen durch Fermente oder beim
dochen mit verdünnten Säuren unter Wasseraufnahme in
Moleküle Glykose (Inversion, weil bei der Spaltung
des rechtsdrehenden Rohr-8. ein linksdrehendes Gemisd
pon Glykose ünd Fruktose entsteht); mit Erdalkalien (Kalt,
Strontian, Baryt) geben sie salzähnliche Verbindungen;
das Dikalziumsaccharat (Zuckerkaltk) und das Strontium—
Artikel. die man unter Zvermißt

Zuc

accharat (Strontianzucker) sind schwer löslich und dienen
ur Abscheidung des Rohr-8. aus der Melasse; die wich—
igsten sind Rohr⸗8. Saccharose), Milch⸗3. (Laktose),
Nalz⸗Z. (Maltose) und Ifomaltofe; nur die beiden letz⸗
ern vergären direkt, die erstern erst nach Spaltung in
Monosen; 8) Triosen, die bei der Spaltung in 3 Mole—
üle Monosen zerfallen; bekannt ist die Raffinose (s. d).
Im gewühnlihen Leben versteht man unter 3. den Rohr⸗
ucker (s. d.). Allgemeine Bedeutung hat nur die Ge—
vinnung von 8. (Zuckerfabrikation) aus Zuckerrübe (s. d.)
ind Zuckerrohr (s. Saocharum). Zur Gewinnung des Z. aus
stüben werden diese zuerst gewaschen, dann in Schnitzetnaschinen
 (Rübenschneidmaschinen) in dünne Streifen
Schnitzel) geschnitten; diese gelangen in die Diffuseure,
iserne Zylindert, die zu 10-13 in einer Batterie (Diffu⸗
ionsbatterie) vereinigt sind; hier werden sie mit Wasser
von etwa 700 0. zusammengebracht, das die Eiweißstoffe
erinnen macht und den Saͤnitzeln durch Diffusion ihren
3. entzieht. Die erschöpften Schnitzel werden aue dem Diffu⸗
eur geschafft und entweder in Schuitzelpressen deilweife et
vässert oder in Trockenapparaten getrocknet als Viehfutter ab⸗
Jegeben. Der Diffusionsfaft kommt in die Scheidepfanne und
vird dort zur Scheidung (Defäkation, Fällung) von dem mit⸗
iffundierken Nicht⸗g. (Eiweiß⸗ und Pettinsloffe organische
Zuren) mit Atzkalk (Kalkmilch oder Trockenkalt) zusammen⸗
ebracht; 5 dem Aufkochen wird der UÜberschüß an Kalk
»urch Kohlenfäure gefällt (Saturation), wobei das aus—
allende kohlensaure Kalzium die fein verteilten Schlamm⸗
toffe mit niederreißt; die trübe Flüssigkeit geht mittels
Schlammpumpen in Filterpressen, die“ den 28* Dünger
rauchbaren Scheideschlamm festhalten; die klare Lösung
vird nochmals geschieden und saturiert, zuletzt mit schwefliger
SZäure, und der klare Dünnsaft in großen Hesseln (Ver⸗
Aampfapparaten) unter vermindertem duftdruck eingedunstet
is auf etwa 50 Proz. 8. (Dicksaft); nach nochmaliger
ziltration wird der Dickfaft in Vakuumapparaten bis zur
Abscheidung kristallinischen 8. eingekocht (Verkochen auf
dorn); die noch heiße Füllmasse wird in Sudma ischen
Kristallisatoren) ausgefuͤllt, in denen unter stetem Um—
ühren die Kristallisation vollendet wird; der Z. (Roh⸗8.)
vird in Zentrifugen vom Sirup (Grünsirup) getrennt;
etzterer liefert, nochmals eingekocht, das zweite Produkt
ind eine noch zuckerreiche (50 Icp aber wegen großen
Zalzgehalts (30 Proz.) nicht mehr kristallisierende schwarz⸗
raune Melasse (s. d.), die in besondern Fabriken cu—
uckert wird. Der bräuulich gefärbte, noch salzig schmeckende
oh⸗g. wird für den Verbrauch raffimert gewöhnlich in
esondern Zuckerraffinerien; hier wird er von neuem ge—
ost, über Knochenkohle oder in Filterpressen mit besonderer
Itermasse filiriert, die Lösung durch Eintragen reinern
.Einwurfmelis) konzentriett und die Kochklläre im
Zakluum entweder auf grobes Korn verkocht und ge—
chleudert (Kristall⸗g. Granulated), oder auf feines Korn,
ind dann in kegelförmige, untden mit einem Stöpsel ver⸗
ehene Formen (Hutformen) eingefüllt und in Zuckerstuben
dei 80 — 40 laügsam erflarren gelassen; der der Masse
och anhaftende Sirnp wird durd Aufgießen einer reinen
onzentrierten Zuckerlösung (Klärsel, Deckklürsel) beim
Durchsickern verdrüngt und die Brote (Hute) nach dem
Trocknen in auf bo erwärmten Trockeatnben verpackt
Raffinade, Brotraffinade); den gelblichen Schein des 8.
oerdeckt man durch Zusatz von din wenig Ultramarin.
Zie Sirupe dieses ersten Produkts liefern bei ähnlicher
Zerarbeitung beinahe ebenso reinen Melis Melisbrote);
die Grünsirüpe von Melis ergeben ein drittes Produkt
»as gewöhnlich gemahlen in den Handel kommt (Farin);
ie spätern Produkte werden wieder in den Betruͤb eine⸗
eführt; schließlich hinterbleiben ca. 8 Proz. Melasse, die
»urch Osmose verarbeitet wird; für Stücken⸗8. (Pileẽ,
Bürfel-Z.) läßt man die Füllmasse in Plattenform er
tarren und zersägt und zerbricht sie in besondern Ma—
hinen. Kandis s. d. Man gewinnt 163 3. aus 7 —36
Rühen; Rüben-Z. wird prodüziert hauptfächlich in Mutet
Jeutschland (Sachsen, Thüringen, Anhalt, Brandenburg,
Braunschweig, Schlesien), ferner in Osterreich⸗ Ungarn, Bel⸗
jien, Frankreich, Kußland. —8. aus Zuckerrohr(Kolonial-g.,
mpen⸗Lumipen-S.) stellt man durch Auspressen des
Zaftes der 18— 20 Proz. 8. enthaltenden Halme des
zuckerrohrs in geheizten Walzenpressen dar; der Preh—
ind unter Ceund Kaaufzusuchen