Zukunftsmiusik, spöttische Bezeichnung für die Be—
strebungen R. Wagners, wie überhaupt der neudeutschen
Schule (nach der Schrift Wagners „Das Kunstwerk der
Zulfikar, Paß, s. v. w, Sulfikar. Zukunft“).
Zulia, Staat in Venczuela, am Golf von Mara—
aibo, (1504) 170 148 E.; Hauptstadt Maracaibo.
——A
Füllchow, Fabrikdorf im preuß. Reg.-Bez. Stettin,
. an der Oder, (1905) 8546 E., Johanniterkrankenhaus,
Rettungshaus, Damenstift.
Züllichau, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez, Frankfurt,
1805) 7484 E., Garnison, Amtsgericht, Gymnasium,
Waisenhaus, Johanniterkrankenhaus; hier 23. Juli 1759
jegreiches Treffen der Russen (Soltikow) über die Preußen
Wedel), auch Treffen bei Kay oder Palzig genannt.
Zülpich, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Koöln, (1905)
2106 E., alte Stadttore. Z. ist das röm. Tolbiäcum,
wo die Franken unter Chlodwig 496 die Alamannen
zeschlagen haben sollen.
Zulukaffern, der bedeutendste Stamm der Kaffern
s. d. und Tafel: Menschenrassen, 9 im VN. der Ko⸗
lonie Natal bis zur Delagoabai, unter König Ketschwayo
(sJ. d.) 1870 von den Engländern besiegt, die daranf 13
kleine Häuptlinge einsetzten. Da deren Fehden nicht auf⸗
hörten, rückten 1884 die Buren ein und begründeten in dein
bon Dinizulu ihnen abgetretenen Teil des Landes die Neue
Republik, während der übrige Teil 1887 dem Brit. Reich
einverleibt wurde (s. Zululand). — Vgl. Gibson, „Story
of the Zulus“ (19808).
Zululand, mit Tongaland zusammen Teil (Provinz)
der brit. Kronkolonie Natal in Südostafrika, 27 064 qkm,
1898) 201 635 E.; gebirgig, fruchtbar und gesund. Z. wurde
1887 als brit. Kronkolonie erklärt (s. Zulukaffern), 1897 mit
Tongaland vereinigt, 20. Dez. 1887 Natal einverleibt.
Zülz, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln, am Zülzer
Wasser (zur Hotzenplotz), (190586) 2815 E., kath. Lehrerseminar.
Zumbusch, Kaspar, Bildhauer, geb. 28. Nov. 1830
zu Herzebrock (Westfalen), 1873 — 1901 Prof, an der Aka—
demie in Wien; Hauptischöpfungen: Standbild König
Marimilians II. in München, Radetzky-Monument und
Denkmal Maria Theresias (1888 [Tasel: Statue 1.10))
in Wien, Denkmal Kaiser Wilhelms J. auf dem Witte—
kindsberg (1896), Erzherzog Albrechts in Wien (1899). —
Sein Bruder Julius 83., ebenfalls Bildhauer, geb. 16. Juli
1832 zu Herzebrock, lebt in München; bes. Portrütbüsten.
Zumpt, Karl Gottlob, Philolog, geb. 20. März 1792
zu Berlin, 1827 Prof. an der Üniversität das., gest.
256. Juni 1849 zu Karlsbad, bes. durch seine „Lat. Gram⸗
matik“ bekannt. Eine Biogr. in lat. Sprache verfaßte
sein Neffe Aug. Wilh. Z., geb. 4. Dez. 1816 zu Königs⸗
berg, gest. 28. April 1877 als Gymnasiallehrer zu Ber⸗
lin; schrieb: „Kriminalrecht der röm. Republik“ (4 Bde.
i866—69) u. a. — Bgl. Padoletti (1878).
Zumsteeg, Joh. Rud., Komponist, geb. 10. Jan. 1760
zu Sachsenflür im Odenwald, gest. 27. Jan. 1802, als
Direltor der Oper zu Stuttgart der erste deutsche Balladen⸗
Zündblättchen, s. Amorces. skomponist.
Zünder, Geschoßzündung, zur Entzündung der
Sprengladungen in Hohlgeschossen bestimmte Vorrichtung,
unterschieden in Perkusfions- oder Aufschlagzünder (s. d.)
und Zeit-oder Brennzünder (s. d.), auch als Vereinigung
beider als Doppelzünder (s. d.). Mechan. Zeit-Z3. nüͤtzen,
vie Uhren, die Elastizität einer Feder aus, nachdem deren
Spannung durch den Schuß ausgelöst ist. Die ältern 8.
jaben einen in einem Holzfutter angebrachten Brennsatz
Säulenzünder, s. d.), die neuern einen ringförmigen dreh—
‚aren Satz, dessen Breunzeit mit Hilfe einer Skala ein—
zestellt (tempiert) wird. — VBgl. Abendrot (1899).
Zunderschwamm, Wundschwamm(s. d. dund KZunder⸗
övcherpilz (j. Polyporus).
Zündhölzchen, Streich- oder Schwefelhölzchen, Holz⸗
täbchen, deren eines Ende mit einer durch Reibung ent—
zündlichen Masse versehen ist. Bei den Congreveschen 8.
1832) bestand die Kuppe aus Schwefel mit einem Über—
ug einer Mischung aus Kaliumchlorat und Antimon—
ulfür; sie wurden an Sandpapier entzündet. Den Phos—
hor soll zuerst Derosne (1816) zur Herstellung von 3. benutzt
jaben. Ddie ersten brauchbaren Phosphor⸗g. kamen 18383
in verschiedenen Ländern auf. Das geschwefelte Ende hatte
Artikel. die man unter Zvermißt.

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Zun

inen Überzug einer Mischung von Phosphor und Kalium—
hlorat. —— Mischung erplodierte leicht, weshalb diese
3. in vielen deutschen Staaten verboten wurden? Preshel
rsetzte 1837 (von da an Aufblühen der Zündholzindustrie)
as Kaliumchromat durch braunes Bleifuperoryd, spüter
zdurch ein Gemenge von Mennige und VBraunstein oder
zon Bleisuperoxyd und Bleisalpeter. Die Sicherheits
3. oder schwed. 3. (so genannt, weil sie zuerst gus Schwe⸗
den in den Handel kamen) erfand 1848 Prof. Boettger
n Frankfurt g. M.; ihre Kuppen enthalten keinen Phos⸗
»hor, und bestehen aus einem Gemisch von sauerstoff⸗
ibgebenden und organischen Körpern, welches sich durch
Reibung an amorphem (Cungiftigem) Phosphor entzündet,
»er auf einer meist an der Außenseite der Schagtet an⸗
jebrachten Reibfläche im Gemisch mit Binde- und Reib—
nitteln aufgetragen ist. Vulkauhölzchen enthalten geringe
Mengen einer explosiven Masse und bedürfen keiner bes.
räparierten Reibflüche. Die bunten Salon- oder Jris—
jölzchen sind mit metallglänzendem Überzug und wohl⸗
ciechendem Firnis ausgestattet. Die Zusammensetzung der
Zündmassen ist fast in jeder Fabrik anders; die chem. wirk⸗
amen Korper (Kaliumchlorat, Kaliumbichromat ꝛc.) sind
nit Bindemitteln (Leini, Gummi) und solchen Stoffen
»ersetzt, welche die Reibung oder die Schnelligkeit der
Entzuudung regeln sollen (Glaspulver, Braunstein, Umbra,
Schwefel, Caput mortuum u. a.). Über Tauchzündhölzchen
d. Die ———— der Z. geschieht jetzt fast üͤberall durch
Maschinen, sie blüht bes. in Schweden, Rußland, ster—⸗
eich und Dentschland. — Zündhölzchenstener besteht in
sußland, Serbien und Italien, Monopol in Frankreich,
Poxtugal, Spanien, Rumänien und Griechenland.
Zündhütchen, Zündtapseln, kleine zylindrif che, unten
„fene, mit Knallpräparat gefüllte kupferne oder messingene
dapseln, die durch den Schlagbolzen zur Entzündung
jebracht werden; auch bei Artilleriegeschossen verwendet.
Zündloch, Zündkianal, enge Durchbohrung eines Ge—
vehrlaufs, Geschützrohrs oder Geschützoerschlusses zur Uber—
ragung des Fcuers von den außerhalb des Nohrs ver—
vendeten Zündmitteln auf die Ladung im Innern, bei senk—
rechter Einbohrung Oberzundung, wenu schräg Schrägzün—
ung, wenn in Richtung der Scelenare eingebohrt Zentral⸗
Ründmittel, s. Zuͤndungen. lzundung genannt.
ündnaädelgewehr, s. Handfeuerwaffen; das Ge—
ijoß. des 8. s. Langblei JAbb. 1014).
—ündpatrone, s. Detonator.
Zündschnuren, zur Entzündung von Explosivstoffen
dienende Zündmittel; es gibt Pulver-8. Schießwoll⸗8.
ind amerik. Z., letztere mit chlorsaurem Kalium hergestelt.
die Bickfordsche Z. ist ein langsam brennender Zebrfatz
n Kautschukumhullung.
Zündungen, Zündmittel, Mittel zum Entzünden
tamentlich von Schießpulver und ähnlichen Stoffen. Man
interscheidet: 8. bei Feuerwaffen (Gefchütz⸗Z., Gewehr⸗
3., Geschoß⸗8. oder Zünder, s. d.) und 8. zu felbstän—
igen, bes. Sprengzwecken (Minen- uͤnd Torpedoͤladungen),
nach den Bestandteilen oder dem Vorgange der Entzün—
ung: Pulver⸗8. (durch ein Zündmittel, bes. die Lunte,
u entzünden), fulminante Z. oder Selbstzünder (durch
Reibung, Schlag oder Stoß zu entzünden), chem. 8..
Elektrische Zündungen (s. dy und Siein⸗Z. (durch Ent—
tehung von Funken bei Reibung von Stabl oder harten
Vesteinen, z. B. Feuerstein).
Zunft, früher geschlossene Korporation von Hand—
verkern, die an demselben Ort dasselbe Handwerk be—
rieben, und zwar nach gewissen statutarischen Vorschriften
Zunftartikel), die bes. auch eine strenge Abgrenzung der
inzelnen Haundwerksgebiete mit einem Verhietuͤngoͤrecht
in alle außerhalb der 8. Stehenden enthielten (Zunft
„wang). Die Zünfte waren im Mittelalter von großer
Zedeutung für die Erstarkung des städtischen Bürgertums
ind von bedeutendem Einfluß auf die städtische Verwal—
ung,verfielen aber seit dem 18. Jahrh. und wuͤrden durch
ie Gewerbefreiheit gänzlich beseitigt. An ihre Stelle
rat neuerdings die Innung (. d.). — Vgl. Stieda (1876),
S„chanz (1877), Neuburg (1880), Eberstadt (1897 u. 1900).
Zunge (Iüngua, Glossa), auf dem Boden der Mund⸗
jöhle liegendes längliches Muskelorgan, mit der Zungen⸗
vurzel an das hufeisenförmige Zungenbein hyoiloum)
 befestigt, am untern Teil mit dem Boden der
ind unter C und Kaufzusuchen