Zun
Mundhöhle verwachsen und durch eine Schleimhautfalte
das Zungenbändchen (Frenulum Unguge), locer ange;
heftet, auf dem Rücken mit zahlreichen Geschmackswurz⸗
chen (Zungenwärzchen JTafel: Sinnesorgane II, J0o
— 18)), hilft den Bissen formen, ihn in den Schlund be—
fördern und beteiligt sich bei der Lautbildung. Erstreckt sich
das Zungenbändchen zu weit nach vorn, so muß es ein⸗
geschnitten werden (Zungenlösung). Zungenkrankheiten
Entzündung, Glossitis) bei Ragenkalarrh und durch dri
liche, Reize, Laͤhmung, KHrebs, Aktinomykose. — Vgl. But⸗
lin (deutsch 1887), Rosenthal (1908).
Zunge, elaslisches Blaͤttchen, das vor der Offnung
einer Pfeife oder Röhre derartig angebracht ist, daß es
durch Anblasen zum Erzittern gebracht wird.
Zunge, Fisch, s. Schollen.
Zungenblüten, s. Kompositen.
Zungenkraut, s. Ruscus fAbb. 15585).
Zzungenpilz, J. Pistulune.
zungenreden, s. Glossolalie.
Zungenregister, Zungenwerk Schnarrwerk), bei
der Orgel die mit Zungen (s. d.) versehenen Pfeifen.
Zungenwürmer (Tinguatulina), Ordnung der
Spinnentiere, mit wurmsörmigem, quergeringeltem Körper
am Munde mit zwei Paar Haken; Sinneswerkzeuge, Blut⸗
umlaufs- und Atmungsorgane fehlen. Weibchen viel größer
als die Männchen; leben schmarohend in den Atmungsorganen
 von Säugetieren und Reptilien. Entwicklung
mit sehr komplizierter Verwandlunge Bekannteste Art der
gemeine 3. (Länguatula oder Pentasstomum taenioĩdes
Rud.), platt, weiß, in der Nasenhöhle von Hund, Wolf
Zungernu, s. Sungeru. sund Pferd.
Zuñi, Stamm der Puebloindianer sTafel: Ethnozraphie
 II, 4)].
Zünsler, Lichtntotten (Pyralidae), artenreiche Familie
der KHleinschmetterlinge, mit borstenförmigen Fühlern und
ansehnlichen, weit vorstehenden Lippentastern; Flügel zart,
in der Ruhe ein hohes Dach bildend. Die Raupen leben
in zusammengesponnenen Pflanzenteilen ec., manche von
tierischen Substanzen, Fett, Bienenwachs, Mehl ꝛc., und
önnen sehr schädlich werden, Hierher: Fettschabe, Mehl-8.
Kohl-Z., Pfeifer (Kapspfeifer), Bienenmotte u. a.
Zunz, Leop., jüd, Gelehrter, geb. 10. Aug. 1794 zu
Delmold, bis 1850 Direktot des jüd. Lehrerseminars zu
Berlin, gest. das. 17. März 1886, Begründer der wissenschaftlichen
 Behandlung der jüd. (rabbinischen) Literatur
Hauptwerke: Die gotkesdienstlichen Borträge der Juden“
2. Aufl. 1892), „Ritus des synagogalen Gottesdienstes“
(1853), „Literaturgeschichte der e Poesie“
(1865; Nachtrag 1867), „Gesammelie Saͤriften“ (8 Bde.
—ED
Zupan (spr. schu), früher bei den Südflawen und
Rumdnen der Fürst oder Statthalter eines Gaues (Supa);
in Kroatien noch jetzt der Chef (Velixi zupan) eines Hrei⸗
ses oder Komitais (zupanija); von 3. sammt auch das
magyar. Ispan (deutsch Gespan), Vorstand eines Komi—
Zupe (Zope), s. Brachsen. stats (s. d.)
Zupitza, Jul. Germanist, geb. 4. Jan. 1844 zu Kerpen
bei Oberglogau, 1872 Prof. in Wien, seit 1876 in Berlin,
gest. das. 6. Juli 1895; schrieb: „Einführung in das Stu—
dium des Mittelhochdeutschen“ (6. Aufl. 1901), „Alt—
engl. Ubungsbuch““ (6. Aufl. 1902), ,Cyncwulfs Elene“
4. Aufl. 1899) u. a.
Zuppingerrad, s. Wasserrad.
Zurbaran, Francisco de, span. Maler, geb. 1598
u Fuente de Cantos, gest. 16620 in Madrid; realistische
Heiligenzyklen fuͤr Kirchen und Klöfter Andalusiens, zehn
Hexkulesarbeiten (Nuseum zu Madrid) u a.
Zuregnnungsfahigkeit, die Fuͤhigkeit Jur bewußten
Selbsthestimmung und dur Einsicht in die Anordnungen
der sittlichen oder Nechtsordnung. Unzurechnungsfähigkeit
ist vorhanden, wenn der Tuter zur Zeit der Begehung
der Handlung sich in einem Zustande von —A
oder krankhafter Störung der Geistestütigkeit befand, durch
welchen seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war,
wenn er unter Zwang, im Zufiande der' Notwehr dder
des Notstandes gehandelt hat, ferner bei Kindern bis zum
vollendeten 12. Lebensjahre, bei jugendlichen Personen,
die das 18. Lebensjahrnoch nicht vollendet haben, ebenso
wie bei Taubstummen, wenn sie die zur Erkenntnis der
Artikel, die man unter Z vermißt,

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Strafbarkeit ihrer Handlung erforderliche Einsicht nicht
besitzen. (Reichsstrafgesetzb. F9 51-658.)
Zürgelbaum, Pflanzengattg., s. Geltis.
Zürich, Kanton der, Schweiz, 1728 46km, (1900)
81036 E. Is. Beilage: Schweiz]; teils Bergland mit
Tälern, teils wellige Hochebene; Seen: Züricher, Greifen-,
Pfäffiker See. Gefetzgebende Behörde ist der — E
dantonsrat, vollziehende der Regierungs—
at. — Die Hauptstadt 8., 411 m u. d. M.,
am Ausfluß der Limmat aus dem Züricher
See und an der hier in die Limmat münden—
p I warn * chweiz . 6], (1900) 8
ießlich der elf Ausgemeinden 150 703 E.; Iri
Froßmünster (roman. Pfeilerbasfilika, 11. bis 1833. Zürich.
3. Jahrh.), Fraumünster (roman.⸗got., 11. bis 14. Jahrh.),
Wasserkicche mit Stadtbibliothek, Landesmuseum, Uni—
oersität (1833 eröffnet), Polytechnikum, Gymnasium, Tier—
arznei⸗, Industrie-, landw. Schule, Lehrerinnenseminar,
Zunstgewerbe⸗ Seidenwebschule ꝛc.; lebhafte Industrie,
zroße Ledermesse. — Z. trat 1351 der Eidzenossenschaft bei,
wurde 1436 wegen des Streites um das Erbe des Grafen
Toggenburg den Eidgenossen entfremdet, war bis 1450
nit Osterreich verbunden, seitdem wieder im Bunde. Von
3. ging 1518 die schweiz. Reformation durch Zwingli aus.
1788 wurde der Kanton der Helvet. Republik einverleibt,
rhielt aber 1803 seine Selbständigkeit wieder. Der
Züricher Friede vom 10. Nop. 1859 beendete den Krieg
Frankreichs und Sardiniens gegen Österreich. — Vgl.
Bluntschli und Hottinger, „Geschichte der Republik 8.“
neue Ausg., 8 Bde., 1870); Vögelin, „Das alte 3.“
neue. Aufl., 2 Bde. 1879 -690).
Züricher See (Zürcher See), drittgrößter See der
deutschen Schweiz [Karte: Schweiz Il, 409 w ü. d. M,
38 qk…km, 40 km Iq., bis 4 xm br., bis 143 mm tief, durch
ine Landzunge in den Obersee und den eigentlichen 8. S.
jeteilt, von 600 bis 800 m hohen Ausläufern der Alpen
umschlossen, mit fruchtbaren, an Ortschaften und Schlössern
reichen Ufern. 18584 am 3. S. Auffindung der ersten
pfahlbauten in der Schweiz.
Zurita, Geronimo, aragon. Geschichtschreiber, geb.
Dez. 1512 zu Saragossa, gest. 3. Nov. 1580; schrieb:
Anales de Is corona de Aragon“ (6 Bde., 1662-80).
Zur Straßen, Melchior, s. Straßen.
Zurückbehaltungsrecht, Retentionsrecht, das Recht,
die eigene Leistung zurückzuhalten, solange die Gegen—
eistung aussteht. Voraussetzung dabei ist, daß zwei Per⸗
onen einander gegenüberstehen, welche aus demselben
ohne Unbilligkeit nicht zu zerreißenden Verhältnisse gegen⸗
rinander Ansprüche haben, Das Z. wirkt auch gegenüber
dem Eigentümer der Sache, und zwar ist die Zurückbe—
hjaltung der fremden Sache wegen Verwendungen auf
dieselbe gestattet (Bürgerl. Geseßb. 8 1000). Nach dem
Handelsgesetzb. 980 369, 370 hat ein Kaufmanu wegen seiner
fälligen Forderungen an einen andern Kaufmann aus beider⸗
seitigen Handelsgeschäften ein 8. an allen Mobilien des
Schuldners, welche mit dessen Willen auf Grund von beider⸗
jeitigen Handelsgeschäften in seinen Besitz gekommen sind.
urüd datieren, s. Antedatieren.
urückwerfung des Lichts, s. v. w. Reflexion (s. d.).
—— s. v. w. Kompressibilität
j. p.).
Zufsammenlegung der Grundstücke, in Süd—
utschland Feldbereinigung genannt, s. v. w. Arron⸗
Zusammenrottung, s. Mufruhr. ldierung.
zusammenschwemmungsgebilde, s. v. w. klasti⸗
e Gesteine (s. dy).
Zusatzakte, Additionalakte (s. Addition).
33 Stadt im Fürstent. Waldeck, (1905) 640 E.
usmarshausen, Slecken und Bezirksort im bayr.
Neg.⸗Bez. Schwaben, an der Zusam (zur Donau), (1800)
1082 E., Amtsgericht; hier 17. Mai 1648 Sieg Turennes
und Wrangels über die Kaiserlichen unter Holzapfel.
Zuständigkeit, s. Kompetenj
Zustandsvormundschaft, s. v. w. Kuratel (s. d.).
Zutyphen (spr. süttfen; Zütfen), Stadt in der nieder⸗
ünd. Prov. Gelderland, am Einfluß der Berkel in die
Dffel, (1899) 18382 E., got. St. Walpurgiskirche; bis
ins 11. Jahrb. Sitz der Grafen von 83.
Zutphen, Heiunrich von, prot. Märtyrer, s. Heinrich.
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