beltnollen, 3., die mit dem Zwiebelstock eine einzige feste,
Jeischige, von Hüllen umgebene Masse ausmachen. Brut—
3. Gulbillen), kleine, in den Winkeln der Zwiebel—
blätter stehende, sich später ablösende Knospen.
BGewöhnlich bezeichnet man mit 8. die ge—
meine Garten⸗ oder Gemüse⸗Z., auch Boue,
Zipolle (Allium Cepa L.), die in verschie—
denen Formen kultiviert und mit Samen
oder Stock- oder Satz-3. vermehrt wird.
Zwiebelfisch, der Ülelei (s. d.).
Zwiebelsfische, in der Buchdruckerei zu⸗
ammengefallene Stücke Schriftsatz.
Zwievbelglas, AÄngster, Kuttrolf, alt— —⸗
deutsches zwiebelförmiges Trinkgefäß mit Zwiebe lglas
langem, engem, oben wieder erweitertem Hals;
Letzterer oft aus mehrern Röhren bestehend Abb. 19986)].
Zwiebelhanbe, ein Tuͤrmdach oder a mit
doppelt gekrümmter, geschweifter Dachfläche Abb. 1987].
Zwiebelrost, s. Puécinisa.
Zwiedineck von Südenhorst, Hans,
Geschichtschreiber, geb. 14 April 1845 in
Fraukfurt a. M., 1880 Leiter der Landes—
dihliothek in Graz, 1885 Prof. das.; grün—
dete die histor. Lan deskommission in Slteier—
mark; schrieb: „Die Politik der Republik
Benedig während des Dreißigjähr. Krieges“
(2 Bde., 1682 — 85), „Dentfche Geschichte 1997
im Zeitraum der Gründung des pieuß. giescber⸗
Königtums“ (2 Bde. 1890 -94), „Deuische —*
Geschichte von der Auflösung des alten bis
zur Gründung des neuen Reichs“ letztere bei⸗
den in der von ihm hg. „Bibliöthek deutscher Geschichte“ u. a.
Zwiesel, die durch Zweiteilung eines Gegenstandes
entstehende Gabel; die Stelle eines Stammes, an der
er sich in zwei oder mehrere, nahezu gleich starke Höͤhen⸗
criebe teilt; auch ein Sattelstück (f. Sattel)
Zwiesel, Markt im bayr. Reg.-Bez. Niederbayern,
im Bayr. Wald, am Zusammenfluß des Großen und Kleinen
Regen, (1905) 3971 E. Hauptzollamt.
—— s. Kirsche.
wieselkette, Quengeitkette, die doppelte oder mehr⸗
ache Verbindungskette zwischen Fördergefäß und Seil'
Iie (Zwilch), s. Drell.
willinge (Gemelli, Didymi), zwei zu gleicher Zeit
n derselben Mutter reifende Früchte. Zwillingoschwanger
schaft kommt zustande, wenn zwei Fier gleichzeitig be—
fruchtet werden und sich weiter entwickeln, oder wenn in
einem Ei mehrere Keime sind; in letzterm Falle haben
die Kinder steis das gleiche Geschlecht. Auf so Geburten
ommt eine Zwillingsgebutt, auf 7 8000 eine Drislingsgeburt
 (Drilliuge), auf 2080 000 eine Vierlingsgeburt
Wierlinge) und eine Fünflingsgeburt (Fünflinge) auf
Ve Millionen. — Vgl. Hellin (1884).
willinge, drittes Zeichen des Tierkreises; Sternbild
Gemini) am nördl. Himmel [Tafel: Astronomie 1, 1]
nit den Sternen Kastor (zweiter Größe) und Vollur
lerster Größe).
Zwillinge, in der Kristallographie die gesetzmäßige
nicht parallele Verwachsung gleichgesalteter Kristallindi—
oiduen desselben Minerals, aneinander (Kontatte3.) oder
durcheinander (Genetrations⸗3.); die Ebene, zu der je
zwei Individuen symmetrisch liegen, heißt Zwillingsebene,
die darauf senkrechte Gerade Zwilngsachfe.
Zwingenbera. 1) 8. in Baden, Dorf im bad. Kr.
Mosbach, am Neckar, (18008) 259 E., großhzgl. Schloß.
— 2) 8 in Hessen, Stadt in der hess. Prop. Starkenburg,
an der Bergstraße, 1816 E., Amisgericht.
Zwinger, bei mittelalterlichen Befestigungen der
wischen der äußern und innern Ringmauer befin dliche
Umgang (Rondengang), bei. größern Burgen platzartig
rweitert. Bekannt der Z. zu Dresden in prächtigem
Barockstil Tafel: Barock und Rokoko J, 9j.
Zwingli, Ulrich (Huldreich), neben Calvin der Be—
zründer der reform. Kirche, geb. 1. Jan. 1484 zu Wildhaus
 (Toggenburg), 1606 Phete zu Glarus, 1612 15
Feldprediger der Schweizer Truppen in Oberitalien, 1516
Prediger in Kloster Maria-Einfiedeln, hier Beginn seiner
teformatorischen Predigt; seit 1519 Leulpriester am Groß⸗
nünster in Zürich, trat er entschieden jür die Reforma—
Brockhaus Kleines Honversations-Lexikon. 5 Aufl. nJ

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Zwo

ion ein, erklärte sich 1522 gegen die kath. Fastengebote
und gewann den Maͤgistrat don Zürich für sich, so daß
nach dem Züricher Religionsgefprach über 8.6 67 Thesen
29. Jan. 1523) die Reformation offziell eingeführt wurde.
1525 verheiratete 3. sich mit Anna Meyer vpon Knonau;
als Pfarrer von Zürich war er der geistliche wie polit.
Berater und Führer der Züricher Regierung, in feiner
Auffassung des evang. Christen ums — er das prak⸗
tische und sittliche Element in den Vordergrund. Nach
dem Beitritt Berns 335 Reformation (1538) nahm 3.
den Kampf mit den kath. Urkantonen auf: 1529 erster
Kappeler Krieg; zugleich trat er in Beziehung zur deut—
schen Reformalion, geriet aber 1829 nit Luther wegen
der Abendmahlslehre in Streit (Marburger Religious⸗
ra im zweiten Kappeler Krieg fiel er 1 BSii.
1681 bei Kappel. Hauptwerke: „Do ꝑrovidentia; do
vera ôt falsa roligione“ (1525), die Bekenntnisschrift
Aides atio ad Carolum imporatorem“ (1530), „Sämt⸗
liche Werke“, hg. von Schuler und Schuͤltheß (s Bde.,
1828-42; Supplement 1861) und von Egli und Finslet
I804 fg.). — Biogr. von Mörikofer (2 Bde., 1867 69),
Stähelin (8 Bde. 1805 —97); vgl Aug. Baur, „38
Theslogie“ (2 Bde., 1888 — 88); von Kuügelgen, „Die
Ethik g (1802). Kirche).
winglianer, s. v. w. Reformierte (s. Reformierie
rnguaner Gemeinde im Großhzgt. Oldenburg,
am Zwischenahner Meer xmelg., 2 xin breit), (1900)
5012 E. Wasserheilanstalt.
Zwischenbefscheid s. v. w. Interlokut (s. d.).
Zwischendeck, sJ. Deck.
wischengerlcht, s. Entremets.
igecnzeeß s. v. w. Halbgeschoß (G. d.).
zwischenhandel, s. v. w. Transithandel . Transit).
zwischenkieferkuochen, s. Intermarillarknochen.
wischenmeister, in der Sausindastrie 3—
Unternehmer und Heimarbeiter vermitteinde WersonS
au re
Zzwischenreich, s. Interregnum.
wischenrippenneuralgie, f. v. w. Interkostaluralgie,
 s. Interkostal.
Zwischenurteil, s. Interlokut.
wischenwirt, s. Schmarotzerium.
wittau, Stadt in Mühren, an der Zwittawa (zur
warzawa), (18900) 8029 E.; Textilindusirie.
witter⸗ s. Hermaphroditismus. 3. Gwittererz), auch
witterblũten, s. Blute. Is. v. w. Finnerz.
witter mũnzen rz. modaiues hybridoe), Münzen,
hie zwei nicht zusammengehörige Gepräge in sich Pereinideu'
—öA
Ata hexadactꝝ la L. Abb. 1908) graue
Art der Federmotten, mit sechsteiligen
Gorders und Ginterfluͤgeln.
Zwölffingerdarm . Darm und 1998.
Tafel: Singeweide T 2. Awdiffeder
2wölfflaͤchner, s. vdodekaeder.
Zwoͤlf Götter, im Altertum eine bestimmte, erst all⸗
nählich in ihrem Mitgliederbestande gefestigte Götter—
auswahl, deren sicher erkennbare Spuren in' das . bis
3. Jahrh. v. Chr. zurückreichen. In Athen gehörten dazu
Zeus, Hera, Poseidon, Demeter, —— Athena,
Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hermes, Hestia.
Diese wurden auch nach Rom ünd Ftalica übernommen,
— Bgl, Petersen (1868 u. 1867) —
e s. Dodekandrisch.
wölf Nãchte, auch die Zwölfien, Rauhnächte, die
Zeit von Weihnachten bis Dreikönigstag (26. Dez. bis
3. Jan.), alte — an denen noch jeht abergläubische
Borstellungen und Bräuche haflen.
Zwöiftafelgesetʒ Dex auoaseim tabularum), das
ilteste röm. Landrecht, dessen Aufzeichnung einen Erfolg
»er Plebs im Ständekanipfe bedeutete. FEs ward von
den Dezemvirn (s. d.) 451/450 v. Chr. zus ammengestellt und
nach Sturz 449 auf 12 ehernen Tafeln eingegra⸗
en, Zusammenstellung der Bruchstücke von Schöll 8669.
— Val, Voigt (2 Bde, 1888).
Zwölften, s. Zwölf Nächte.
Zwolle (spr. sw-), Haupistadt der niederländ. Prov.
Iberyssel, am Zwarie Water, (18900) 32 280 E., St.
Michaeliskirche (mit Grabdentmal des Thomas a Kempis);
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