.-Hören

 wir einige Stimmen aus beiden Lagern, Zunächst einige
Äußerungen von Bullionisten — so nannte man diejenigen, welche die
Ursache der beklagten Mißstände auf der Geldseite erblickten —. Hier
war der Hauptwortführer Ricardo, der sehr großes Ansehen genoß
zugleich als einer der ersten nationalökonomischen Gelehrten und als
einer der erfahrensten Bankfachleute. Er stellte die Behauptung auf,
daß die zu große Notenausgabe die Ursache der Störungen sei. Nachdem
er bereits in einigen Artikeln im Morning Chronicle diesen Zusammenhang
 nachzuweisen gesucht hatte!), gab er 1809 eine Broschüre heraus,
betitelt „The High Price of Bullion a proof of the depreciation of bank
notes‘, welche eine Neu- und Umarbeitung dieser Zeitungsartikel darstellt.
 Die Hauptgedanken dieser Schrift sind folgende:
Gold und Silber haben, wie andere Waren, einen inneren Wert,
der nicht willkürlich ist, sondern von ihrer Seltenheit, von der Arbeitsmenge,
 die zu ihrer Herstellung nötig war und von dem Werte des
Kapitals, das in den Bergwerken gebraucht wurde, um sie zu beschaffen,
abhängt.
Die Menge Geld, die ein Land braucht, steht im Verhältnis zur
Ausdehnung seines Handels und Verkehrs: wenn in der Entwicklung
zum Reichtum ein Land schneller, als die anderen vorwärts kommt, so
würde auf dieses Land mehr Anteil des Geldes der Welt kommen.
Würde nun eine Goldmine in einem der miteinander verkehrenden
Länder entdeckt werden, so würde der Wert des Goldes in diesem Lande
vermindert infolge der vermehrten Menge der in den Verkehr gebrachten
Edelmetalle und würde daher nicht länger mit dem Golde der anderen
Länder im Werte gleich sein. Sofort würde Gold und Silber gemäß dem
Gesetze, das für alle Waren gilt, das Land verlassen, wo sie billig sind,
nach den Ländern, wo sie teuer sind, und dies würde so lange fortgesetzt,
bis das Verhältnis, das zwischen Gold und Kapital vor der Entdeckung
der Mine bestand, wiederhergestellt ist und Gold und Silber überall
wieder denselben Wert hätten. Im Austausch für das exportierte Gold
würden Waren eingeführt; und obgleich die sogenannte Handelsbilanz
gegen das Land wäre, das Gold oder Barren ausführte, wäre es klar,
daß es einen sehr vorteilhaften Handel treibt, indem es ausführt, was
in keiner Weise ihm nützlich ist, für Waren, die zur Vergrößerung seiner
Gewerbe und zur Vermehrung seines Reichtums gebraucht werden
können.

1) Die Beiträge Ricardos zum Morning Chronicle in dieser Frage sind
neu herausgegeben unter dem Titel: „Three letters on the Price of Gold‘ by
David Ricardo (A reprint of economic tracts edited by Hollander), Baltimore
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