eine Geldentwertung schuld gewesen, so hätte sich die Preiserhöhung
auf alle Waren erstrecken müssen: „Nicht wohl zu begreifen ist es daher
— sagt Tooke —1) wie es in dem Bericht der Commission (Bullion C.)
von 1810 heißen konnte: „Die Preise aller Waren sind gestiegen und
Gold scheint nur in Gemeinschaft mit ihnen gestiegen zu sein. Wenn
diese gleichmäßige Wirkung einer und derselben Ursache zuzuschreiben
ist, so kann diese Ursache nur in der Lage der Landesvaluta zu suchen
sein.‘ Diese Bemerkung wurde zu einer Zeit niedergeschrieben, als
alle Waren, mit Ausnahme von Lebensmitteln, an welchen Mangel war,
reißend im Preise fielen und noch im Fallen begriffen waren, als Gold
stieg. ‚„,...Es gab im Jahre 1810 sehr wenige Waren, deren Verkauf
damals nicht einen Kapitalsverlust von 29, 30% und selbst mehr im
Vergleich zum Einkaufspreise von 1800 gebracht haben würde. Bei
Ländereien, Häusern oder Schiffen würde allerdings eine Ausnahme
stattgefunden haben; die ist aber leicht zu erklären. Die wiederholten
Mißernten hatten die Getreidepreise zu einer, wie es schien, bleibenden
Höhe getrieben und dadurch die Grundbesitzer in den Stand gesetzt,
bei jedem neuen Pachtkontrakt ein höheres Pachtgeld zu erhalten, so
daß diese in einzelnen Fällen dreimal so hoch wurden, wie sie 1792
gewesen und Spekulationen in Land fast sicher einen Vorteil abwarfen.
Bei Häusern wirkten die vermehrten Abgaben auf Baumaterial und
die so viel höheren Preise von Bauholz, neben der Zunahme der Bevölkerung,
 wie eine Prämie zugunsten aller vorhandenen Gebäude, und
führten notwendig eine Steigerung ihres Wertes herbei. Bei Schiffen
kam außerdem noch hinzu, daß sehr viele zu Truppentransporten,
namentlich nach Portugal und Spanien, gebraucht: wurden. Aber mit
diesen Ausnahmen, für welche die Erklärung vorliegt, waren die Preise
fast aller Verkehrsgegenstände 1810 und 1811 niedriger als 1800;
in wenigen Fällen um nur 20, in vielen um mehr als 50%,
in Papier bemessen, während Gold um 25% gestiegen war.“
Tooke weist ferner darauf hin, daß die Ursache des niedrigen
Wechselkurses 1809 in den außergewöhnlichen Zahlungsverpflichtungen
Englands an das Ausland gelegen hätte: „Der Krieg auf der pyrenäischen
Halbinsel hatte begonnen, der große Barsendungen für den Sold und
Unterhalt der verbündeten Heere erforderte, und mit Österreich wurden
im Hinblick auf dessen Kriegserklärung gegen FF. Tankreich, die im Frühjahr
 1809 stattfand, Subsidientraktate gepflogen.
Diese Verhältnisse mußten mächtig auf die Wechselkurse einwirken,
die demnach beträchtlich hinuntergingen, ohne daß die Bank vorher

?) a. a. O. S. 142/43 u. 144/45-K.
 Diehl, Geldwesen und Valuta.