die gesunkenen Kurse sich wieder erholten, ohne daß die Menge der
Noten abgenommen hatte. Für Ricardo ist eigentümlich, daß er
eine „ungünstige Handelsbilanz“ gar nicht anerkennt; wenm infolge
 der großen Warensendungen Geld aus dem Lande gezogen wird,
so ist für ihn Geld „the cheapest exportable commodity““, ein Ausdruck,
Jer immer beiihm wiederkehrt. Es findet dann ein natürlicher Austausch
zwischen zwei Waren statt, und die natürliche Preisbildung soll bewirken,
4aß Geld und keine andere Ware exportiert wird.
Den Ausdruck „ungünstige Handelsbilanz‘“ erklärt daher Ricardo
für inkorrekt!). „Aus welchem Grunde immer eine Ausfuhr von Gold
im Austausch gegen Waren geschehen mag, sie wird stets (wie ich glaube,
sehr inkorrekter Weise) ungünstige Handelsbilanz genannt.“
Fullarton sagt sehr zutreffend?): „Ricardo lebte zur Zeit der
Streitigkeiten, die sich an die Restriktionsakte anschlossen, und hatte
sich so lange daran gewöhnt, alle großen Schwankungen des Wechselkurses
 und des Goldpreises als Folge der übermäßigen Notenausgabe
der Bank von England anzusehen, daß er zu gewissen Zeiten kaum bereit
schien, zuzugeben, daß ein derartiges Ding wie eine ungünstige Handelsbilanz
 überhaupt existiere.“
Anstatt der schematischen, generalisierenden Auffassung der
Bullionisten über den Zusammenhang zwischen Notenausgabe, Wechselkursen
 und Warenpreisen derart, daß es nur die zu große Menge von
Noten sei, die den ungünstigen Stand der Kurse und den hohen Preisstand
 erklärten, ist der methodisch viel richtigere Standpunkt Tookes
unbedingt zu akzeptieren, der in genauer Weise für die einzelnen Zeitabschnitte
 im einzelnen untersucht, wie der Stand der Wechselkurse
und der Preise zu erklären ist. Das Resultat dieser sorgfältigen und
gründlichen Untersuchungen Tookes ist, daß die Ansicht Ricardos
and des Bullion-Committees falsch ist, und daß es andere Ursachen
waren, welche die abnormen Preis- und Kursverhältnisse bewirkt haben,
daß jedenfalls der Geld- und Notenumlauf bei dieser Gestaltung nur
aine sekundäre Rolle gespielt hat.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Jahres 1809 und der folgenden
Jahre können ein Weichen der Kurse erklären, ohne in erster Linie auf
die Notenemission der Bank von England zu rekurrieren. Senior hat
diese Zustände einmal so charakterisiert?) : „Die schlechten Ernten von
r808/09, die ungeheuren Ausgaben der Regierung im Auslande, die

ij The high price etc., S. 270.
') On the regulation of currencies. London 1849. S. 133-3)
 Zitiert von Tooke I, S. 608.