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als durch den Krieg die Schiffahrt fast völlig stillgelegt wurde, und
dazu noch neue finanzielle Schwierigkeiten traten, weildie Finanzierungsmöglichkeiten‘
 stark unterbunden waren. In den meisten südamerikanischen
 Ländern war ein Moratorium erklärt worden, und die deutschen
 Exporteure waren infolge des Krieges mit England von ihren
dort liegenden Aktiven abgeschnitten!). Große Industriezweige, wie
z. B. die chemische Industrie, die jährlich für etwa 1800 Mill. M. Waren
herstellt, wovon etwa die Hälfte ins Ausland abgesetzt wird, wurden
des größten Teiles dieses Absatzes beraubt, weil wir zu Ausfuhrverboten
der chemischen Fabrikate im Interesse unserer Kriegsführung gezwungen
waren. Wenn England längst nicht in dem Maße wie Deutschland
während des Weltkrieges unter ungünstigen Wechselkursen zu leiden
hatte, so hat dies seinen Grund darin, daß es den Fehlbetrag seiner
internationalen Handelsbilanz durch Aufnahme von Anleihen und Versenden
 von Wertpapieren ausgleichen konnte. Daß die Wechselkursgestaltung
 in der Hauptsache auf die Verhältnisse der Handels- und
Zahlungsbilanz zurückgeht, ergibt sich deutlich aus dem Handelsverkehr
 einzelner neutraler Länder. — Man kann an Hand der Handelsstatistik
 beobachten, wie mit der Veränderung der Aus- und Einfuhrziffern
 sich auch die Wechselkurse verändern. So führte z, B. Norwegen
im Jahre 1913 für 75 Millionen Kronen nach Deutschland aus, während
die Einfuhr aus Deutschland einen Wert von 167 Millionen Kronen
darstellte (wesentlich Mehl und Getreide). Diese Ausfuhr Deutschlands
hatte im Kriege ganz aufgehört; natürlich war die Folge, daß jetzt
die norwegische Ausfuhr statt mit Waren, bar bezahlt werden
mußte, daß also ein großer Begehr nach norwegischen Zahlungsmitteln
entstand, dem nur ein geringer Begehr nach deutschen Zahlungsmitteln
in Norwegen gegenüberstand, Infolgedessen war der Reichsmarkkurs
schon gleich nach Kriegsausbruch in den nordischen Ländern fortgesetzt
 gesunken. Während der Kurs sonst durchschnittlich für eine
Reichsmark mit‘ 88% bis 89 Öre notiert zu werden pflegt, betrug er
im November 1914: 84—85 Öre, war also um 4—5 % gesunken. Gleichzeitig
 mit dem Sinken des Markkurses hat in Skandinavien — aus
ähnlichen Gründen — ein erhebliches Steigen des Pfund-Sterling- und
Dollarkurses stattgefunden. Während der Durchschnittskurs eines
Pfund Sterling etwa 18,20 Kronen ist, betrug der Kurs Ende November
1914: 19,10 Kronen, war also mehr als 5% über das Normale gestiegen.
Der Grund lag auch hier an der Handelsbilanz. Norwegen führte im
Jahre 1913 Waren im Werte von 94 Millionen Kronen nach England

1) Vgl. „Der deutsche Exporthandel und der Krieg‘ im Handelsteil der
Frankfurter Zeitung vom ıs. September 1914.