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Dilanz für die Gestaltung der Wechselkurse während des Krieges sind,
zeigt besonders gut das Beispiel der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika.
 Unmittelbar vor Ausbruch des Krieges stand der Markkurs
in New York ungefähr auf pari (in New York sind 95,2 Cents für 4 Mark
die Parität). Im Laufe des Jahres 1915 sank der deutsche Wechselkurs
in New York, so daß er z. B. am 3%. Mai 1915 auf 82 stand, also ein
Disagio von 13,1% aufwies. Das Sinken ist zu erklären durch die
großen Baumwollversendungen Amerikas nach Deutschland, die bezahlt
 werden mußten, ohne daß Deutschland genügend Waren als
Gegenwert liefern konnte 3,
Ebenso sind die Veränderungen im englisch-amerikanischen
Wechselkurs aus den Handelsbilanzverhältnissen zu erklären, Im Anfang
 des Krieges stand der Pfundwechsel in Amerika sehr günstig, da
England noch große Guthaben in Amerika hatte, über die es verfügen
konnte. Infolge der großen Goldexporte nach England hatte der Sterlingkurs
 in New York eine ungewöhnliche Höhe erreicht, Im September
1914 mußte in New York das Pfund Sterling mit etwa 5 Dollars bezahlt
werden (Parität 4,86%); um die Wende des Jahres 1914/15 trat aber
ein Umschwung zuungunsten Englands ein und der Kurs sank sehr
rapid herunter, so daß er z. B. Ende Juni I915 etwa 3% unter Parität
notierte (4,72). Diese Entwertung des Pfundwechsels ist aus der stärker
werdenden. Passivität der englischen Handelsbilanz leicht zu erklären.
Durch die großen amerikanischen Lieferungen an Kriegsmaterial und
Lebensmitteln waren große Forderungen Amerikas an England entstanden,
 wodurch die englische Valuta diese Entwertung erfuhr. —
Vergleicht man die Außenhandelsziffern Englands in den ersten 5 Monaten
 des Jahres I915, SO ergibt sich in der Einfuhr eine Steigerung
von 317,7 auf 353,2 Millionen Pfund, während die Ausfuhr einen Rückgang
 von 215,6 auf 150,4 Millionen Pfund aufweist.
Umgekehrt zeigt sich das Wachstum der amerikanischen Ausfuhr
in folgenden Ziffern:
diese Ausfuhr hatte 1912/13 einen Überschuß von 652 Mill. Dollars,
1915/16 » » 2130 „3.
Auch in der Schweiz stieg der Dollarkurs infolge der großen Ausfuhr
 der Vereinigten Staaten bedeutend und erreichte Februar 1915
eine Höhe von 5,50 Fr., was einem Aufgeld von 61% % entspricht: er

1) Vgl. Bonn, Die Wechselkurse im Kriege. Europäische Staats- u. Wirt-‚schaftszeitung
 vom 13. Oktober 1917.
2) Jastrow, Dollar contra Sterling. Berliner Tageblatt v. 6. 3. 1915 und
ebenda Handelsteil v. 8. 7. I9I15.