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große Mengen Banknoten ins neutrale Ausland gebracht in allen Fällen,
wo eine Devisenanschaffung nicht möglich war, Auch hierbei wirkte
die Spekulation mit, da bei den steigenden Preisen vieler Waren in
Deutschland es eine vorteilhafte Spekulation war, im neutralen Auslande
 diese Waren anzukaufen und in Deutschland zu verkaufen. Mit
großen Mengen deutscher Banknoten ausgestattet, reisten deutsche
Aufkäufer ins neutrale Ausland, um derartige Geschäfte abzuschließen,
und schädigten dadurch die deutsche Valuta. Auch durch österreichische
und galizische Händler wurden in großem Maße deutsche Banknoten
in die neutralen Länder gebracht. Häufig haben unsere Bundesgenossen
die ihnen aus Deutschland zukommenden Überweisungen dazu benutzt,
 ihre Käufe in den neutralen Ländern in Mark zu bezahlen.
Ähnlich wirkte vielfach die Übertragung deutscher Wertpapiere ins
neutrale Ausland, Durch solche Vermögensverschiebungen, wie Weyermann
 es nennt, wurden namentlich in die Schweiz große Mengen
flüssigen Vermögens geschafft, teils auch zur Vermeidung künftiger
Steuern, Durch diese Ausfuhr deutscher Effekten wurde das Angebot
deutscher Zahlungsmittel im neutralen Auslande noch weiter vermehrt,
und ein Druck auf die deutsche Valuta ausgeübt. So wurde zeitweise
das neutrale Ausland förmlich mit Marknoten überschwemmt, die dann
ausgeboten wurden wie „sauer Bier“.
Auch in den dem deutschen Reichstag vorgelegten Denkschriften
über wirtschaftliche Maßnahmen wird wiederholt die große Ausdehnung
lieser Art von Markzahlungen ans Ausland hervorgehoben?).
Ebenso wie die Spekulation im engsten Zusammenhang mit der
primären Ursache des Standes der Wechselkurse im Kriege, der Handelsund
 Zahlungsbilanz, steht, ist dies der Fall mit den Einflüssen der
„Politik“. Als Ende des Jahres 1917 infolge der Friedensverhandlungen
in Brest-Litowsk die deutschen Wechselkurse in den neutralen Ländern
sich bedeutend verbesserten, wurde die Meinung geäußert, hier zeige
es sich, daß die politischen Faktoren weit mächtiger auf den Stand
der Wechselkurse einwirkten, als die Verhältnisse des Handels- und
Zahlungsverkehrs. Dies ist jedoch irrig. Im Gegenteil, gerade dieses
Einwirken der politischen Ereignisse bestätigt unsere Auffassung von
der primären Bedeutung der Handels- und Zahlungsbilanz; denn wenn
durch die Friedensverhandlungen die deutschen Wechselkurse in die
Höhe gingen, so geschah es aus dem Grunde, weil dadurch das Vertrauen
 wuchs, daß binnen kurzer Zeit die Handelsbeziehungen Deutschlands
 wieder neu belebt würden, daß die Hemmungen des Waren- und

n Vgl. 10. Nachtrag S. 146 und ır. Nachtrag S. 168