Schiffahrtverkehrs aufhörten, daß daher die deutschen Zahlungsmittel
wieder begehrter würden. . Sobald an die Stelle des international
zleichwertigen Zahlungsmittels, des Goldes, nationale Zahlungsmittel
treten, die im Werte schwanken, und die nicht wie das Gold einen
realen. Stoffwert haben, sondern auf Kredit beruhen: die Wechsel,
Schecks, Noten, muß alles, was den Kredit des betreffenden Landes
erhöht, auch die Zahlungsmittel, die dem betreffenden Lande entstammen,
 im Werte erhöhen. Die Inhaber solcher papierener Zahlungsmittel
 geben sie nicht länger aus Besorgnis noch größerer Entwertung
zu billigem Preise her, sondern gehen mit ihrem Preisangebot in die
Höhe, weil sie erwarten, daß diese Zahlungsmittel in Zukunft wieder
mehr gesucht werden. — Im Hinblick auf die veränderte politische
Lage werden die Wechsel der Länder mehr gesucht, von denen anzunehmen
 ist, daß sie infolge des Friedens große wirtschaftliche und
politische Vorteile erringen.
Der Zusammenhang zwischen Politik und Valuta ist also der,
daß alle politischen Ereignisse, die das Vertrauen in die wirtschaftliche
Kraft eines Landes zu stärken geeignet sind, auch die Valuta des betreffenden
 Landes verbessern. Gänzlich verfehlt muß es aber sein,
die Zusammenhänge zwischen Politik und Valuta parteipolitisch zu
verwerten. Die eine Partei wirft dann der anderen vor, daß sie durch
ihr Verhalten die Valuta „verschlechtere‘. Es ist ebenso falsch, wenn
Dernburg sagt: „Das Gerede der Vaterlandspartei über den Hungerfrieden
 verschlechtert unsere Valuta‘‘, als wenn Kl1oß behauptet, „daß
bei einer Rede von Erzberger der Kurs gesunken, bei der Gründung
der Vaterlandspartei gestiegen sei“ 1),
Es heißt direkt Mißbrauch mit der Statistik treiben, wenn man,
wie es K1oß in dem genannten Artikel tut, sogar in Kurven darstellt,
wie gewisse Tiefpunkte der Valuta eingetreten seien, wenn bestimmte
friedensfreundliche Reden im Reichstag gehalten wurden, daß dagegen
in den Tagen, als die Vaterlandspartei auf den Plan trat, eine starke
Besserung der Valuta eintrat. Mit mathematischer Genauigkeit will
er sogar feststellen, daß Erzbergers „Flaumacherei‘“ am Schwedenkurs
 gemessen, 25mal so schädlich war als die Kriegserklärung Rumäniens
und mehr als 1omal so schädlich als die der Amerikaner. Es wird hierbei
ganz‘ übersehen, daß der Stand der Wechselkurse die Komponente
zahlreicher Faktoren ist, und daß es daher durchaus verfehlt erscheinen
muß den Stand der Wechselkurse an einem bestimmten Tage mit

1) Vgl. „Verzichtfriede und Valuta‘‘ von Prof, Dr. K10ß in der Rheinisch-Westfälischen
 Zeitung vom 16. 1. 1918.