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geldes verursacht wird, wenn also z. B. infolge neuer Entdeckung von
Goldminen eine außerordentliche Vermehrung der Goldgewinnung einiritt,
 So wird die große Preissteigerung um die Mitte des 19. Jahraunderts
 auf die australischen und kalifornischen Goldfunde zurückgeführt,
 Die häufigsten Fälle der Inflation in der Wirtschaftsgeschichte
3ind aber die, wo sie eine Folge der Vermehrung des Papiergeldes oder der
Verdrängung des Metallgeldes durch Papiergeld ist. Hier spricht man
auch meist von einer Verschlechterung des Geldes. Wird die Frage
also so gestellt: Beruht die Preissteigerung in Deutschland während
des Weltkrieges auf Inflation? so ist die Antwort zu geben: als eine
der Ursachen der Preissteigerung ist sicher die Inflation zu nennen,
jedoch ist dies nur so zu verstehen:
1. Die Inflation stellt keineswegs die Hauptursache der Preissteigerung
 dar, sie spielt nur eine sekundäre Rolle. Die eigentlich
entscheidende und wichtigste Ursache der Preissteigerung liegt auf der
Warenseite und nicht auf der Geldseite. Die besonderen, durch den
Krieg hervorgerufenen Verhältnisse von Nachfrage und Angebot auf
dem Warenmarkt haben die Preissteigerung hervorgerufen. Die durch
die Absperrung vom Auslande hervorgerufene Knappheit vieler wich-:igster
 Waren und die wachsende Schwierigkeit ihrer Beschaffung auf
der einen Seite, die steigende Nachfrage nach Waren aller Art auf der
anderen Seite geben die einfache Erklärung der Steigerung der Preise ab,
Durch den Fortfall eines großen Teiles der Zufuhr von Lebensmitteln
aller Art und namentlich von Rohstoffen aus. den feindlichen Ländern
mußten die Preise der meisten Bedarfsgegenstände außerordentlich
steigen. Soweit Rohstoffe in Deutschland nicht zu gewinnen sind,
mußten sie zu den höchsten Preisen, soweit es überhaupt möglich war,
aus dem neutralen Ausland herbeigeschafft werden. Soweit die Lebensmittel
 in Deutschland, namentlich die Agrarprodukte im Inland erzeugt
werden konnten, war dies nur mit wachsenden Produktionskosten
möglich, Für diese Erzeugnisse der Urproduktion gilt die bekannte
Preistendenz, daß .die Kosten der unter den ungünstigsten Produktionsbedingungen
 erzeugten Produkte für die Preise der Produkte maßgebend
 sind, Während man in Friedenszeiten die inländische Produktion,
soweit sie nur unter den ungünstigsten Bedingungen möglich war,
unterließ und das Bedarfsdefizit unter günstigeren Bedingungen aus
dem Auslande deckte, mußten jetzt in der „isolierten“ Wirtschaft alle,
auch die ungünstigsten Produktionsmöglichkeiten ausgenutzt werden.
Das bewirkte mit Notwendigkeit immer wachsende Preise, weil hohe
Produktionskosten zu decken waren. Das bedeutet zugleich hohe
Kriegsgewinne in Form von Differentialrenten an diejenigen Produ-