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als 2 Jahren sogar bis auf 200 Mill. Dollars erhöhte, war das Agio bis
auf 90% gestiegen, das Papiergeld lief also nur zu 10% seiner Begültigung
 um und war I Jahr später, 1780, völlig wertlos‘“1).
Hier haben wir Fälle wirklicher Papiergeldwirtschaft vor uns, Daß
sowohl bei uns in Deutschland als in England während der Napoleonischen
 Kriege davon nicht die Rede sein kann, ergibt sich aus der
quantitativen und qualitativen Verschiedenheit der Geldverhältnisse
damals und den englischen Verhältnissen in der Zeit von 1797 bis 1821
und den gegenwärtigen deutschen Zuständen, Trotzdem in keiner
Weise unsere deutsche Geldwirtschaft während des Krieges irgendeine
Ähnlichkeit mit der Papiergeldwirtschaft in den erwähnten früheren
Zeiten, die in der Regel mit Staatsbankrott geendet hatten, aufweist,
so ist doch eine gewisse Inflation, d. h, eine preissteigernde Wirkung
durch die Änderung unserer Währungsverhältnisse eingetreten. Aber
in welcher Weise wirkte die Geldvermehrung während des Krieges auf
den Stand der Preise ? Dies darf man sich nicht nach der Art der naiveil
Quantitätstheoretiker vorstellen. Diese nehmen einfach an, daß im
Verhältnis der Vermehrung der Zahlungsmittel auch eine Erhöhung
des Preisstandes eintreten müsse, so daß also, wenn die Menge der
Zahlungsmittel auf das Doppelte gestiegen wäre, auch die Preise um
das Doppelte in die Höhe gehen mußten, Dabei wird nicht nur übersehen,
 daß die Zahlungsmittel eine ganz verschiedene Wirkung ausüben
je nach der Umlaufsgeschwindigkeit, mit der sie zirkulieren, sondern
vor allem, daß eine große Masse von Umsätzen auf dem Wege des
Kredits durch bargeldlose Zahlungsmethoden usw. vermittelt wird,
so daß immer nur ein Teil der Umsätze sich mit Hilfe der Banknoten
und der anderen Geldzahlungsmittel vollzieht. So kann niemals eine
bestimmte Menge neu hinzukommender Zahlungsmittel sofort und
direkt eine Erhöhung des Preisstandes bewirken. Der Zusammenhang
ist vielmehr ein indirekter und quantitativ nie exakt feststellbarer,
Die Einwirkung der neu geschaffenen Zahlungsmittel auf die Preise
vollzieht sich durch‘ die dadurch neu geschaffene Kaufkraft, die zahlreichen
 Käufern die Möglichkeit bietet, mit präsenten Zahlungsmitteln
auf den Markt zu treten und durch gesteigerte Nachfrage die Preise
vieler Waren zu erhöhen. Diese hohen Preise bedeuten für die Verkäufer
 dieser Waren erhöhtes Vermögen und Einkommen; sie werden
dadurch in die‘ Lage versetzt, ihrerseits wiederum für alle möglichen
Waren höhere Preise zu zahlen, und so pflanzt sich der durch die vermehrten
 Zahlungsmittel gegebene Anstoß weiter fort bis in die weitesten

‘) Vgl. Wolter, a. a. O. S. 85.