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dehnung erfolgen. Somit ist das Urteil Bendixens unhaltbar, daß die
Steigerung der Preise nie auf einer Minderbewertung des Geldes, sondern
auf den Vorgängen des Warenmarktes beruhe.
Dasselbe Urteil wird auch von Heyn ausgesprochen, der meint:
„Die niedrige Bewertung unserer Mark im Auslande und ihr ungünstiger
Stand im Verhältnis zum ausländischen Geld erklären sich lediglich
daraus, daß wir nach der Sperrung des ausländischen Vermögens und
unseres Exports durch die Not gezwungen sind, die ausländische Valuta
so teuer, wie es tatsächlich geschieht, zu bezahlen, um die benötigten
Bedarfsartikel importieren zu können, und daß die wenigen Inländer,
welche ausländische Valuta besitzen, keine Veranlassung haben, dieselbe
zu niedrigeren Preisen abzugeben‘‘1),
Die hier erörterte Frage über die Wirkung der Geldvermehrung
im Kriege auf die Preise ist in einer jüngst veröffentlichten Schrift
Liefmanns eingehend behandelt worden?). Meine Auffassung stimmt
mit der Liefmanns in einzelnen Punkten überein, in den meisten
weiche ich sehr wesentlich von ihm ab. Mit Liefmann bin ich darin
einig, daß der Ursachenkomplex nicht so einfach liegt wie der im Sinne
der Quantitätstheorie dargelegte, daß nämlich eine Vermehrung der
Menge des Geldes auch eine proportionale Erhöhung des allgemeinen
Preisniveaus bewirke; ferner darin, daß die Einwirkung auf dem Weg
über die Erwerbs- und Einkommensverhältnisse der Käufer zu erklären
ist. Aber ich kann Liefmann nicht zustimmen, daß diese Erklärung
etwas völlig Neues sei; selbstverständlich ist die spezielle Art, wie
Liefmann auf Grund seiner psychischen Wirtschaftstheorie diesen
Kausalzusammenhang erklärt, sein alleiniges geistiges Eigentum, aber
falsch ist seine Behauptung, man hätte sich regelmäßig die Wirkung
der Geldvermehrung auf die Preise so vorgestellt, als ob eine Vermehrung
 der Geldmenge mechanisch und automatisch alsbald eine
Erhöhung der Preise herbeiführe, und habe sich den tauschwirtschaftliehen
 Prozeß, durch den eine Geldvermehrung zu Preissteigerungen
führe, niemals klar gemacht, sondern die Quantitätstheorie einfach als
ein Naturgesetz betrachtet3).

') Vgl. seine Abhandlung im ‚„Bankarchiv‘ Nr. 23 vom 1. September 1916:
„Die Ursachen des Tiefstandes unserer Valuta und die Aussichten auf Wiederherstellung
 des Parikurses nach dem Kriege (S. 441). — Dieselbe Ansicht vertritt
Heyn auch in seiner Abhandlung: „Der Kursrückgang der deutschen Wechsel
keine Folge einer Entwertung des deutschen Geldes‘ in Conrads Tahrb. 1916,
{. S. 376. .
N Die Geldvermehrung im Weltkriege,
3 a, a. O. S. 68.