Die Art, Größe und Intensität dieser Nachfrage hängt wiederum im
wesentlichen davon ab, wer die Besitzer dieses neu hinzugekommenen
Geldes. sind“). .
Wie die Vermehrung des Edelmetalls und Geldvorrats allmählich
auf dem Wege der Einnahmenerhöhung die Preissteigerung bewirkt,
schildert er so: „Ein Teil des neuen Goldes und Silbers wird in
Deutschland von den reichen Kuxenbesitzern im Handel und auch in
der gewerblichen Produktion angelegt worden sein. Daneben haben
sie gewiß auch einen Teil zur Erweiterung und Vermehrung ihrer feineren
Bedürfnisse verwandt. Die kleinen Kuxeninhaber, die Gewerke werden
die Mehreinnahmen gewiß fast ausschließlich zur Konsumerweiterung
und Verbesserung benutzt haben. Der Staat hat seinen Anteil wahrscheinlich
 vorwiegend. zu militärischen und Verwaltungszwecken und
für den Hof des Fürsten verwandt. Endlich hat der Bergbau selber
eine Nachfrage nach gewissen, für den Betrieb des Bergwerks und die
Verhüttung des Erzes notwendigen Materialien, wie Holz, Holzkohlen
u. dgl. geschaffen. Es ist also eine mannigfaltige Nachfrage hervorgerufen
 worden und inwieweit dieselbe zur Steigerung der Preise führte,
war einmal durch die Dringlichkeit des Bedarfs bedingt, und zweitens
durch die mehr oder weniger große Möglichkeit, die betreffenden Waren
heranzuschaffen oder zu vermehren‘‘?).
Auch in der Literatur über den Einfluß der Goldproduktion auf
die Teuerung vor dem Kriege ist von den Autoren, welche in der vermehrten
 Goldproduktion eine mitwirkende Ursache der Teuerung erkennen
 wollen, zu denen auch der Verfasser dieser Schrift gehört, der
Zusammenhang stets so aufgefaßt worden, daß die Wirkung vermittelt
wird durch die Erhöhung der Einkommen gewisser Käuferschichten
in den Goldproduktionsländern und von da aus sich auf andere Gebiete
 fortpflanzt.
Der Unterschied zwischen Notenausgabe auf Grund von Handelswechseln
 und auf Grund von Finanzwechseln des Staates, auf den
Liefmann mit Recht großes Gewicht legt, ist ebenfalls in seiner
Wichtigkeit für den Geldwert und die Preise schon längst erkannt
worden und spielt z. B. in der Kontroversen-Literatur zur Zeit der
englischen Bankrestriktion eine große Rolle. Wenn auch sowohl von
den Bullionisten als von den Antibullionisten dieser Unterschied nicht
in seiner vollen Tragweite gewürdigt wurde, so war er jedenfalls erkannt,
and wird öfters in diesem Streit hervorgehoben.
Die spezielle Art, in der Liefmann die Einwirkung der .‚Geldı)

 Wiebe, a. a. O. S. 318,
N Ebenda S. 319.