abweiche: „Doch kommt es auf die Golddeckung der Noten, auf die
nach alter metallistischer Schablone in allen Ausweisen und allen Besprechungen
 immer zuerst hingewiesen wird, für die ‚,,Kaufkraft des
Geldes‘““, d.h. den Einfluß der. Geldveränderungen auf die Preise und
für die Bewertung unserer Valuta im Auslande gar nicht an, Die triumphierenden
 Hinweise, daß die Golddeckung unserer Banknoten immer
noch besser sei als die in Frankreich oder Italien, die sich in unserer
Presse immer wieder finden, entspringen nur der überlieferten Gedankenlosigkeit
 auf diesem Gebiete und dem allgemeinen Unverständnis über
die Art und Wirkungen der Geldvermehrung‘‘“1), Sollte die Sorge
für die Deckung der Noten wirklich nur auf Gedankenlosigkeit beruhen ?
Daß das „Vertrauen“ zu dem Geld eine wichtige Rolle für den Geldwert
spielt, ist doch aus der Geschichte bekannt. ‚Da eine privatkapitalistische
Wirtschaftsordnung ein. reales Gut als Vermittler der Umsätze unbelingt
 erfordert und zwar. vor allem wegen seiner Funktion als Preisvergleichungsmittel,
 so wird auch ein Staat, der einmal die Goldwährung
eingeführt hat, dafür sorgen müssen, daß diese Goldwährung möglichst
 intakt erhalten bleibt. Tut er dies nicht, so spürt er dies alsbald
 im Sinken des Vertrauens zum Gelde.
In der von Liefmann gegebenen Definition „Geld ist die aus der
Einbürgerung allgemeiner Tauschmittel sich entwickelnde allgemein
abstrakte Rechnungseinheit, in der alle Konsumwirtschaften ihre
Kosten und die Erwerbswirtschaften ihre Erträge (Nutzen) zu veranschlagen
 pflegen“, kommt der Staat viel zu kurz. Richtiger müßte die
Definition lauten: „Geld ist das gesetzliche Zahlungsmittel, das vom
Staate zur Grundlage der Währung erklärt wird“, und wenn, wie in
Deutschland, dieses Geld das Gold und die in Gold einlöslichen Banknoten
 sind, so muß alles, was das Vertrauen in dieses Geld erschüttert,
auch den „Wert“ des Geldes vermindern. Auf ein bloßes „Rechnen“
mit Geldeinheiten kommt es nicht an, sondern vor allem darauf, daß
die Grundlage des Geldwesens selbst, das reale Geldgut, vorhanden ist
und möglichst wenig im Werte schwankt. Ist vom Staate für einen
genügenden Bestand solcher realer Zahlungsmittel in guter Beschaffenheit
 gesorgt, so Jäßt sich auf dieser Basis ein großer Bau von Kreditzahlungsmitteln
 errichten, die aber doch alle sich wieder an das reale
Zahlungsmittel, das Stoffwert hat, anlehnen müssen. Insoweit ist man
berechtigt, von einem allgemeinen Geldwert zu sprechen, einen
Ausdruck, den Liefmann völlig ablehnt. Wenn Liefmann sagt, daß
es nicht allein auf die Geldvermehrung, sondern auch auf die Kredita.

 a. O0. S. 232.