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Die Kritik Heyns muß anknüpfen an seine Theorie des Geldwertes,
 die er in mehreren Arbeiten dargelegt hat!).
Heyn hat den springenden Punkt in dieser ganzen Kontroverse
durchaus richtig erfaßt, wenn er immer wieder betont, daß das Vertrauen
 zum Geld vorhanden sein müsse, und daß das Geld ein Ding
von Wert sein müsse, wenn dieses Vertrauen erhalten bleiben solle.
Die Frage lautet also: Ist auch bei einer chartalistischen Regelung des
Geldwesens, d. h. bei einem stoffwertlosen Gelde das genügende Ver-:rauen
 vorhanden, oder ist aus diesem Grunde eine Metallwährung
vorzuziehen? Heyn steht auf dem Standpunkte, daß dieses Vertrauen
auch bei einer Währung mit Zettelumlauf ebenso gefestigt sei wie bei
der Metallwährung. . Seine erste These lautet: „Das.Geldumuß.einen
wirtschaftlichen. Wert haben, und es muß dieser Wert auch so beschaffen
sein, daß in den in Geld ausgedrückten Preisen das reale, durch Angebot
und Nachfrage bestimmte Wertverhältnis der einzelnen Waren zueinander
 richtig zum Ausdruck kommt, und daß Veränderungen der Preise
Veränderungen von Angebot und Nachfrage nach Waren richtig anzeigen.‘“.
 Mit dieser These bin ich einverstanden, und die Polemik, die
Heyn hier gegen Bendixen führt, ist durchaus zutreffend. Gegenüber
der Behauptung Bendixens, die Ansicht, daß Geld Vertrauen genießen
 müsse, beruhe auf einem Denkfehler, wird von Heyn mit Recht
gesagt: „Das Volk muß auch die Überzeugung haben, daß dem Gelde
die gleiche Zahlkraft für Rechnungen und Steuern (also zur Schuldentilgung)
 auch für die (nahe und ferne) Zukunft verbleiben wird, und
daß mit gleichen Fähigkeiten ausgestattetes Geld in Zukunft nicht werde
billiger beschafft werden können (wie es z, B. zur Zeit der Assignaten
nach und nach möglich war); das Volk darf ferner nicht die Meinung
hegen, daß die Kaufkraft dieses Geldes durch „Ursachen auf der Geldseite‘,
 vor allem durch übermäßige Vermehrung seiner Menge, die ja
stets als solche Ursache bezeichnet wird, beeinträchtigt und herabgesetzt
werden würde?), Mit demselben Recht weist Heyn an anderer Stelle ®)
die irrige Meinung von Bendixen zurück, daßdas Geld nur ein „einfaches
Rechnungsmittel‘“, eine Art Spielmarke sei, Wer sich über die Funktionen
 des Geldes klar ist, muß auch darüber klar sein, daß das Geld
ein Ding.xon Wert sein.mnß; da das Geld, wie Hevn richtig hervorhebt,

1) ı. Theorie des wirtschaftlichen Wertes, Berlin 1899; 2. Papierwährung mit
Goldreserve für den Auslandsverkehr, Berlin 1894; 3. Irrtümer auf dem Gebiete
des Geldwesens, Berlin 1900,
3 Unser Geldwesen nach dem Kriege, Stuttgart 1916, S. 34, Anhang.
3) Zur Frage der Eliminierung des Wertproblems aus der Geldtheorie. Zeitschrift
 für Sozialwissenschaft, 1913, S. 274.