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rechtzeitig in Auslandsguthaben zu verwandeln ?“ (Währungspolitik,
5. 53). — Mit dieser schwedischen Goldpolitik hat es tatsächlich folgende
Bewandtnis. Wenn die schwedische Reichsbank von der Pflicht entbunden
 wurde, ein Kilogramm Gold zu 2480 Kronen einzulösen, so
geschah dies, weil es vorteilhafter für Schweden ist, unter den gegenwärtigen
 Valutaverhältnissen statt Gold Waren in das Land zu bringen.
Schweden will von der entwerteten Valuta der kriegführenden Länder
profitieren, wie es ein guter Sachkenner dieser Verhältnisse, Sven
Helander, beschreibt: „Würde das Gold frei in Schweden einwandern
können, müßten wir es nach der alten Parität bezahlen, wenn die Reichsbank
 das Geld zum festen Kurs einkaufen müßte. Aber wir können
es mit den jetzigen Wechselkursen viel billiger bekommen, wenn wir
in entwerteter ausländischer Valuta Gold kaufen, im betreffenden Lande
Ausfuhrlizenz erhalten (was im Lizenzfeilschen immer möglich ist) und
es selbst nach Schweden kommen lassen. Wenn wir überhaupt Gold
haben wollen, würden wir es viel zu teuer bezahlen, wenn die erwähnten
Maßnahmen nicht ergriffen worden wären“ 1),
Schweden war während des Krieges mit Gold gesättigt; infolge
seiner großen Ausfuhr stiegen die Wechselkurse, was eine immer größere
Goldeinfuhr bewirkte; ein weiterer Zustrom hätte unter Umständen
Inflation bewirken können, die, wie ich oben zeigte, auch durch ein
Übermaß von Gold hervorgerufen werden kann. So brauchte Schweden
vor allem Waren, aber keinen neuen Goldzufluß. Der Bankdirektor
Kaemmerer (Hamburg) hatte während des Krieges eine Unterhaltung
mit dem Leiter der schwedischen Reichsbank in Stockholm, welcher
belustigt lächelte über die Version, daß Schweden gewissermaßen eine
Abwendung vom Gold inauguriere. Der beste Kommentar hierzu war
das lebhafte Interesse, das dieser Herr für den Zeitpunkt an den Tag
legte, zu dem man voraussichtlich für eine „Reichsmarkforderung“
wieder Gold haben könne?),
Man sollte es also unterlassen, die vorübergehende Maßnahme, die
ein einzelnes Land während des Krieges unter ganz anormalen Handelsund
 Verkehrsverhältnissen zu ergreifen genötigt war, als Beweis für
die Notwendigkeit so folgenschwerer Reformen im Frieden, wie es die
Abschaffung der Goldwährung wäre, anzuführen.
Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen; es ist
aber grundsätzlich verkehrt, wirtschaftliche Maßnahmen. die in solchen

1) „Die Goldpolitik Schwedens‘. Europäische Staats- u. Wirtschaftszeitung
Nr. ıxı vom 27. Mai 1916, S. 590ff.
2) „Zur deutschen Valuta‘“ von G. H. Kaemmerer, Hamburg in der Frankfurter
 Zeitung vom 24. 12. 1016.