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Bei den Staatsnoten soll eine gesetzliche Maximalerenze festgesetzt
werden; die Vermehrung müßte also eine gesetzliche Sanktion erhalten,
 Nun meint Liefmann, „die gesetzgebenden Körperschaften
würden bei besserer Einsicht in das Geldwesen nicht so leicht geneigt
sein, Erhöhungen der Papiergeldausgabe zu bewilligen, wie das noch
im Weltkriege in manchen Ländern der Fall war‘“1), und die Gesetzgebung
 könne unbedingt Kautelen dagegen schaffen, daß das Papiergeld
 nicht uferlos vermehrt werde. Aber gerade in Zeiten der Hochkonjunktur
 und der Krisen wird das Verlangen nach Vermehrung des
Staatspapiergeldes besonders groß sein, und es dürfte den gesetzgebenden
 Körperschaften schwer fallen, dem Verlangen zu widerstehen,
auf kostenlosem Wege durch Schaffung neuen Geldes Erweiterung des
Kredits zu gewähren. Hier ist die Goldwährung, wobei zur Schaffung
neuen Geldes Ankauf von Gold notwendig ist, ein viel besseres Mittel
zur Verhütung der Inflation.
Was die Banknoten anlangt, die nur durch Warenwechsel gedeckt
sein sollen, könnte gerade in kritischen Zeiten eine nur auf dem
Wege des Kredits und ohne Golddeckung erfolgende Vermehrung der
Banknoten ebenfalls die Gefahr der Entwertung des Geldes mit sich
bringen. — Ganz bedenklich erscheint mir der Vorschlag Liefmanns,
das Papiergeld durch Vorräte an gewissen Rohstoffen zn decken 2).
Er meint, als solche Deckungsmittel könnten Waren genommen
werden, die auch für die Zwecke der staatlichen Vorratswirtschaft
 in Betracht kommen: Getreide, Kupfer, Baumwolle, Wolle,
Nickel, Platin usw.®. Hier würden zwei ganz verschiedene Zwecke
miteinander verknüpft, denn es ist der Zweck der Vorratswirtschaft,
daß solche wichtigen Waren wie die genannten unbedingt zur Sofortigen
 Verwendung bereit liegen. Sollen sie aber gleichzeitig
 zur Papiergelddeckung dienen, so würde dann im Moment, wo
sie ihrem eigentlichen Zwecke gemäß zur Vorratswirtschaft herangezogen
 werden, wieder das Geld ungedeckt sein. Ferner ist zu beachten,
daß alle diese Waren außerordentlich im Preise schwanken, so daß
das Papiergeld auf einen ganz schwankenden Wert basiert wäre 1). Was

*) Geldvermehrung S. 188.
’) Ebenda S, 184.
) „Geld und Gold“ S, 225.
*) Selbst Autoren, die Liefmanns theoretischer Anschauung nahestehen,
weisen auf das Bedenkliche der Warendeckung hin, z. B. Neurath (in seiner
jüngst erschienenen Schrift ‚„„Großvorratswirtschaft und Notenbankpolitik‘‘,
Wien-Berlin 1918): ‚,... Dabei darf man freilich nicht aus dem Auge verlieren,
daß Waren als bloße Saldoreserve nicht unbedenklich sind, wenn nicht durch
umfassendere Abmachungen der Absatz, insbesondere auf dem internationalen