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den weiteren Vorschlag Liefmanns anlangt, für die Auslandszahlungen
Devisen und internationale Effekten bereit zu halten, so sollte man doch
gerade nach den Erfahrungen des Weltkrieges mit solchen Plänen sehr
vorsichtig sein; und wenn Liefmann meint, man solle nur Devisen
solcher Länder nehmen, „mit denen man nicht leicht in Krieg kommen
kann‘, so dürfte die Entscheidung dieser Frage sehr schwierig sein.
Ganz verfehlt scheint‘ mir die Idee, die Abschaffung der Goldwährung
 quasi als eine Strafe oder einen Racheakt gegenüber England
aufzufassen... Liefmann meint, der Rückgang der Goldproduktion
werde dann für England die gerechte Strafe dafür sein, daß es seines
Goldes wegen seinerzeit den Raubzug gegen die Burenstaaten unternommen
 habel).
So sollen also nationalpolitische Tendenzen für die künftige Wahl
unseres Währungssystems entscheidend sein! Glaubt man im Ernste
hiermit England zu schrecken oder zu schädigen? Mir scheint, gerade
‚das Gegenteil würde eintreten. Da die anglo-amerikanische Welt aller
Voraussicht nach bei der Goldwährung bleiben wird, würde sich Eng-Jand
 nur freuen, wenn Deutschland zur Papierwährung überginge und
damit sein internationaler Kredit an Ansehen verlöre. Es ist doch eine
Illusion, anzunehmen, daß der Bund kleiner Staaten, die sich nach
Liefmanns Idee von der Goldwährung Joslösen sollen und deren
Devisen als Deckungsmittel für den deutschen Auslandsverkehr dienen
sollen ?), große Erfolge auf währungspolitischem Gebiet erreichen könnte,
Der mitteleuropäische Papierwährungsbund würde dem anglo-amerikanischen
 Goldwährungssystem gegenüber zweifellos den kürzeren ziehen,
Es ist bemerkenswert, daß Autoren, die den geldtheoretischen
Anschauungen Liefmanns sehr nahe stehen, seine praktischen
Vorschläge ablehnen, so zZ. B. Federn, der hierzu bemerkt®): „In
der praktischen Forderung nach vollständiger Loslösung des Geldes
vom Gold, nach Verkauf des Goldschatzes, den Liefmann für Deutschland
 verlangt, stimmen wir mit ihm nicht überein. Theoretisch kann
ein vom Gold losgelöstes Geldwesen zweifellos vollkommen gut stehen.
Praktisch hat gerade die internationale Bindung an das Gold gewisse
Vorteile. deretwegen wir es für unwahrscheinlich halten, daß die großen

Markt, gesichert ist. Denn die Eigenschaft des Goldes, jederzeit absetzbare Ware
zu sein, kann nicht ohne weiteres ersetzt werden, wenn nicht über die früher
üblichen Handelsbeziehungen hinaus Kompmpensationsverträge eine größere Rolle
spielen‘ (S. 14).
‘ Vgl. „Geldvermehrung““ S. 193.
3 Ebenda S. 196.
\ Krieg und Geldlehre. Im österreichischen Volkswirt Nr. 36 vom 9. 6. 1917: