127

währung an Stelle der reinen Goldwährung auch damals schon energische
Vertretung gefunden, und zwar durch Ricardo. Wir sahen, daß in
der Übergangszeit von 1819—1823 die Einlösung nur gegen Barren,
nicht gegen Goldmünzen gesetzlich vorgesehen war. Diesen Zustand
verlangte Ricardo als einen dauernden; er meinte, auf diesem Wege
A4em Ideal einer Währung, die möglichst wenig Metall erfordern soll,
nachzukommen. In seiner 1816 erschienenen Schrift „Proposals for
an economical and secure Currency‘, die schon am 26. Juni 1815, also
vor der gesetzlichen Wiedereinführung der Goldwährung abgeschlossen
war, schlug er eine völlige Neuordnung des Geldwesens vor. Er erblickt
den Fortschritt im Geldwesen darin, daß es sich mehr und mehr vom
Gebrauch des Edelmetalls emanzipiere und diesen wertvollen Gegenstand
 durch einen wertlosen ersetze; so groß der Fortschritt gewesen
sei, der durch Annahme der Edelmetalle zu Geldzwecken erreicht
worden wäre, ein weiterer Fortschritt müsse in der Ersetzung der Edelmetalle
 durch Papier bestehen.
Wenn die Bank wieder gezwungen würde, ihre Noten in Münzen,
ainzulösen, so würden die Gewinne der Banken wesentlich vermindert,
ohne einen entsprechenden Gewinn für irgendeinen Teil des Volkes,
Wenn diejenigen, welche I-, 2- und 5-Pfundnoten verwenden, die Wahl
haben sollten, Guineen zu benutzen, so könne kein Zweifel sein, was
sie vorzögen; und so würde einer bloßen Laune zuliebe ein sehr kostspieliges
 Mittel an Stelle eines von geringem Werte gesetzt. Außer
dem Verlust der Bank, der als Verlust für die ganze Gemeinschaft
betrachtet werden müsse, da der Volksreichtum sich aus den Reichtümern
 der einzelnen bilde, würde der Staat zu der nutzlosen Ausgabe
der Prägung veranlaßt, und bei jedem Fallen des Wechselkurses würden
Guineen eingeschmolzen und ausgeführt.
Das Publikum gegen jede Änderung im Geldwerte zu sichern,
ausgenommen diejenige, welcher die Währungsmünze selbst ausgesetzt
ist, und gleichzeitig den Geldumlauf mit dem billigsten Mittel einzurichten,
 hieße den vollkommensten Zustand erreichen, zu dem ein
Geldwesen gebracht werden könne, und wir würden alle diese Vorteile
besitzen, wenn die Bank angehalten würde, ungemünztes Gold oder
Silber zum Münzpreise im Austausche gegen ihre Noten herzugeben,
anstatt Guineen abzuliefern; durch welches Mittel das Papier nie unter
den Preis der Barren fallen könnte. ohne eine Verminderung seiner
Menge zu bewirken.
Um das Steigen des Papiergeldes über den Wert der Barren zu
verhindern, müßte die Bank auch verpflichtet werden, ihr Papier im
Austausche gegen Gold zum Preise von 3 £ 17 sh. pro Unze herzugeben,