die ihm dadurch erleichterte Möglichkeit, Rohstoffe und Gold zu erhalten,
 auch die besonderen Verhältnisse der Zeit von 1810/20 kommen
dazu. Die verbesserte, Lage seiner Finanzen setzte die Regierung in
den Stand und veranlaßte sie, die schwebende Schuld zu vermindern;
das Ausland schuldete beträchtliche Summen für die ungewöhnlich
große Ausfuhr von 1818, für welche andere Rimessen als Gold sehr
knapp sein mußten, da eine Korneinfuhr nicht zulässig, in anderen
Produkten der Markt aber schon überführt war. Alle diese Umstände
wirkten vereint dahin, die Strömung edlen Metalles nach England
heranzulocken !).
Vor eine derartig günstige Konstellation wird Deutschland nach
Friedensschluß nicht gestellt sein. Allerdings das politische Hindernis
des internationalen Waren- und Zahlungsausgleichs, die durch den Krieg
veranlaßte Absperrung vom Auslande, fällt fort; aber die wirtschaftlichen
 Aussichten, daß die deutsche Handels- und Zahlungsbilanz sich
zu einer aktiven gestalte, sind für die ersten Jahre nach dem Kriege
nicht günstig. Zwar können dann die Auslandsforderungen Deutschlands
 realisiert werden, wodurch unsere Zahlungsbilanz verbessert
wird, aber den deutschen Auslandsforderungen stehen Guthaben der
Ausländer gegenüber, und es ist fraglich, auf welcher Seite der Über-Schuß
 vorhanden ist. So sehr wir auch hoffen, daß durch Kriegsentschädigung
 oder Valutaanleihen wir unsere Zahlungsbilanz verbessern
 können, die dauernde Besserung der Valuta wird doch von der
Warenbilanz abhängen. Was diese anlangt, so haben wir zwar den
Vorteil, daß die früher erwähnten Vorkäufe der Industrie bereits bezahlt
 sind, so daß also hier eine Einfuhr von Waren erfolgt, ohne daß
dafür Zahlungsmittel von uns bereitgestellt zu werden brauchen, Aber
abgesehen hiervon ist die Lage Deutschlands insoweit ungünstig, als
wir ein rohstoffarmes Land sind und daß wir sogleich nach Friedensschluß
 Rohstoffe in großer Menge nach Deutschland einzuführen genötigt
 sein werden. Es wird sich um enorme Summen handeln, für die
wir Auslandszahlungen zu leisten haben, denn die Wiederaufnahme
der Friedensarbeit der deutschen Industrie macht diese Einfuhr zu
einer dringenden Notwendigkeit, Diese Einfuhr muß erfolgen, auch
wenn dadurch die Verbesserung unserer Valuta noch etwas verzögert
wird. Nichts ist so falsch als der manchmal geäußerte Ratschlag, wir
müßten nach beendigtem Kriege im Interesse unserer Valuta die Einfuhr
 beschränken und die Ausfuhr verstärken. So sagt z. B. Hahn 3:

l) Tooke, I. S. 263.
?) In seiner Schrift „Von der Kriegs- zur Friedenswährung“ (Arch. f, Sozialwissenschaft
 u. Sozialpolitik. Ergänzungsheft XIV), Tübingen 1018. S. 27.