1%.

Vom Jahre 1896 bis zum Jahre 1899 ist der Zusammenhang
zwischen der Festsetzung des Diskontsatzes und der Höhe
der Goldverluste bei der Reichsbank ein so ganz in die
Augen springender, dass wir darauf nicht weiter glauben eingehen
 zu müssen. Bemerkenswert ist hier aber der Umstand,
dass sich bei der Bank von Frankreich scheinbare Abweichungen
hier ergeben, indem der Vergleich der Zahlen für die Jahre
1897/98 ergiebt, dass trotz der Erhöhung des durchschnittlichen
 Jahresdiskonts um 0,83%, es der Bank von Frankreich
doch möglich gewesen ist, einen Goldüberschuss von 26,4
Millionen Mark zu erzielen, während das Jahr 1899 trotz
der erneuten Diskonterhöhung um ungefähr 0,40%, ihr einen
Verlust von rund 100 Millionen Mark in Gold beibrachte.
Damit ergiebt sich die Frage, welche sonstigen Faktoren
kommen hier für die Bank von Frankreich noch in Betracht?
Um hierauf die richtige Antwort zu erhalten, sind wir gezwungen,
 auf die Ansichten Helfferichs, Rosendorffs ete. über
die Goldprämien näher einzugehen.

8 17.
Die Goldprämienpolitik.
Das Jahr 1896 brachte der Bank von Frankreich, der
deutschen Reichsbank und der Bank von England erhebliche
Goldverluste, Deshalb zeigt sich auch bei der deutschen
Reichsbank und der Bank von England eine ziemlich sprungweise
 Erhöhung des Diskonts, 0,58%, bei der Bank von
England, 0,56°/, bei der deutschen. Reichsbank, die Bank
von Frankreich aber zeigt im Jahresdurchschnitt noch ein
Sinken des Diskonts um 0,1%. Der Compte rendu dieses
Jahres sagt hierzu:
„Die Bank von Frankreich hat Dank. unserer Münzgesetzgebung,
 die es gestattet, in Gold oder Silber zu zahlen,
die Goldverluste soweit reduziert, wie es die rationellen
Bedürfnisse des internationalen Handels in Wahrheit erforderten.“
