EINLEITUNG.

1. „Bank“ und „Bankier“.

Der Name Bank wird abgeleitet von „banca“ oder „banco“, das ist der
Tisch, auf dem in früherer Zeit die Goldschmiede und Wechsler ihre
Geldbehälter aufgestellt hatten. Im Gegensatz zu dieser herrschenden Ansicht
 will Macleod das Wort Bank auf das gotische „banck“ — Haufe,
Menge, zurückführen.
Schäfflel) bezeichnet als Bankwesen „den Handel in Nutzungen des
vertretbaren beweglichen Kapitals, sei es, daß solche Nutzungen durch
Kredit der Herstellung und Zirkulation von Brauchlichkeiten, oder daß
sie der Darstellung und Vergeltung des Geldwertes veräußerter Brauchlichkeiten
 in der Zahlung gewidmet seien“,
Der Engländer H. D. Macleod?) erblickt die Aufgaben der Banken
darin, Gelder und Forderungen zu kaufen und zu verkaufen. „Bankier ist“,
sagt er, „wer fremde Gelder leiht, um sie mit Profit wieder zu verleihen;
leiht jemand sein eigenes Kapital aus, so ist er ein Kapitalist und kein
Bankier“,
Der amerikanische Professor Dunbar®) definiert Bank als ein Institut,
„das auf Wunsch Darlehen gegen Sicherheit gewährt und Gelder, die
zeitweise nicht gebraucht werden, in Aufbewahrung nimmt“.

1) Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirtschaft, ein Lehr- und
Handbuch der Nationalökonomie für höhere Unterrichtsanstalten und Gebildete.
Tübingen 1867. Band II, S.. 145,
?) In seiner Schrift „Theory and practice of banking‘ heißt es: „A banker is
a trader, whose business is, to buy money and debts, by creating other debts‘“,
®) Chapters on the theory and history of banking. New York und London 1903,
S. 9: „The business of a bank is said to be to lend or discount, and to hold
deposits, With these two functions may be combined a third, that of issuing
bank-notes, or the banks own promises to pay, for use in general circulation as
a substitute for money,‘

Obst, Bankpolitik.