des Mittelalters zur Errichtung von Girobanken geführt hatten, so hatte
die Kapitalsnot in England zur Gründung einer großen Notenbank die
Veranlassung gegeben!).
Ihre Funktion als Geldinstitut erfüllten die Banken also einmal dadurch,
 daß sie Gelder aufbewahrten und weiter, indem sie neue Umlaufsmittel,
 die die Münzen ersetzten, Geldersatzmittel (Geldsurrogate),
schafften, Es entstanden Wechsel-, Giro-, Depositen-, Scheckverkehr und
Banknoten.
Geld- und Kreditinstitute sind die modernen Banken. Sie dürfen
die ihnen anvertrauten Gelder beliebig verwenden. Nicht das Gesetz,
sondern kaufmännische Erfahrung und Gewissenhaftigkeit der Direktoren
 bestimmen, in welcher Art und bis zu welcher Höhe Kreditgeschäfte
 eingegangen werden dürfen. Da es sich um fremdes Kapital
handelt, heißt es natürlich doppelt vorsichtig zu verfahren. Haüuptgrundsatz
 muß sein: Keinen anders gearteten Kredit geben, als
man selbst genommen hat. Thomas Hankey, ein ehemaliger Gouverneur
 der Bank von England, kleidete diesen Gedanken einmal in die
Worte: Ein Bankier muß eine Hypothek ‚von einem Wechsel unterscheiden
 können.
Die Banken legen die Gelder, die sie hauptsächlich auf dem Wege
des Depositenverkehrs und der Notenausgabe an sich ziehen, nutzbringend
an, indem sie sie gegen Unterpfand oder ohne ein solches ausleihen,
Wechsel diskontieren usw. Nach Art der ägyptischen Wasserschöpfräder
wird durch Banken und Bankiers als die berufsmäßigen Kreditvermittler
das befruchtende Kapital von den Stellen des zeitweiligen Überflusses an
die des zeitweiligen Mangels geleitet?).
Man hat die Funktion des Bankwesens im Wirtschaftskörper mit der
des Herzens im menschlichen Körper verglichen: Wie das Herz die
Funktion hat, den Kreislauf des Blutes, das in unzähligen Adern vom

*) Während in London die Note eine Quittung über hinterlegtes Geld war, gelangte
 sie, im Gegensatz hierzu, in der Provinz in erster Linie als Instrument des
Kredits in den Verkehr, d. h. dem Kunden wurde der ihm gewährte Kredit
in Noten zur Verfügung gestellt, die auf diese Weise in den Verkehr gelangten.
S. Edgar Jaff&amp;, Das englische Bankwesen. 2. Aufl. Leipzig 1910,
HC. Carey, Die Grundlagen der Sozialwissenschaft (München 1863/64):
„Eine gut organisierte Bank hilft dem Landmann Dünger kaufen, dem Krämer
größere Warenvorräte und dem Bauherrn Ziegelsteine und Bauholz verschaffen.
So werden die kleinen Ersparnisse der Nachbarschaft auf derselben Stelle, wo sie
gemacht sind, verwendet