bei anderen Gewerben verfahren kann — darauf wird später noch zurückzukommen
 sein.
Fragen der Notenbankpolitik, die zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen
 Ländern verschiedene Beantwortung gefunden haben, sind
Z. B.: „Soll die Zentralbank des Landes verstaatlicht werden?“ „Sollen
neben. der Zentralnotenbank noch andere Notenbanken im Lande bestehen?“
 „Empfiehlt sich die Ausgabe kleiner Banknoten?“ „Soll den
Banknoten die Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels beigelegt
werden?“ „Wie sollen die Noten gedeckt sein?“ „Empfiehlt sich eine
Kontingentierung der auszugebenden Noten?“ „Welche Vorteile gewährt
eine Notensteuer?“ „Soll die Zentralnotenbank den Geldmarkt beherrschen,
soll sie eine Aufsicht über das gesamte Bankwesen des Landes ausüben?“ usw.
Bankpolitik der Noteninstitute im engeren Sinne ist in Hauptsache
Diskontpolitik. Die Zentralnoteninstitute haben in erster Linie für Aufrechterhaltung
 der Währung des Landes Sorge zu tragen, mit anderen
Worten, den Metallbestand des Landes zu schützen, indem sie zu starke
Goldabflüsse nach dem Auslande nach Möglichkeit verhindern, Goldimporte
 jedoch fördern, .
Die innerhalb eines Landes und von einem Lande zu zahlenden Beträge
 sind im Laufe eines Jahres erheblichen Schwankungen unterworfen.
Große Summen werden z. B. zur Bezahlung der Ernte, an den Quartalen
zu Gehalts-, Zinsen- und Hypothekenzahlungen benötigt. Komplizierter
werden die Verhältnisse noch dadurch, daß die an den Geldmarkt gestellten
 Bedürfnisse auch von Jahr zu Jahr wechseln. Der Notenumlauf
muß sich den Bedürfnissen des Verkehrs anpassen, Auch in Zeiten der
Geldknappheit soll die Zentralnotenbank, so ist die herrschende Ansicht,
allen berechtigten Kreditansprüchen genügen. Damit sie aber ein Rettungsanker
 sein kann, an den im Falle der Not sich alle klammern, muß sie
beizeiten. entsprechende Vorkehrungen treffen.
Dies geschieht in der Hauptsache durch eine verständige Diskontpolitik.
Werden der Bank große Summen entzogen, droht eine Geldknappheit
einzutreten, so wird sie ihren Bar- und Goldbestand zu schützen suchen,
indem sie den Satz, zu dem sie Wechsel ankauft, erhöht. Durch einen
hohen Diskont gibt sie gleichzeitig auch ein Warnungssignal; sie mahnt,
die Unternehmungslust einzudämmen. Die Diskontpolitik allein „wirkt aber
nicht mehr mit der nötigen Schärfe“1).

2s. Geh. Oberfinanzrat Dr. v, Lumm, Die Stellung der Notenbanken in der
heutigen Volkswirtschaft, Berlin 1909,