Lombard- und Hypothekendarlehen. Eine von den Argentariern viel ausgeübte
 Tätigkeit bestand auch in der Übernahme von Auktionen, die in
besonders hierfür gemieteten Lokalen (atria auctionaria) durch geschultes
Personal erfolgten, und in dem Eintreiben der ausstehenden. Kaufgelder.
' Als nummularii bezeichnete man anfangs die Geldwechsler, die, wie die
doyvuAaQgoLßOL in Griechenland, auch die Münzstücke auf ihre Echtheit
prüften. Eine strenge Trennung der Geschäftszweige ist aber später nicht
durchgeführt worden.

IL. Aufkommen der Banktätigkeit in Italien.
Von der Zeit der Völkerwanderung bis zu den Kreuzzügen war das
Bankgeschäft nur ein Münzwechselgeschäft, Die kleinen Münzgebiete, die
häufigen Umprägungen, die Ungenauigkeit im Gewichte führten dazu, daß
in Italien gerade zur Zeit der großen Wanderlust eine Menge Personen,
meist waren es Goldschmiede, die Tätigkeit eines Münzwechslers betrieben.
Auf den Messen und Märkten insbesondere schlugen sie einen Tisch
(banca) auf, auf dem sie ihr Geld feilhielten. Wie in Hellas und im alten
Rom, übertrug sich auch hier der Name des Tisches bald auf das Gewerbe
 selbst: die Geldwechsler wurden banchieri, Bankiers genannt.
Wer nach einem Orte ging, an dem andere Münzen galten als er
besaß — und fast jede Stadt hatte ihre eigenen Münzen —, nahm die
Dienste des Geldwechslers (campsor oder banchiere) in Anspruch. Da
bei der Unsicherheit der Landstraßen das Beisichtragen größerer Summen
gefährlich und der Transport unbequem war, so wurde es freudig begrüßt,
 als die Geldwechsler einen Ausweg gefunden hatten. Sie gaben im
Tausch nicht eine fremde Münze, sondern eine Anweisung auf den
fremden Platz,
Kam z. B. ein Genuesischer Kaufmann zu einem Genueser campsor
und sagte, ich will nach Palermo gehen und möchte so und so viel
Münze haben, die in Palermo Gültigkeit hat, so nahm der campsor sein
Täfelchen zur Hand rechnete und sagte: Die Summe kannst Du haben,
mein Bruder wird sie Dir in Palermo zahlen, wenn Du mir dafür so und
SO viel Genueser Lire gibst. War der Genueser Kaufmann damit zufrieden,
SO wurde, meist in Gegenwart eines Notars, eine Urkunde abgefaßt, die
eine Bescheinigung über den Empfang des Geldes und weiter einen
Zahlungsauftrag enthielt. Ein in der‘ Urkunde genannter Geschäftsfreund,
Verwandter oder Leiter eines Filialgeschäftes wurde aufgefordert. die in

2 Obst, Bankpolisit

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