sie nun an jemanden im gleichen Ort eine Zahlung zu leisten, so wurde
es allgemein Brauch, nicht mehr wie früher, das Geld abzuheben und
es dem anderen ins Haus zu bringen, sondern Schuldner und Gläubiger
gingen zum Bankier, wo der Schuldner die Summe von seinem Konto
ab- und dem Konto des anderen zuschreiben ließ. Das Guthaben des
einen minderte sich um die Summe, um die sich das Guthaben des anderen
 mehrte, Dieses Umschreiben ersparte die Zeit und Mühe des
Geldzählens. Der Kassenbestand der Bank blieb dadurch der gleiche;
Änderungen zeigten nur die Konten der Kunden. Giroverkehr nennt
man die Transaktionen — Giro abgeleitet von y0g0c =— Kreis, Auf den
Kreis derjenigen, die einen gemeinsamen Bankier oder eine gemeinsame
Bank hatten, war dieser Überweisungsverkehr anfangs beschränkt.
Hatte der Gläubiger (G) einen anderen Bankier als der Schuldner (5),
So suchte man schon damals, vor mehr als sechs Jahrhunderten, was bei
uns heute noch immer einen Aufwand großer Beredsamkeit erfordert,
die baren Auszahlungen zu vermeiden, indem man dem Betreffenden eine
Anweisung auf seinen Bankier gab. Hatte also G sein Konto bei dem
Bankier A, S bei dem Bankier B, so gab S dem G eine schriftliche Anweisung
 auf den B. G gab diese Anweisung dem A, der das Geld bei
B abhob. Auf diese Weise wanderte das Geld von einem Bankier zum
anderen. Anstatt dreier Barzahlungen — von B an S, von S an G, von
G an A — wurde nur eine einzige Barzahlung, nämlich von B an A,
erforderlich _

1. Barzahlung

we

&gt; 1“

2. Zahlung in einer Anweisung

S Anweisunfr



B Barzahlung

Die eine hierbei erforderliche Barzahlung suchte man später auch noch
zu vermeiden: die Bankiers traten untereinander in Verbindung, kompensierten
 Forderungen und Schulden, die sie aneinander hatten und beglichen
 nur den Saldo in barer Münze. ;
Einen Teil der ihnen anvertrauten Gelder stellten die Bankiers Geldsuchenden,
 die in der Lage waren, ein Unterpfand zu bestellen oder
Sonstige Garantien zu gewähren, zur Verfügung. Der vom Schuldner

©