zu zahlende Zinsfuß war in der Regel recht hoch, das Geschäft für den
Bankier infolgedessen sehr einträglich. Um ihm einen größeren Umfang
geben zu können, suchten sie die Summe der ihnen anvertrauten Depositengelder
 noch weiter zu vermehren, indem sie ebenfalls den Depoaenten
 einen mäßigen Zins gewährten, der infolge des Zinsverbotes oft
ın anderer Form vergütet wurde.
Juden hatten zuerst das interlokale und internationale Geldleihgeschäft
ausgebaut und Kredite zu hohem Zinsfuß, in dem bei der Unsicherheit
der Kreditnehmer eine mehr oder minder hohe Risikoprämie enthalten
war, gegeben. An ihre Stelle traten jetzt besonders Bewohner lombarlischer
 Städte, die, in alle Lande verstreut, Geld- und Bankgeschäfte
betrieben. Lombard Street in London, der Mittelpunkt des Geldhandels
ınd Kreditverkehrs der ganzen Welt, erinnert heute noch an die einstige
Tätigkeit der Lombarden.
Seit dem 14. Jahrhundert können wir in Italien drei Gruppen von
Bankiers unterscheiden: 1. die bancherii, das sind die vornehmen,
großen Bankiers, von denen in Florenz die Bardi, die Medici, die
Peruzzi und die Frescobaldi und in Siena die Salimbeni besonders
berühmt waren, 2. die weniger angesehenen usuarii (Pfandleiher) und
3. die bancharoti (Handwechsler). In der Regel wurden sie vereidigt
und mußten einen Bürgen oder eine Kaution als Sicherheit dafür stellen,
daß sie die durch Statuten oder besondere Gesetze erlassenen Vorschriften
zetreulich erfüllen werden, Die Geschäfte, die bisher von einzelnen betrieben
 worden waren, sind im Laufe der Zeit an Gesellschaften, an
Staat oder Gemeinden übergegangen. In Venedig soll sogar schon im
Jahre 1156 — nach anderen , Quellen 1171 — eine Girobank entstanden
sein, der Monte nuovo.,
Diese montes (Berge) waren Steuergesellschaften, die zum Teil bankartige
 Geschäfte betrieben. Man unterschied 1. weltliche Berge (montes
profani) und 2. Berge, die zum Schutz gegen jüdischen Wucher errichtet,
gemeinnützige, unter dem Schutz. der Geistlichkeit stehende Stiftungen
waren (montes pietatis).
Im Jahre 1407, vermutlich, entstand aus der Vereinigung mehrerer
Gesellschaften von Staatsgläubigern die berühmte banca di St. Giorgio
in Genua. Als Gläubigerin der Republik waren ihr gewisse Zölle und
Staatseinnahmen überlassen worden, und auch sonst genoß sie große
Vorrechte, Der Doge von Genua mußte vor seinem Amtsantritt schwören,
daß er allezeit ihre Freiheit aufrecht erhalten werde. 1463 hatte der

arm