Papst der Bank das Recht verliehen, widerspenstige Schuldner zu exkommunizieren,
 ein Privileg, das 42 Jahre bestanden hat!), Girobank ist die
Bank von St. Giorgio vermutlich erst 1675 geworden.

HL Der Banco di Rialto in Venedig und die Bank des
heiligen Ambrosius in Mailand.
In Venedig hatte das Bankwesen eine erhebliche Ausdehnung erreicht.
 Immer neue Banken und Bankgeschäfte entstanden, denen Depositen
 als jederzeit rückforderbare Darlehen anvertraut wurden. Um die
Gläubiger vor Verlusten zu schützen, erfolgten zahlreiche Verordnungen:
1318 wurde, wie schon erwähnt, die Berechtigung zur Depositenannahme
von der Stellung einer Kaution von 5000 Lire abhängig gemacht, 1418
erhöhte der Senat diese Summe auf 20000, 1523 auf 25000. ducati,
Im Jahre 1374 wurde den Banken eine Reihe von Geschäften verboten.
 Waren, deren Preise infolge der Spekulation größeren Schwankungen
 unterworfen waren, wie z. B. Kupfer, Eisen, Zinn, Blei, Safran;
durften von ihnen nicht gehandelt werden. Eine Verordnung aus dem
Tahre 1467 schränkt die Kreditgewährung der Banken ein.
Trotz dieser und anderer Verordnungen gehörten Zahlungseinstellungen
der Banken nicht zu den Seltenheiten. Von 103 Banken, die in Venedig
existiert haben, haben nach Mitteilungen des Senators Contarini im 15.
und 16. Jahrhundert 96 ein unrühmliches Ende genommen. Warum? Sie
verführen in der Kreditgewährung nicht sorgfältig und betrieben allerlei
Handelsgeschäfte, die einer mit fremden Geldern arbeitend Bank nicht
zukommen. „Alle diejenigen, die Banken errichten“, sagte Contarini ?),
übernahmen eine solche Mühe und unterziehen sich der Last, Kassierer
alles Geldes auf dem Platze zu sein, nicht um dieses einfach aufzubewahren,
 sondern um damit Handel zu treiben und zu gewinnen. Sie
legen einen Teil im Handel mit dem Morgenlande, einen anderen in
Geschäften mit dem Abendlande an, einen anderen Teil wieder stecken
sie in Getreideankäufe, einen anderen in andere Anlagen, die ihnen Vorteil
 bringen können, wie z. B. Wechsel. — Dazu kommt, daß der Bankier
 Gelegenheit hat. vielen Freunden in ihrem Geldbedürfnis entgegen-*)

 Ernst Ludwig Jäger, Die ältesten Banken und der Ursprung des Wechsels.
Mit einem Anhange betr, die ältesten Statuten der Bank des heiligen Ambrosius
cu Mailand, Stuttgart 1879,
% Siehe Jäger, a. a. O0. S. 338. .