dadurch Giro- und Noteninstitut wurde, war jetzt in der Hauptsache
Depositenbank; sie verwaltete Vermögen von Waisen und milden Stiftungen
 und diente als Sparkasse. 1771 hatte die Bank für 800000
Taler Noten ausgegeben und besaß 3000 Taler Girogelder und 2540000
Taler Depositen. Dann wuchsen die Depositen, die mit 3 bzw. 21 bzw.
2% verzinst wurden, fast von Jahr zu Jahr. Ihre Summe betrug:
in 1000 Talern in 1000 Talern

1777
1778
7179
1780
1781
[782
1783 . .
1784 11802
1785 12902
1786 14542

1787
8
“789
"700

"7184
2 hd
Fa

in 1000 Talern
1797 27387
1798 27195
1799 26923
1800 26996
"801 28142
1802 29874
1803 31174
1804 32893
1805 31775
1806. . 285098

5
7
9

da

[0

1794
1795
1706

90
24300
24290
25 2865

Die vermehrten Geldzuflüsse setzten die Bank in die Lage, jetzt mehr
wie früher als Lehnbank zu fungieren, Diskont- und Lombardgeschäfte
zu betreiben. Tabaks- und Seehandlungsaktien, Pfandbriefe und Waren
aller Art wurden beliehen, Wechsel angekauft. Da Preußen aber damals
einen entwickelten kaufmännischen Verkehr nicht besaß, und infolgedessen
die Summe der umlaufenden Wechsel verhältnismäßig gering war, konnte
sie nur einen dementsprechend kleinen Teil der ihr anvertrauten Denositen.
 im Lombard- und Diskontgeschäft anlegen.
Sie sollte aber große Überschüsse an die Staatskasse abliefern, und
in dem Streben, hohe Gewinne mit den Geldem, die sie selbst mit 2 bis
3° verzinsen mußte, zu erzielen, ließ sie sich zu einem Schritt verleiten,
der sich früher oder später bitter rächen mußte: Sie verwandte Mündelund
 Stiftsgelder und Gelder von Privaten, die jederzeit zurückverlangt
werden konnten, zu hypothekarischen Darlehen und fehlte damit gegen
den obersten Grundsatz der Bankpolitik, der lautet: Eine Bank darf
keinen anders gearteten Kredit geben, als sie selbst genommen
 hat, d. h. Depositen, die jederzeit abgehoben werden können, dürfen
nicht als Hypothekengelder gegeben werden, da hier Rückforderung nur
nach vorangegangener mehrmonatiger Kündigung erfolgen kann.
Aus politischen Gründen hatte die Bank, infolge höherer Anordnung,
besonders in den Provinzen Süd- und Neu-Ostpreußen, etwa 13 Millionen
Taler, d. h. fast die Hälfte ihrer Depositengelder, auf Hypotheken aus-3

 Obst, Bankpolitik.

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