Schon vorher, im Januar 1825, war in Stettin ein Institut mit dem
Recht, bis zu ı Million Taler Noten auszugeben, eröffnet worden, die
Ritterschaftliche Privatbank. Ihr Hauptzweck war, die in der Provinz
Pommern bestehende Geldnot zu beseitigen. Der Staat gab auf 5 Jahre
einen zinsfreien Vorschuß von 200000 Talern, Durch Aktionäre sollte
nur die geringe Summe von 25000 Talem aufgebracht werden, was aber
auch nicht einmal geschah, Trotz der Staatsaufsicht, die dem Oberpräsidenten
 von Pommern übertragen war, wirtschaftete die Bank in ganz
leichtfertiger Weise und legte große Beträge in Hypotheken für lange
Zeit fest. 1831 bereits geriet das Institut, dessen Noten meist nur ungem
 genommen wurden, in Zahlungsschwierigkeit, Die Regierung sprang
wiederum ein, und es gelang jetzt auch der Bank, sich emporzuarbeiten.
1836 erfolgte die Einziehung der bisherigen 5 Taler-Scheine und deren
Ersatz durch Kassenanweisungen‘).
1831 war „Der kaufmännische Kassenverein zu Berlin“ mit
einem Kapital von 160000 Taler ins Leben getreten. Er pflegte den

') Wie kompliziert im Jahre 1825, selbst an einem so großen Handelsplatze wie
Leipzig, der Zahlungsverkehr sich gestaltete, zeigt das mir im Original zur Verfügung
 gestellte Kopierbuch des Leipziger Kassenvereins, Charakteristisch ist
u. a, folgender Brief, den dieser am 16. August 1825 an die Firma H, W. Bassenge
 &amp; Co, in Dresden, richtete:
Wir sind so frei, mit Gegenwärtigen bei Ihnen anzufragen, ob es Ihnen
convenieren kann, für unsere Rechnung an die dortige Königl. Haupt Kasse
KH 10000 — oder % 21000 — 1.4 und 1," Conv. Geld in guten Paqueten
zu zahlen. Diese Zahlung müßten Sie uns indes bis spätestens den 23 oder 24"
Jlieses bestimmt zusagen, wenn sie auch erst den 27 oder 28‘ dieses geleistet
würde. Ihren Rembours können Sie auf uns nach Ihren Wünschen von dato an
a vista nehmen, indem wir Ihnen für Provision 1/.°/, vergüten wollen.
Indem Ihnen dieses Anerbiethen vielleicht von Nutzen seyn könnte, sehen wir
{hrer gefl. Antwort entgegen und wiederholen wir, daß der Haupt Cassierer
nur gute Paquete annehmen wird. worauf Sie besonders Rücksicht nehmen
wollen,
N. S. Sollte sich Ihnen ein Haupthindernis in der Ausschließung der 1/,,“
*ntgegenstellen, so wäre einmal die Frage, ob Sie den Herrn Haupt Cassierer
Ihrerseits bewegen könnten, wenn Sie auf gutem Fuße. mit ihm stehen, etwas
‘za mit anzunehmen, oder anderentheils wären wir bereit, den ca. vierten Teil
einer zu leistenden Zahlung, in Groschen bar durch Fracht hier, von Ihnen anzunehmen,
 auch die Fracht davon zu tragen, wogegen jedoch natürlich das
"a Prov. bei dem quantum Groschen wegfällt, Bemerken Sie auch gefälligst
dabei, daß die dort zu leistenden Zahlungen sich immer in runden Summen von
[0 oder 20 Mille abschließen müssen.