Die kleinstaatlichen Regierungen verfuhren in der Erteilung der Notenbank-Konzession
 oft mehr als liberal und statteten die Institute mit großen
Privilegien aus. Infolgedessen traten eine stattliche Zahl Notenbanken
ins Leben: die Chemnitzer Stadtbank, die Rostocker Bank, die Bank für
Süddeutschland (Darmstadt), die Frankfurter Bank, die Hannoversche
Bank, die Geraer Bank, die Weimarische Bank, die Thüringische Bank,
die Bückeburger oder Niedersächsische Bank, die Privatbank in Gotha,
die Mitteldeutsche Kreditbank in Meiningen, die Lübecker Privatbank,
die Kommerzbank in Lübeck, die Oldenburgische Landesbank, die Bremer
Bank, die Hamburger Bank, der Leipziger Kassenverein, die Braunschweiger
 Bank und die Luxemburger Bank.
ı851 gab es in Deutschland 9 Notenbanken. 1856 war ihre Zahl auf
19, 1857 auf 29 angewachsen. Fast jeder Staat hatte sein eigenes
Noteninstitut. Jede Bank sah in der anderen eine Konkurrentin und
suchte deren Pläne nach Möglichkeit zu durchkreuzen. Die Mehrzahl
der Banken führte ein kümmerliches Dasein und trieb egoistische Politik,
Ihr Hauptziel war einmal, möglichst viel Noten auszugeben, um sich dadurch
 ein zinsfreies Darlehn zu verschaffen und zweitens, Vorkehrungen
zu treffen, daß die Noten möglichst lange im Verkehr blieben, um nicht
genötigt zu sein, größere Deckungsmittel zu ihrer Einlösung bereit zu
halten.
Je kleiner die Noten waren, desto länger hielten sie sich im Verkehr,
desto seltener wurden sie der emittierenden Bank zur Einlösung vorgelegt.
 Diese Erfahrungen hatten die Notenbanken gemacht, und man
konnte es ihnen, vom reinen Erwerbsstandpunkt aus betrachtet, nicht
verargen, wenn sie sich diese Tatsachen zu Nutze machten und kleine
Noten bis zu ı Taler herab in großen Posten in den Verkehr ‘brachten,
Als deren Zirkulation in Preußen verboten wurde, weil dadurch das
Metallgeld aus dem inneren Verkehr nach dem Auslande verdrängt würde,
mehrten sich die Noten zu 10 und zu 20 Taler. Ein weiteres viel anzewendetes
 Mittel, die Noten möglichst lange im Verkehr zu halten,
bestand darin, daß man ihre Einlösung nach Möglichkeit erschwerte,
in dem sie nur von der Emissionsbank erfolgte, und deren Domizil
war oft ein vom Verkehr weit abliegender Ort.
Diese natürliche Schwierigkeit wurde oft noch durch künstliche Mittel
erhöht: Die Noten wurden in schlechtem Geld eingelöst. Um von der
Einwechslung abzuschrecken, gaben einige Banken für ihre Noten kleine
Silbermünzen. Wer eine über 100 Taler lautende Note zur Einlösung