ken, namentlich von Zettelbanken, verhindert die gesunde Entwickelung
des Bankwesens, sie erzeugt mit die großen volkswirtschaftlichen Nachteile,
 an denen noch immer der Geldverkehr in Deutschland leidet, sie
schädigt namentlich die Entwickelung des Depositen- und Schecksystems,
während dessen besondere Pflege die Hauptaufgabe des Bankgeschäftes
st. — Die Vermehrung von Zirkulationsmitteln durch Emission von
privilegierten Wertzeichen, insbesondere von Staatspapiergeld, ist zu verwerfen.
 — Den jetzt in einzelnen deutschen Staaten vorhandenen Mangel
an bequemen Geld- und Wertzeichen kann solche Vermehrung nicht beseitigen,
 mindern wird ihn die Entwickelung und Vermehrung von
Depositenbanken, ganz beseitigen kann ihn nur die endliche Herstellung
 der deutschen Münzeinheit“,
Das Jahr 1866 gab der Preußischen Bank die Möglichkeit, ihre‘ Feuerprobe
 abzulegen. Mit Ausbruch des Krieges war eine Panik ausgebrochen,
die auf das Geld- und Kreditwesen äußerst ungünstig gewirkt hätte, wenn
nicht die Preußische Bank kräftig eingetreten wäre. Die Bank schreibt in
ihrem Jahresbericht für 1866: „Die Aufgabe der Bank in dieser Zeit war
am so schwieriger, als gleichzeitig mit den enormen Ansprüchen an ihre
Hilfe, welche die Anlage in Wechsel- und Lombardgeschäften in einer
einzigen Woche um fast 10 Millionen in die Höhe trieb, die Banknoten
nassenhaft in die Bankkassen zurückströmten. Sie hat diese, wie alle
anderen, mit einem großen Kriege unzertrennlich verknüpften Schwierigzeiten
 glücklich, freilich nicht ohne große pekuniäre Opfer überwunden
und dadurch dem Lande bewiesen, daß sie ihrer gemeinnützigen Bestimmung
 gewachsen ist,“

4. Die deutschen Notenbanken von 1866—1875.
Das Bankgesetz vom 14. März 1875.
Das Kriegsjahr 1866 war für die weitere Entwickelung des Noten-‚ankwesens
 in Deutschland entscheidend. Mehr als je noch trat jetzt der
himmelweite Unterschied zwischen der Preußischen Bank und den anderen
Notenbanken hervor. Während jene bereit und in der Lage war, allen
berechtigten Kreditansprüchen zu genügen, versagten die anderen Notenbanken
 gänzlich, zu einer Zeit, wo man ihre Hilfe am nötigsten brauchte.
Es mußte so kommen, weil ihre ganze Organisation und Tätigkeit nur
auf ruhige, normale Zeiten zugeschnitten war. 1866 war aber auch insofern
 ein Wendepunkt für das deutsche Notenbankwesen, weil jetzt für
seine Vereinheitlichung eine staatsrechtliche Grundlage bestand, Im Nord-12
