Das Gold hatte einen Wert von 428,659 Mill. M
mithin ergab sich ein Verlust von 0,260 „ »
Dadurch, daß alles zu monetären Zwecken bestimmte Gold bei der
Reichsbank verkauft und alles zur Versendung gelangende Edelmetall
schließlich aus ihren Kellern genommen wird, übt die Reichsbank eine
weitgehende Kontrolle über den Goldmarkt aus.

h) Effekten- und Kommissionsgeschäfte.

Ankauf, Verwaltung und Aufbewahrung von Wertpapieren.
Die Reichsbank besorgt, wie jede Privatbank, den kommissionsweisen
An- und Verkauf von Wertpapieren, wenn der ungefähre Betrag gezahlt,
bezw. wenn beim Verkauf die Effekten gleichzeitig eingeliefert werden.
Auf Wunsch nimmt sie die gekauften‘ Effekten, wie auch andere Wertpapiere
 und Wertgegenstände, in Verwahrung und Verwaltung ($ 13, 8
BG.). Die Bank unterscheidet: „Verschlossene Denositen“ und „Offene
Depots von Wertpapieren“.
Die Aufbewahrung verschlossener Depositen übernehmen die
Reichshauptbank, sämtliche Reichsbankhauptstellen und Reichsbankstellen
sowie die mit zwei Beamten besetzten Reichsbanknebenstellen, soweit deren
vorhandener Raum es gestattet. Sie müssen mit dem Vor- und Zunamen,
bezw. der Firma des Niederlegers deutlich bezeichnet und dergestalt verschlossen
 und versiegelt sein, daß sie ohne Verletzung der Siegel nicht
geöffnet werden können. Für jedes Depositum haftet die Reichsbank bis
zum Betrage von 5000 M, wenn es nicht zu einem höheren Wert versichert
 ist, Die Gebühr hierfür ist 0,25 M für jedes angefangene 1000
des über 5000 M hinaus angegebenen Mehrwertes, Das jährliche Lagergeld
 beträgt je nach Umfang und Gewicht 10, 20 oder 30 M.
Die Stückzahl der verschlossenen Depositen betrug am Ende des Jahres
1876 2120. Bis 1894 war sie auf 7558 angewachsen. In den nächsten
Jahren erfolgte eine Abnahme; am I. Januar 1901 war die Zahl auf 7110
zesunken. Bankerotte: und Depotunterschlagungen, die bei einigen großen
Bankfirmen vorgekommen waren, hatten zur Folge, daß am Schluß des
Jahres 1901 7345 verschlossene Depositen vorhanden waren. Bis zum
I. Januar 1908 war ihre Zahl wieder auf 6072 zurückgegangen, und
am 1. Januar 1914 betrug sie nur noch 4542. Das Publikum schenkt
den großen Privatbanken wieder das gleiche Vertrauen, wie der Reichsbank,
 und da die Gebühren bei jenen niedriger, die Formalitäten ein-71

