facher sind, auch von den Safes-Anlagen viel Gebrauch gemacht wird, so
’st der Rückgang dieses Geschäftszweiges der Reichsbank erklärlich,
Im Gegensatz zu den verschlossenen Depositen werden offene Depots
 nur bei der Reichshauptbank in Berlin in Verwahrung genommen.
Diese Beschränkung ist hauptsächlich erfolgt, weil mit der Verwahrung
gleichzeitig eine Verwaltung verknüpft ist, die ein größeres geschultes
Personal erfordert, das man an den kleineren Anstalten nicht halten
kann ?).
Die Zahlung der fälligen Zinsen erfolgt in Berlin bei dem Kontor
für Wertpapiere oder auf Wunsch auch bei einer von dem Hinterleger
bezeichneten Zweiganstalt der Reichsbank oder durch die Post. Kupons
ausländischer Wertpapiere werden auf Wunsch in natura ausgehändigt.
Die Kontrolle auf Verlosung, Zuzahlung, Ausübung des Bezugssechts
 usw. findet auf Grund der Nummernbücher, nicht der Effekten,
statt. Für den durch Übersehen entstehenden Schaden haften der Bank
die mit der Kontrolle betrauten Beamten, die dafür eine Pauschalsumme
erhalten.
Die Gebühren, die die Reichsbank für Aufbewahrung und Verwaltung
offener Depots berechnet, betragen pro Jahr !/, % 0, für im Auslande ausgestellte
 Papiere 3° d. h. also M 0,50, bezw. M 0,75 für je angefangene
 1000 M des Nennwertes der Papiere, mindestens aber 2 M,
bei den im Auslande ausgestellten Papieren. mindestens 3 M für jeden
Depotschein, Die Gebühren sind also erheblich höher als bei Privatinstituten,
 die durchschnittlich %,9—*/,9 %0o pro Jahr berechnen.
Die Zahl der offenen Depots ist, hauptsächlich wohl weil die Gedühren
 erheblich höher sind als bei den großen Kreditbanken, die die
gleiche Sicherheit wie die Reichsbank gewähren, in den letzten Jahren
zurückgegangen. Es waren vorhanden an offenen Depots:
Ende 1910 278509
„191% 274774
1912 272248
1913 269839

In den letzten 10 Jahren wurden jährlich zirka je 3000 Depots mehr
zurückgenommen als eingeliefert.
Mündeldepots, d. h. Wertpapiere, die zu dem Vermögen eines
Mündels gehören und der Aufsicht des Vormundschaftsgerichtes unter-1)

 Über Organisation, Kontrolle usw. s. Band I, S. 519,