Schuld daran ist einmal die geringe Zahl der Bankanstalten (Ende 1913:
103), denn nur zwischen diesen und den Hauptanstalten in Wien und
Budapest — nicht auch zwischen und mit den 184 Nebenstellen — ist
ein Giroverkehr möglich. Die Zahl der Filialen ist deswegen so gering,
weil die Bank sich freiwillig!) nicht leicht entschließt, Zweiganstalten, die
nicht von vornherein einen Nutzen versprechen —- eine große Konkurrenz
für sie bildet auch der Giroverkehr der k. k. Postsparkasse — zu errichten.
Wer ein Girokonto eröffnen will, muß, wie bei der Deutschen Reichs-Dank,
 sich an die Bankanstalt wenden, in deren Bezirk er seinen Wohnsitz
 hat, Ist dem Antrage stattgegeben worden, und hat sich der Kunde
mit den Bedingungen der Bank schriftlich einverstanden erklärt, so eraält
 er ein „Kontra-Buch“, in das alle von ihm oder für ihn bar oder
durch Verrechnung eingehenden Gelder eingetragen werden.
Bare Einzahlungen, bei der kontoführenden Bankanstalt zahlbare Wechsel
und Schecks, Diskonten, Lombarddarlehen usw, schreibt die Bank sofort
dem Girokonto gut. Einzahlungen zugunsten von Kontoinhabern werden
von jedermann provisionsfrei angenommen; Einzahlungen von Nichtkontoinhabern
 auf auswärtige Konten nur in Beträgen von 100 K aufwärts.
 Über sein‘ Guthaben kann der Kontoinhaber jederzeit mittels
Schecks verfügen. Bare Abhebungen erfolgen durch weiße, Übertragungen
durch rote Scheckformulare, also genau wie bei der Reichsbank, Guthaben
 im Giroverkehr werden nicht verzinst. In den Bedingungen
wird die Erwartung ausgesprochen, daß der Kunde dauernd ein der
Mühewaltung entsprechendes Guthaben bei der Bank hält, sonst beaält
 sich die Geschäftsleitung das Recht vor, die Giroverbindung aufzuheben.
 Zahl der Girokonteninhaber:

Ende 1913 Ende 1912
in Österreich 2875 2890
in Ungarn 471 2803
in Bosnien und Herzegovina 59
Zusammen 5842
Der Guthabenbestand betrug am 31. Dezember 1913

nn . in Tausend K
abzüglich des Saldos des Übertragungskontos . . . . . . 1809993
Im Laufe des Tahres 1913 gingen ein:

!) Bei der Privilegerneuerung 1911 wurde der Bank die Verpflichtung auferlegt,
 je 10 neue Filialen in Österreich und Ungarn zu errichten,

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