sich auf das Ausleihen von Geldern, in der Regel auf Grundlage eines
Wechsels. Aus dem großen Reichtum, zu dem viele von ihnen gelangt
waren, lassen sich Schlüsse auf die Höhe der geforderten Zinsen ziehen,
Der Schuldnerkredit mag wohl allerdings oft so bestellt gewesen. sein,
daß es ihnen nicht möglich gewesen war, anderwärts Geld zu finden.
Der allgemeine Haß gegen die Juden wurde immer größer, bis 1290
ihre Ausweisung aus dem Lande verfügt wurde.
Schon vor dieser Zeit hatten sich Lombarden in London niedergelassen,
 die Wechsel- und Geldgeschäfte neben den Juden besorgten. Nach
deren Ausweisung betrieben sie allein Bankgeschäfte, die in der Hauptsache
 in der Annahme verzinslicher Depositen und der Gewährung von
Darlehen bestanden, deren Zinsen oft nicht weniger hoch waren als vorher
 bei den Juden. An ihre Tätigkeit erinnert noch heute die Straßenbezeichnung
 Lombard Street,
Vom 16. Jahrhundert ab befaßten sich die englischen Goldschmiede,
die von -altersher einen bedeutenden Handel mit Edelmetallen betrieben
und aus diesem Grunde feuer- und diebessichere Gewölbe besaßen, mit
der Aufbewahrung von Geldern. „Die große Änderung“, schreibt Masaulay,
 „griff nicht ohne heftige Opposition und Geschrei Platz. Die altmodischen
 Kaufleute klagten bitterlich, daß eine Klasse von Leuten, die
vor 30 Jahren sich auf ihr eigentliches Gewerbe beschränkt und einen
schönen Profit an Bowlen und Schüsseln aus getriebenem Silber usw. gezogen
 hatten, nun Schatzmeister geworden seien und bald die Herren
der ganzen City werden würden. Diese Wucherer, hieß es, spielten Hazard
mit dem, was durch den Fleiß und die Sparsamkeit anderer Leute eingeerntet.
 sei, Fielen die Würfel gut, so wurde der Schelm, der das Geld
aufbewahre, wohl ein Aldermann; fielen sie schlecht, so würde der Narr,
der sein Geld ihnen anvertraut habe, bankerott.“ Eduard III. und mehrere
seiner Nachfolger machten die Goldschmiede, „um sowohl der Bedrückung
vorzubeugen als ihren Vorteil zu fördern“, zu königlichen Wechslern. Die
allgemeinen Unruhen und die Vertrauensbrüche der letzten Stuarts —
Karl I, konfiszierte 1640. während eines Konfliktes mit dem Parlament
alle im Tower aufbewahrten Gelder und Wertgegenstände; Karl II. beraubte
 den Staatsschatz — führten dazu, daß die Goldschmiede die
Bankiers der besitzenden Klassen wurden.
Die Quittungen, die von den Goldschmieden denjenigen erteilt wurden,
die Geld bei ihnen deponiert hatten, die sogenannten goldsmith’s notes,
wurden mit der Zeit zum Umlaufsmittel.. Diese Noten, die Vorläufer der
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