Schecks, lauteten in der Regel auf den Inhaber und waren bei Vorzeigung
zahlbar, Bis zur Gründung der Bank von England blieb das Bankgeschäft
in den Händen der Goldschmiede.
Eine reine Girobank, wie in Venedig, Genua, Amsterdam, Hamburg
and Nürnberg, hat es in England niemals gegeben, Sie war nicht nötig,
da hier ein geregeltes einheitliches Münzwesen bestand, und nicht, wie
in den genannten anderen Orten, die Münzen der verschiedenen Nachbarstaaten
 zirkulierten. Waren die Münzen abgenutzt oder beschnitten,
so konnte England, dies hat schon Adam Smith in seinem Werk „Natur
ınd Ursachen des Volkswohlstandes‘“ ausgeführt, die Währung wirksam
Jlurch eine Neuprägung wiederherstellen. Nicht brauchte es zur Gründung
siner. Umschreibe-(Giro-)Bank und zur Schaffung eines Bankgeldes zu
schreiten.
Es waren schlimme Zeiten für England, als die Anstalt gegründet
wurde, die dereinst die größte Notenbank der Welt werden sollte.
Jacob II. war flüchtig geworden, und Wilhelm III, Prinz von ‘Oranien,
hatte den Thron bestiegen. Große innere Umwälzungen, vor allem aber
der Krieg mit Frankreich, erheischten reiche Geldmittel. Sie durch Steuern
der Anleihen aufzubringen, fiel der Regierung unter den obwaltenden
unsicheren Verhältnissen schwer. Zahlreiche Projekte, wie Errichtung einer
Lotterie, Besteuerung dieser oder jener Gegenstände, wurden ausgearbeitet,
&gt;hne jedoch zur Ausführung zu gelangen,
Dies war dem Plane des Schotten!) William Patterson vorbehalten.
Er schlug die Gründung einer Bank vor und fand hierzu die Unterstützung
 der Minister, da diese in dem zu errichtenden Institut ein Organ
sahen, das dem Staat jederzeit zu niedrigem Zinssatze Gelder leihen
werde. Der Zweck der Bank war in der Gründungsurkunde unverhüllt
angegeben: „Ein Akt, verschiedene Tonnengelder und Schiffsabgaben,
Steuern auf Biere und andere Getränke ihren Majestäten und gewisse Belohnungen
 und Vorteile des betreffenden Aktes solchen Personen zu bewilligen,
 die freiwillig die Summe von 1200000 © zum Betriebe des
Krieges gegen Frankreich hergeben“.
Diejenigen, die das Geld aufgebracht hatten, sollten eine Korporation
unter dem Namen „The Governor and the Company of the Bank of

1) Die Bank von England wurde durch einen Schotten, die Bank von
Schottland (1695) durch den Londoner Kaufmann John Holland begründet,
S, Karl Mamroth, Die Schottischen Banken in Conrads Jahrbüchern, 3, Folge,
Band 24.
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