Neben dem town-clearing gibt es seit 1858 ein country-clearing.
Seine Technik habe ich, im Anschluß an die in Berlin geschaffene Scheckaustauschstelle,
 im Band I, S. 72ff. dargestellt.
Neben das town-clearing für die Schecks der City-Banken und das
country-clearing für die Schecks der Provinzialbanken, ist im Februar 1907
ein metropolitan-clearing für die Schecks der außerhalb der City, aber
noch im Weichbilde Londons errichteten Zweiganstalten der Londoner
Großbanken getreten !).
Das ganze Abrechnungssystem beruht auf dem Vertrauen in die Zah-‚ungsfähigkeit
 der ihm angehörenden Mitglieder, und da die Ausgleichungen
der einzelnen Salden in Schecks auf die Bank von England erfolgen,
in letzter Linie auf dem Vertrauen zu dieser.
Die durchschnittlich täglich verrechneten Summen sind von ıı Millionen
 £ im Jahre 1868 auf 53,6 Millionen £ im Jahre 1913 gestiegen.
Demgegenüber hat sich in der gleichen Zeit der durchschnittliche Notenumlauf
 nur von 28,2 auf 29,1 Millionen £, der durchschnittliche Metallbestand
 der Bank von England von 23 auf 34,3 Millionen Z£ erhöht”).
Aus diesen Ziffern geht hervor, daß den erheblich vermehrten Ansprüchen
des Geldverkehrs in England nur eine minimale Erhöhung des Notenumlaufs
 und eine etwa 50prozentige Vermehrung des Metallumlaufs
gegenübersteht; in der Hauptsache aber ist man den gesteigerten Anforderungen
 des Geldverkehrs durch Ausbau des Scheckverkehrs
und durch Regulierung der Zahlungen im Clearinghaus gerecht geworden.

Während in England der Scheckverkehr, ist in Deutschland der
Giroverkehr zu hoher Entfaltung gelangt. Ist es, was die Ersparnis der
Barmittel anbelangt, vielleicht gleichgültig, ob Giro- oder Scheckverkehr
besteht, so hat der Giro- doch vor dem Scheckverkehr den erheblichen
Vorzug, daß die mit Kosten verknüpfte Versendung der Schecks in Wegfall
 kommt und statt dessen die billigere Übermittelung (ev. per Postkarte) der

1) Im Jahre 1913 betrugen die Umsätze
im town clearing 14,19 Milliarden @
„ metropolitan clearing 0,86 „ ;
„ country clearing 1,39 .
insgesamt 16,44 Milliarden ©
2) Bei der Deutschen Reichsbank betrug der durchschnittliche Notenumlauf
1876 685, 1913 1958 Millionen M, der Metallbestand 1876 5ır, 1913 135% Millionen
 M.
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