300 Millionen Livres angewachsen, Von ihren Noten waren Unsummen
im Verkehr. Um sie im Umlauf zu erhalten, erschien im Februar 1720
ein Gesetz, das jedermann verbot, mehr als 500 L. in Geld oder Barren
von edlem Metall zu besitzen, bei Strafe der Konfiskation des Mehrbetrages,
 Die Folge war, daß 40 Millionen L. Metallgeld in kurzer Zeit
bei der Bank in Noten umgetauscht wurden, und daß andererseits von
der Bank niemals mehr als 500 L, abverlangt wurden. Im April 1720
hatte die Summe der ausgegebenen Noten die Höhe von 2’ Milliarden
 L. erreicht. Eine Krisis konnte nicht ausbleiben. Beschleunigt
wurde der Zusammenbruch durch die im Juni 1720 aus Syrien eingeschleppte
 Pest, .
Im Dezember 1720 flüchtete Law unter Mitnahme von 5 Millionen L.
Banknoten ins Ausland. Dieser Reichtum nützte ihm jedoch nichts, da
die Banknoten mit seiner Flucht völlig wertlos wurden, Er, der Angebetete,
der gewiegte Finanzier, der mit 2 Millionen fr. nach Paris gekommen
war, rettete knapp 1000 Louisdor. Er hat große Fehler begangen, vor
allem den, daß er das Wesen der Banknote als einer stets fälligen Ver-“indlichkeit
 nicht erkannt, und dadurch unsägliches Unheil über Frankreich
 gebracht hat. Der Betrüger und Schurke aber, als den man ihn
vielfach hingestellt hat, ist er sicherlich nicht gewesen.
Die große Erschütterung des Kreditwesens durch die Lawsche Krisis
hatte lange Zeit die Gründung einer Bank in Frankreich unmöglich gemacht.
 Erst 1776 entstand in Paris eine neue Bank mit dem Recht der
Notenausgabe, die „Caisse d’Escompte“. Ihr Kapital betrug 15 Millionen
 L. 1783 bereits war sie, infolge großer Vorschüsse an den Staat,
zeitweise nicht in der Lage, ihre Noten einzulösen, und 1787 wurde sie
nach einem neuen „run“, reorganisiert. Das Aktienkapital wurde auf
100 Millionen L. erhöht, gleichzeitig aber wurden 70 Millionen L. an
die Regierung, angeblich zur Sicherung des Notenumlaufs, der sich damals
auf ca. 98 Millionen L. belief, gezahlt. Die von der Regierung geforderten
Vorschüsse wurden immer größer: 1790 hatte die Bank an den Staat
eine Forderung von 400 Millionen L. Als die Bank nicht mehr in der
Lage war, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, wurde sie (August 1793)
aufgelöst.
In den nächsten Jahren entstanden einige neue Bankinstitute mit‘ dem
Recht der Notenausgabe: 1796 die Caisse des comptes courants, 1797
die Caisse d’escompte du commerce, 1798 in Rouen die Societe generale
 du commerce de Rouen und. 1800 das Comptoir commercial,

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